HUMAN PORK CHOP



Deutscher Titel
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Alternativ-Titel
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  Land : Hong Kong   Regie : Benny Chan Chi Shun
  Jahr : 2000   Produzent : Benny Chan Chi Shun
  Rating : Category III   Drehbuch : Leung Po On
  Laufzeit : 85 min.  
  Format : 1.85:1  

Darsteller
Emily Kwan Bo Wai * Wayne Lai Yiu-Cheung * Amanda Lee Wai Man
Helena Law Lan * Yip Sai Wing * Edward Mok Ka Yiu




Eine junge Frau (Emily Kwan) wird von einem kleinen Triadenboss (Wayne Lai) und seinen zwei Gefolgsleuten tagelang in deren Wohnung gefangengehalten und aus Spaß erniedrigt und gefoltert. Als die Frau dann schließlich stirbt, wird die Leiche zersägt und in Mülltüten entsorgt bzw. als Eintopf verarbeitet.






Basierend auf einer wahren Begebenheit aus dem Frühjahr 1999 wurde hier mal wieder im Schnellschuss-Verfahren ein billiger Cat.-III Schocker nach altem Strickmuster zusammengeflickt, das den meisten noch aus unzähligen ähnlichen Produktionen bekannt sein dürfte. Früh können die Verdächtigen verhaftet werden und dürfen dann in zahlreichen Flash-backs dem Publikum die Hintergründe der Tat nahebringen...

Frau kommt aus Geldmangel ins Bordell eines Triadengangsters, bla bla bla, klaut ihm dann Geld, aha, wird dann ge-schnappt und zurück in die Wohnung geschleppt, hmhm, wird dann von den Gangstern als lebender Sandsack benutzt... Oha. Jetzt zeigt HUMAN PORK CHOP sein wahres Gesicht. Die Handlung wird auf ein Minimum reduziert, es folgen immer sadistischere Foltermethoden und bitterböse Erniedrigengen, unterbrochen nur durch exzessiven Drogenkonsum.




Wenn Simon Yam in RUN AND KILL (1993) die Oma aus dem Fenster wirft oder sich in A DAY WITHOUT POLICEMAN (1993) überdimensionale Messer in gewisse Körperteile bohren, ist das sicherlich für den Durchschnitts-Gucker nur per-
vers und Grund genug, den netten Videoabend mit einem anderen Film fortzusetzen.
Gorehounds dagegen, die es auch gerne mal heftig bis geschmacklos-absurd mögen, sind bei solchen Werken sicherlich an der richtigen Adresse.

Doch
wenn die Gangster in HUMAN PORK CHOP ihr Opfer aus purer Langeweile zwingen, sich vor versammelter Mann-schaft in die Hose zu pinkeln oder Scheißwürste aus einer verstopften Toilette zu fressen, um ihr dann noch eine frische Ladung ins Gesicht zu schmieren... Sorry Leute.

Bezeichnenderweise wurde der Film auch genau an diesen Stellen geschnitten, während die (ebenfalls sehr heftigen) Prügelszenen intakt geblieben sind. Ein zusätzlicher Faktor, der den unangenehmen Klops in der Magengegend weiter anschwellen lässt, ist die Tatsache, dass die gute Emily
Kwan auch nicht gerade den Eindruck macht, sie hätte große Freude an dieser Rolle gehabt. Aber vielleicht ist sie ja auch nur eine gute Schauspielerin...




Weiterhin setzt sich der Film in keinster Weise mit dem Verhalten seiner Charaktere auseinander, sondern beschränkt sich (wie bei vielen Machwerken ähnlichen Kalibers) auf eine distanzierte, klinische Darstellung. Nicht nur die Gangster sind alle Sadisten, die scheinbar von Natur aus Freude am Quälen von Menschen haben, auch die gelegentlich vorbei-schauenden Freundinnen fangen wild an zu klatschen, wenn's mal wieder besonders heftig zur Sache geht.

Doch halt,
wir wollen mal fair bleiben. Da ist immer noch die Frau des Anführers, die immer fix mit Wundsalbe zur Stelle ist, wenn das Opfer böse zusammengeschlagen wurde oder nach der Fäkalienschleuderei schlaue Tips gibt wie "Nimm am besten ein Bad". Wenn sich alle Menschen daran ein Beispiel nehmen würden, ginge es besser zu auf dieser Welt.

Oh, jetzt ich bin auf die Handlungsebene abgerutscht. Wer meint, er muss sich sowas unbedingt anschauen, bitteschön. Mir ist der Film bei einem derartig heftigen und vor allem realistisch wirkenden
Härtepegel einfach zu simpel gestrickt
und bietet kaum Ansatzpunkte, sich mit dem Gezeigten auseinanderzusetzen. Aber vielleicht bin ich auch nur ein Softie.
Der zeitgleich ins Kino gebrachte, nicht viel bessere Streifen THERE'S A SECRET IN MY SOUP (2000) beschäftigt sich übrigens mit dem gleichen Fall.
(ab)

Wertung    




Hong Kong-DVD, VCD und Tape von Winson Entertainment. Alle Fassungen scheinen, wie schon erwähnt, in zwei bis drei Szenen geschnitten zu sein. Sonst keine Besonderheiten bekannt.


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