DEAD OR ALIVE 2 :
BIRDS


Deutscher Titel
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Alternativ-Titel
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  Land : Japan   Regie : Takashi Miike
  Jahr : 2000   Produzenten : Yoshihiro Masuda, Makoto Okada & Toshiki Kimura
  Laufzeit : 97 min.   Drehbuch : Masa Nakamura
  Format : 1.85:1   Kamera : Kazu Tanaka
     Schnitt : Yasushi Shimamura

Darsteller
Riki Takeuchi * Sho Aikawa * Kenichi Endo * Edison Chen Koon Hei
Ren Osugi * Norika Aota * Yuichi Minato * Tomoro Taguchi * Shinya Tsukamoto




Profi-Hitman Mizuki (Show Aikawa) soll einen Gangsterboss umlegen, doch ein zweiter Attentäter läuft ihm ins Visier seines Scharfschützengewehrs und schnappt ihm seinen Auftrag vor der Nase weg. Ohne lange zu überlegen kassiert Mizuki fix bei seinen (noch) unwissenden Auftraggebern ab und sucht schleunigst das Weite...

Dabei trifft er auf den ebenfalls flüchtigen Konkurrenten (Riki Takeuchi), der sich als Freund aus alten Waisenhaus-Tagen entpuppt. Die beiden suchen zwei weitere Freunde aus ihrer Kindheit auf, erleben mit ihnen
einige schöne, ruhige Tage und fassen schließlich den Entschluss, ihre Fähigkeiten zugunsten hilfsbedürftiger Kinder einzusetzen. Doch diverse
Yakuza- und Triaden-Clans haben bereits ihre Killer ausgeschickt, um Rache zu üben, bzw. ihr Geld zurück zu holen...






Der selbe Regisseur, die selben zwei Hauptdarsteller, ein ähnliches Postermotiv... und kein inhaltlicher Bezug zu Teil 1. Eine offensichtliche Verbindung zu Takashi Miike's von Kritikern und großen Teilen des Publikums gleichermaßen ge-feierten Gangster-Abgesangs besteht dagegen in einer stark verwandten Grund-Mentalität und einem streckenweise ähn-lich energetischen Inszenierungsstil, bei dem man sich von Beginn an heimisch fühlt.

Wer hier allerdings solche
herausragenden, bombastischen und einfach nur wegplättenden Momente wie die grandiose Eröffnungs-Sequenz oder den berühmten Showdown von DEAD OR ALIVE (1999) erwartet, wird mit der Titel-Fortsetzung höchstwahrscheinlich wenig Freude haben...




Nach einer flotten und locker-humoristischen Einstimmung schaltet Miike ein paar Gänge runter, lässt die Protagonisten in Kindheitserinnerungen eintauchen und erhellt Passagen aus der Vergangenheit der Charaktere. Die Geschichte wird weitestgehend ruhig und auf einigermaßen konventionelle Weise entwickelt, Geschmacklosigkeiten und Blutausbrüche á la FUDOH (1996) oder DEAD OR ALIVE (1999) sucht man vergebens.

Ungefähr zur Halbzeit, also wenn man sich schön an den Stil gewöhnt hat und schon spekuliert, wie's denn wohl weiter-gehen könnte, hebt Miike die Erzählweise plötzlich auf eine andere Ebene. Mit einer Schnittmontage aus obszönem Kindertheater und brutalem Gang-Massaker als Eröffnung zieht er das Tempo an, den beiden Hitmen falten sich Flügel aus dem Rücken und das Ganze wird zunehmend abgehobener, um schließlich den Level der Realität ganz zu verlassen.




Sicherlich steckt hinter vielen Szenen mehr, als reine Abgedrehtheit zum Selbstzweck (was man Miike generell ruhig schon mal unterstellen darf), doch wer ständig darüber brütet und hinter allem den genauen Sinn zu erkennen versucht, wird wohl deutlich weniger Erfolg haben, als derjenige, der die Bilder und Geschehnisse einfach auf sich wirken lässt.

Miike wäre nicht er selbst, wäre nicht auch hier ein Mindestmaß an schockierenden oder zumindest irritierenden Bildern zu finden. Neben dem bereits erwähnten Massaker (große Einschusslöcher, Blutfluss und eine Enthauptung), finden
etwas Nekrophilie, ein WIRKLICH großer Riesendödel (leider zensiert) und Doku-Aufnahmen von afrikanischen Kindern Verwendung, wobei letztere immerhin handlungstechnisch einen Sinn ergeben. Ob man das nun angemessen findet...




Trotzdem werden viele Fans des Erstlings sicherlich enttäuscht sein. Nicht nur, weil bis zur Mitte vieles deutlich ruhiger
angegangen wird und später der Abstand zur konventionellen Verdaulichkeit, die der erste Teil im Grunde ja noch hatte,
immer größer wird, sondern weil während der teilweise sehr strangen Geschehnisse langsam der Bezug zu den beiden Protagonisten verloren geht.
Die Charaktere, die lange Zeit sorgsam aufgebaut und mit Leben gefüllt wurden, werden auf
einmal seltsam fremd und man nimmt mit einer gewissen Distanz an ihrem Schicksal teil
.

DEAD OR ALIVE 2 ist keineswegs uninteressant oder langweilig,
lässt aber ein wenig die Klasse und das Kultpotential seines Vorgängers vermissen. Durchaus einen Blick wert, aber lieber die Erwartungen nicht zu hoch ansetzen.

Wertung    




Die Japan-DVD bietet den japanischen Originaltrack in DD 2.0. Leider keine Spur von engl. UT... Als Extras gibt es ein kurzes Making Of, die Trailer zu D.O.A. 1, D.O.A. 2 und eine Zeichentrick-Promo zu D.O.A. 3.

In naher Zukunft stehen DVD-Veröffentlichungen in Deutschland und England an !


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