TARO THE DRAGON BOY
 
 

Deutscher Titel
Taro der Drachenjunge
Taro der Drachenboy


Alternativ-Titel

Tatsu No Ko Taro (Originaltitel)
 



  Land : Japan   Regie : Kirio Urayama
  Jahr : 1979   Produzent : Shigeru Okada
  Laufzeit : 75 min.   Drehbuch : Kirio Urayama & Takashi Mitsui
  Format : 2.35 : 1   Romanvorlage : Miyoko Matsutani
     Musik : Riichiro Manabe

Sprecher
Mina Tominaga * Issei Futamata
Kazuo Kitamura * Sayuri Yoshinaga



Als der kleine Taro von seiner Oma erfährt, dass seine Mutter noch vor seiner Geburt in einen Drachen verwandelt wurde
und seit dem in einem See tief in den Bergen hausen soll, macht sich der furchtlose Drachenjunge mit der Stärke von
hundert Männern sofort auf die Reise, um seine Mutter ausfindig zu machen und sie von ihrem Fluch zu erlösen.
Unterwegs freundet sich Taro mit einem Mädchen namens Aya an, das ihn schließlich bei seinem Vorhaben unterstützt.
Etwas Beistand kann Taro auch gut gebrauchen, denn der Weg, der vor ihm liegt, ist nicht nur sehr mühselig, sondern
auch voller Gefahren...





Wäre ich nicht zufällig in einem Forum über diesen seltenen Anime-Klassiker gestolpert, wäre mir ein echtes Highlight
vermutlich noch Jahre lang verborgen geblieben. TARO THE DRAGON BOY ist ein Fantasy-Abenteuer mit einer eher
ruhigen Grundstimmung, die in einem ebenso auffallenden wie wohltuenden Kontrast zu populären (Kinder-) Animeserien
und Filmen jüngeren Datums steht. Auch wenn es hier und da mal etwas dramatischer und / oder actionreicher zugeht,
ist von hyperaktiver Hektik oder einer auf Schauwerte beschränkten Over the Top-Mentalität kaum etwas zu spüren.





Dank der englischen (Kinderfilm-) Synchro und einer Story, die vielleicht nicht unbedingt ab der ersten Sekunde fesselt,
wurde der Streifen bei meinem ersten Sichtungsversuch durch zwei anwesende Freunde schon nach rund zwanzig
Minuten boykottiert. Selbst schuld, kann ich da nur sagen, denn wenn man erst einmal den Zugang gefunden hat, steht
einem nostalgisch angehauchten Anime-Filmvergnügen erster Klasse nichts mehr im Wege.

Eine nicht zu verachtende Rolle spielt dabei ohne Frage das grandiose visuelle Design mit atmosphärischen Aquarell-
hintergründen und faszinierend düsteren Wald- und Berglandschaften. Die Charaktere (an erster Stelle Menschen
und Tiere, aber auch Phantasiewesen wie Dämonen, Hexen und Geister) wurden allesamt sehr liebevoll und detailliert
gezeichnet und lassen mit ihren sorgfältigen, flüssigen Animationen keinerlei Wünsche offen.





Leider gehört TARO THE DRAGON BOY zu den Filmen, die heute aufgrund des Alters (Videokassetten halten nun mal
nicht ewig) und fehlender (DVD-) Neuveröffentlichungen nur noch relativ schwer zu finden sind. Das US-Tape, das mir
zur Verfügung stand, enthält leider nur eine Vollbildfassung, was bei einem Film, der im Widescreen-Format von 2.35:1
gedreht wurde, natürlich extrem ärgerlich ist. (Anmerkung am Rande : Die Screenshots stammen von einem deutschen
Verleihtape in Lbx 1.85:1, das mit später in die Hände gefallen ist - ein echter Segen !)

Einen weiteren kleinen Abzug beim Filmspaß gibt's auch für die bereits erwähnte englische Synchro, die so lange in
einem erträglichen Rahmen bleibt, bis mal wieder ein kleines Liedchen angestimmt wird (passiert 3-4 mal im Film).
Natürlich ebenfalls in englischer Direktübersetzung ! Die Songs an sich gehen schon in Ordnung, nur hätte man es hier
vielleicht doch besser bei den japanischen Originalversionen belassen sollen... Verdammt, jetzt hab ich schon wieder
dieses Titelthema in Kopf ! "Hmmhmhmhmm... blow North Wind, blow..."





Ein klein wenig hat mich der Streifen übrigens an die erste DRAGONBALL TV-Serie (J 1986) erinnert. Zum einen sicher-
lich, weil der etwas pummelige Taro dem Affenjungen Son-Goku nicht ganz unähnlich sieht und auch vergleichbare
Superkräfte besitzt. Vor allem aber, weil da ein roter Dämon (mit dem sich Taro nach einem misslungenen Mordversuch
kurzerhand anfreundet) ständig auf einer Wolke durch die Gegend flitzt !

Auch wenn die inhaltliche Auflösung der Geschichte am Ende vielleicht etwas nüchtern rüberkommt, bleibt TARO THE
DRAGON BOY eine rundum gelungene Sache, die trotz des etwas stärker ausgeprägten Kinderfilm-Feelings so gut
wie jedem (Anime) Fantasy-Fan gefallen dürfte. Wo zum Teufel bleibt die remasterte Widescreen-DVD mit der untertitel-
ten Originalfassung ?! (ab)


Wertung    



Leider ist der Film heutzutage nur noch relativ schwer zu finden. Die einzigen mir bekannten Fassungen sind ein Tape
aus Deutschland und ein Tape aus den USA. Ende, bzw. Mitte der 80er ist TARO auch im deutschen TV zu sehen
gewesen. Das deutsche Tape wird immerhin in Lbx 1.85:1-Format präsentiert. Die deutsche Synchro kann man zwar
nicht gerade als professionell bezeichnen, ist insgesamt aber noch ganz annehmbar ausgefallen
.

Das US-Tape (NTSC) von RCA / Columbia Home Video enthält leider nur eine englisch synchronisierte Vollbildfassung,
für die an den Seiten ca. 60 % des Bildes abgeschnitten wurde. Ansonsten bietet das Tape hervorragende Qualität.



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