The Zero Hour

zero_pack
The Zero Hour

Original: La Hora Cero
Venezuela 2010
101 Minuten, 1,85:1
Regie: Diego Velasco
Buch: Diego Velasco, Carolina Paiz
Kamera: Luis Otero
Musik: Freddy Sheinfeld, Gabriel Velasco

Darsteller: Zapata 666, Amanda Key, Erich Wildpret, Laureano Olivares, Marisa Román, Albi De Abreu, Alejandro Furth, Steve Wilcox


Venezuela. Parca (Zapata 666) ist ein knallharter Auftragskiller. Während eines Auftrags begegnet er seiner hochschwangeren Jugendliebe Ladydi (Amanda Key) – und die wurde auch noch angeschossen. Kurzentschlossen schnappt er sich die junge Frau, um sie von einem Arzt behandeln zu lassen. Doch zu allem Überfluss befindet sich das Land gerade in einem großen Ärztestreik und im nächstgelegenen staatlichen Krankenhaus ist man nicht in der Lage, die schwerverletzte Frau medizinisch zu versorgen. Zusammen mit seiner schwerbewaffneten Gang stürmt Parca daraufhin eine noble Privatklinik und nimmt Patienten und Ärzte als Geiseln, um Ladydis und das Leben ihres Kindes zu retten. Um seine Interessen durchzusetzen ist ihm jedes Mittel Recht: Parca arbeitet mit der Presse zusammen und inszeniert sich als eine Art Robin Hood, indem er allen Mitmenschen ärztliche Versorgung zusagt. Mit einer Pistole am Schädel vergessen die Ärzte sehr schnell, dass sie sich gerade im Streik befinden. Währenddessen soll ein Sondereinsatzkommando der Polizei die Lage unter Kontrolle bringen. Mit einem Austausch von Geiseln sollen heimlich bewaffnete Polizisten eingeschleust werden.

Als einer der erfolgreichsten Filme Venezuelas punktet Diego Velascos Spielfilm-Regiedebüt mit einer Prise Exotenbonus. Von Beginn an wird klar, dass man es hier nicht mit einem typischen Direct-to-Video-Klopper zu tun hat, sondern ein Filmemacher mit Anspruch am Werke ist. Leider ist genau das auch das Problem des Films: Velasco will einfach zu viel. Die Handlung springt munter zwischen Action-Thriller, Ghetto-Film und Krankenhaus-Melodrama, und weckt Erinnerungen an JOHN Q (2002) mit Denzel Washington. Leider fehlt THE ZERO HOUR aber eine die Hauptfigur, die ähnlich facettenreich dargestellt wird. Der Hip-Hop-Künstler Zapata 666 gibt sich hier jede Mühe den Film zu tragen, seine Figur jedoch stößt durch die immer wieder aufkommenden Gewaltausbrüche mehr ab, als dass sie zum Mitfiebern einlädt. Auch fehlen dem Film ein paar interessante Plot-Twists, die die Laufzeit von 101 Minuten versüßen. Lediglich das Finale bietet noch eine kleine Überraschung. Schade, denn gerade der Anfang macht Richtig Laune und die Optik erinnert bisweilen an CITY OF GOD (2002). Vielleicht ist ja der nächste Film von Diego Velasco etwas besser ausbalanciert, ich würde es ihm zutrauen.

Die Blu-ray Disc von Senator Home Entertainment gibt den Film in ordentlicher technischer Qualität wieder. Das Bild ist scharf und bringt den Film mit überzeugenden Farbwerten auf die Mattscheibe. Lediglich bei einigen Actionszenen zeigen sich Unschärfen, was aber wohl durch die Zeitraffer-Effekte der Post-Production bedingt sein dürfte und keinen Fehler der Disc darstellt. Der Ton liegt in Deutsch und Spanisch vor, jedoch gibt es leider keine Untertitel. Man muss also schon des lateinamerikanischen Spanisch mächtig sein, um dem Geschehen im O-Ton folgen zu können, da viele Slang-Ausdrücke verwendet werden. Die Synchro gibt sich redlich Mühe, den Ghetto-Slang entsprechend rüberzubringen, klingt aber reichlich steril und liegt topfig auf. Wirklich schade, dass es keine Untertitel zum Film gibt. In Sachen Extras herrscht leider ebenfalls Fehlanzeige.

