THE PRINCESS BLADE

Deutscher Titel
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Alternativ-Titel
Shurayuki Hime (Originaltitel)
 



  Land : Japan   Regie : Shinsuke Sato
  Jahr : 2001   Produzent : Taka Ichise
  Laufzeit : 92 min.   Action : Donnie Yen Ji-Dan
  Format : 1.85:1   Drehbuch : Shinsuke Sato & Kei Kunji
     Mangavorlage : Kazuo Koike & Kazuo Kamimura
     Kamera : Taro Kawazu
     Schnitt : Hirohide Abe
     Musik : Kenji Kawai

Darsteller
Yumiko Shaku * Hideaki Ito * Shiro Sano * Yoichi Numata
Kyusaku Shimada
* Maki Yoko




Nach der Abschaffung eines Königshauses in einem nicht näher definierten Land ziehen die Mitglieder der ehemaligen
Leibgarde im Nachbarstaat als eiskalte Auftragskiller durch die Lande. Yuki (Yumiko Shaku), ein Mitglied der Truppe,
erfährt am Tage ihres zwanzigsten Geburtstages, dass ihre Mutter von ihrem Anführer ermordet wurde und wendet sich
daraufhin von ihren Kammeraden ab.

Diese dulden jedoch keine Verräter und so muss Yuki vor ihren Schwerter schwingenden Ex-Kollegen fliehen, die sie
gerne einen Kopf kürzer machen würden. Auf der Flucht begegnet sie Takashi (Hideaki Ito), der für eine Terroristen-
vereinigung arbeitet, aus der er aus Gewissensgründen aber aussteigen will. Können sich die beiden gegen die schein-
bar unbesiegbare Übermacht behaupten... ?






Für die Action zeigt sich bekanntermaßen Donnie Yen verantwortlich, und das sieht man ! Geboten wird hier so etwas
wie LEGEND OF THE WOLF (HK 1996) meets VERSUS (J 2000), allerdings ohne Splatter. Das gilt sowohl für den
allgemeinen Stil, als auch für das Budget, das nicht großartig höher als bei den beiden fetzigen Actionstreifen gewesen
sein dürfte. Zur Eröffnung werden Leute mit einer schweren Kette über Autos geprügelt, es kommt zu rasanten Schwert-
kämpfen, wuchtige Martial Arts-Fights werden ausgetragen und ein paar Ballereien dürfen natürlich auch nicht fehlen.




Die Story ist zwar etwas dünn ausgefallen, doch für ein kurzweiliges Actiondrama ist das ganze noch akzeptabel. Es
kommt sogar zu ein paar tragischen Ereignissen und hier und da ist ein netter Versuch um die Entwicklung von
Charaktertiefe auszumachen. Alles und jeder wird durchgängig ernst behandelt, was an sich ja auch schon mal gut ist.

Dass der Film dennoch recht kalt und trotz einiger Bemühungen um das Gegenteil fast gefühllos wirkt, liegt wohl zum
einen an den Schauspielern, die sich mit ihren Leistungen irgendwo zwischen "OK" bis "Na ja" einordnen. Besonders
deutlich wird dies, wenn es zwischen den Actionsequenzen (so ab der Mitte) mal etwas länger dauert. Weiterhin trägt
dann auch noch das bewusst minimalistisch gehaltene Set-Design zur sinkenden Teilnahme an der Geschichte und
am Schicksal der Protagonisten bei. Was wirklich schade ist, denn die Sets und die kühl durchgestylten Bilder haben
durchaus ihren Reiz. Nur so richtig funktionieren will das ganze leider nicht.




Die Action und die allgemeine formale Gestaltung lassen THE PRINCESS BLADE insgesamt gesehen dann aber doch
wieder interessant werden. Der erste Hammer ist schon gleich zu Anfang die gewaltige Intro-Musik (Anlage aufdrehen)
von Kenji Kawai (GHOST IN THE SHELL (J 1995), AVALON (J 2000)...) mit coolen, "brennenden" Opening-Credits !
Machen aber leider Appetit auf mehr, als der darauf folgende Film bietet. Doch wer hier ohne zu große Erwartungen ran-
geht, mag das alles vielleicht gar nicht so schlimm sehen.

Regisseur Shinsuke Sato war übrigens auch da, als der Film in Frankfurt auf dem "Nippon Connection" Festival gezeigt
wurde. Macht einen netten Eindruck, scheint aber kein echter Action-"Fan" zu sein. Auf die Frage, wie denn die Arbeit
mit Donnie Yen als Actionchoreograph verlaufen sei, hab ich geradezu die Antwort "Keine Ahnung, für die Action war die
2nd Unit verantwortlich" erwartet. Dass "good old" Donnie ein Wunsch der Produzenten gewesen sei, sagt schon eini-
ges. Die Macher von VERSUS (J 2000) schienen mir jedenfalls deutlich enthusiastischer hinter ihrem Projekt zu stehen.




Ach ja, ich kann mir bei bestem Willen nicht vorstellen, dass die Parallelen zu der Mangavorlage "Shurayuki Hime" (aus
der Feder von
Kazuo Kamimura und "Lone Wolf And Cub"-Schreiber Kazuo Koike) besonders stark ausfallen. Mit den
beiden Samurai-Streifen LADY SNOWBLOOD : GRUDGE LOVE SONG (J 1973) und LADY SNOWBLOOD 2 : LOVE
SONG OF VENGEANCE (J 1974), die auf der selben Vorlage beruhen, hat THE PRINCESS BLADE auf jeden Fall nicht
sonderlich viel gemeinsam. (ab)

Wertung    




Die Japan-DVD hat keine englischen UT, darum kürzen wir das ganze mal etwas ab und springen gleich weiter zur...

GB-DVD von Tartan, erschienen unter ihrem "Asia Extreme"-Sublabel. Die Disc besitzt ein sehr sauberes, scharfes Bild
in Lbx 1.85:1 (leider nicht anamorph). Immerhin liegen die beiden englischen UT-Zeilen 16:9 TV-gerecht im Bild ! Der
japanische Originalton kommt als fetter, basslastiger Dolby Surround-Sound daher. Schon OK, obwohl man bei diesem
Film Dolby Digital oder DTS hätte erwarten dürfen... Extras : Der japanische Kinotrailer und einige Textinfos, die deutlich
umfangreicher und informativer sind, als man es von ähnlichen Texten gewohnt ist.


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