TO HELL WITH
THE DEVIL




Deutscher Titel
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Alternativ-Titel
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  Land : Hong Kong   Regie : John Woo
  Jahr : 1981   Produzent : Leonard Ho Koon-Cheung
  Rating : --   Drehbuch : John Woo, Szeto Cheuk-Hon & Shu Kei
  Laufzeit : 90 min.  
  Format : 2.35:1  

Darsteller
Ricky Hui Koon-Ying * Stanley Fung Sui Fan * Paul Chun Pui
Chui Kit * Chung Fat * Nathan Chan Bak-Cheung



Ricky Hui spielt Bruce Lee ("My name is Bruce Lee, but I don't know Kung Fu !"), einen erfolglosen Musiker, der in Ver-
suchung gerät, seine Seele an einen Untertan des Teufels (Stanley Fung) zu verkaufen, um endlich berühmt zu werden
und bei der Dame seines Herzens zu landen.

Ein heruntergekommener Priester (Paul Chun) möchte ihm Beistand geben, aber schließlich kommt der Deal (auf mehr
oder weniger freiwilliger Basis) doch zustande. Nach einiger Zeit wird Bruce jedoch klar, dass das Geschäft gar nicht
so klasse war und versucht verzweifelt, die Abmachung rückgängig zu machen. Ein Kampf um Bruce's Seele beginnt...





Hui, was ist denn das ? Von John Woo's einzigem Abstecher ins Genre des Phantastischen kannte ich bislang nur den
Titel. Hier und da tauchte der Name mal in einer Filmographie auf, aber das war's auch schon. Keine Reviews, keine
Bilder, nicht mal ein Kommentar zu Qualität des Films war zu bekommen. Um so größer war jetzt die Überraschung...




THE HELL WITH THE DEVIL ist bunt, temporeich und platzt förmlich vor originellen Gags und Ideen. Ricky Hui ist so-
wieso schon Kult und untermauert seinen Standard hier noch einmal souverän mit lustigen Aktionen und trockenen
Sprüchen. Versehentliches Aufspielen flotter Trompetenklänge zur Beerdigung oder eine Kollektivdusche durch feuchte
Aussprache im einem Restaurant - Das sind Spezialitäten, die nur einer auf diese ganz bestimmte Art hin bekommt !

Paul Chun passt auch sehr gut in die Rolle des nicht ganz so vorbildlichen Priesters, der sonst auf Nebenrollen abon-
nierte Stanley Fung macht als Devil's Advocat seine Sache sogar noch besser und als Bonus taucht Chung Fat
(ENCOUNTER OF THE SPOOKY KIND (1980), THE DEAD AND THE DEADLY (1983) etc...) als Teufel persönlich auf.




Dass John Woo auf dem Regiestuhl sitzt, merkt man vor allen an den vielen christlichen Motiven, wie immer wieder auf-
tauchenden Kruzifixen und Kreuzen oder Verweisen auf Bibelgeschichten, z.B. Pontius Pilatus ("I wash my hands
clean..."). Außerdem geht es hier ja auch ganz allgemein um den Kampf zwischen Gut und Böse, Gott und dem Teufel.

Meistens ist das natürlich als energievolle Komödie verpackt, ein bis zwei mal bekommt die Geschichte aber auch kurz
einen ernsteren Anstrich, so z.B. wenn der arme Ricky Hui vollends zum ohnmächtigen Spielball streitender, höherer
Mächte wird. Doch das ist wie gesagt eher die Ausnahme, denn die meiste Zeit steht einfach knallige Unterhaltung auf
der Tagesordnung.




Das reicht von eher leisem, hintergründigem Humor (zur Hölle fährt ein Fahrstuhl, zum Himmel gibt's nur eine Leiter...)
über Situationskomik und visuelle Gags bis hin zu purem Schwachsinn mit lauten, überdrehten Slapstickeinlagen.
Dass dabei nicht jeder Witz perfekt sitzt, verkommt im Angesicht der allgemeinen Überdrehtheit, gut aufgelegter Schau-
spieler und vieler wirklich sitzender Treffer in Null Komma Nix zur nebensächlichen Kleinigkeit.




Allein schon bei den Pappmaché-Visionen vom Himmel (inklusive lustig durch die Gegend hüpfender Engel !) und den genauso trashigen wie coolen Masken und Kostümen könnte man sich pausenlos wegschmeißen. Der erste Preis
geht natürlich an den glatzköpfigen Satan mit stechendem Blick und verkehrt sitzenden Vampir-Zähnen (die Stephen
King-Verfilmung SALEM'S LOT (USA 1979) lässt grüßen), dicht gefolgt von der "Incredible Hulk"-Mutation im Finale...

Apropos Finale. Als wäre den Film über nicht schon genug passiert, geht es in den letzten zwanzig Minuten noch mal
so richtig rund. Hier ist Fantasy/Horror-Action ohne Pause angesagt. Na klar, ein trashiger Effekt jagt den nächsten,
doch mittlerweile müsste sich herumgesprochen haben, dass es bei Horrorkomödien aus Hong Kong in erster Linie auf
die Ideen und das Tempo ankommt. Und dieser Streifen kassiert in beiden Kategorien die volle Punktzahl !




Was man TO HELL WITH THE DEVIL allerdings ankreiden könnte, ist eine sehr holperige, episodenhafte Struktur, da
der Film des öfteren wie eine bloße Aneinanderreihung von Sketchen wirkt. Außerdem sollen sich Woo und Kollegen
recht großzügig bei der Komödie BEDAZZLED (UK 1967) bedient haben...

Nichts desto trotz mach der Streifen einen riesen Spaß. Wer auf Horrorkomödien wie HAUNTED COP SHOP (1987)
oder MORTUARY BLUES (1990) steht, wird bei TO HELL WITH THE DEVIL definitiv auf seine Kosten kommen ! (ab)

Wertung    



Hong Kong-DVD von Deltamac / Fortune Star. Der Film wird im Originalformat von Lbx 2.35:1 präsentiert, die englischen
UT sind frei anwählbar und liegen komplett im Schwarzen Balken unterhalb des Bildes. Bild- und Tonqualität sind dem
Alter des Films angemessen. Schmutz und Kratzer sind keine Seltenheit, der Ton ist manchmal ein wenig dumpf,
bzw. etwas verrauscht. Nostalgie-Feeling eben... Da der Streifen zuvor überhaupt nicht erhältlich gewesen ist, kann man
mit dieser DVD-Veröffentlichung wohl zufrieden sein.


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