Zero_Hour_Packshot_BD_3D_rgb

Wer sich ein eigenes Bild machen möchte, hat bei TLS die Gelegenheit: In Zusammenarbeit mit Senator Home Entertainment verlosen wir 2 Blu-ray Discs von „The Zero Hour“. Die Gewinnfrage: Wie lautet der Name des Schauspielers, der als John Quincy Archibald durch eine Geiselnahme im Krankenhaus die Operation seines herzkranken Sohns erzwingen will? Antwort bis zum 25.07. per Mail an: gewinnspiel[AT]thelongestsite.de
Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.

The Raid – ab 12.07. im Kino (UNCUT / R-Rated)

dvm001181d_smallEin bisschen Werbung: Es klingt alles ganz einfach: Als neues Mitglied eines verdeckt operierenden Sondereinsatzkommandos soll Rama einen brutalen Drogenbaron in dessen heruntergekommenen fünfzehnstöckigen Apartmentblock stellen und dingfest machen. Aber nicht alles ist so, wie es scheint: Die Führung der Eliteeinheit verfolgt anscheinend ihre eigenen Ziele mit dem Einsatz, während der Kopf des Kartells, Tama (Ray Sahepaty), offenbar längst auf die Angreifer gewartet hat. Als seine vorgewarnten Wachen die Operation gleich zu Beginn auffliegen lassen, bricht in dem Gebäude die Hölle los.
Ein Apartmentblock, unzählige Gangster, ein Haufen zunehmend dezimierter Elitecops und Shootingstar Iko Uwais als Mensch gewordene tödliche Waffe, die zum packenden Score von „Linkin Park“-Frontmann Mike Shinoda die Grenzen von Physik und Schmerzempfindlichkeit aus den Angeln zu heben scheint: Das kommt dabei heraus, wenn man das knüppelharte US-Actionkino der 80er-Jahre, die gefeierte Ballistikchoreografie eines John Woo und die Martial-Arts-Artistik eines Tony Jaa („Ong Bak“) kombiniert. Ein Film, der schon jetzt als eines der großen Actionmeisterwerke der Filmgeschichte gilt und auf zahlreichen Festivals gefeiert wurde: THE RAID. Der walisische Regisseur Gareth Evans hat mit Iko Uwais den nächsten großen asiatischen Actionstar und
einen ebenbürtigen Nachfolger für die Garde um Jet Li, Tony Jaa und Co. gefunden. Evans, der mit Uwais bereits bei MERANTAU – Meister des Silat zusammengearbeitet hat, ist mit THE RAID ein ernstzunehmender Anschlag auf die menschliche Wahrnehmung gelungen. Eine Glanzleistung, die die „Expendables“ trotz fortgeschrittenen Alters der Akteure wie einen Kindergarten wirken lässt. Das von Kameramann Matt Flannery virtuos in Szene gesetzte Ergebnis gilt schon jetzt als „bester Actionfilm seit Jahrzehnten“ (Twitchfilm).

Der Action-Hammer aus Indonesien startet am 12.07. bei Koch Media / Constantin Film – und das sogar ungeschnitten (FSK: KJ)! Später wird sicherlich noch die Unrated-Fassung, die in den USA bereits angekündigt ist, auf DVD/Blu-ray nachgeschoben. Bis dahin, ab ins Kino, damit asiatische Filme, vor allem Actionfilme, endlich mal wieder Aufmerksamkeit bekommen. Viel Spaß! Hier noch der dt. Trailer:

Bizarre Cinema – März Programm 2012

Lieber Mathias Döpfner, Christian Hellmann, Mitglieder der „Hörzu“-Redaktion, Bonzen des Axel Springer Verlags und Fans der Goldenen Kamera in aller Welt,

danke!

Danke für einen weiteren schönen Abend voller Tränen, Emotionen und bewegender Momente. Und dafür, dass mit Mario Adorf endlich einer der wahren Giganten des deutschen Kinos für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Zwar nur in der Sparte „national“, aber wer kann von der Jury schon erwarten, dass sie neben dem „Großen Bellheim“ all die italienischen Polizeifilme der 70er gesehen hat, in denen Mario Adorf wirklich groß ist. Bizarre Cinema erklärt den März zum Monat der Goldenen Kamera und zeigt neben dem ultimativen Adorf-Klassiker drei weitere Gewinner-Filme.

Alle Filmen laufen im Metropolis Kino Hamburg.

Spezialpreis der metallverarbeitenden Industrie:
Sonntag, 4. März, 14.30 Uhr: ROBOT JOX
USA 1990, R: Stuart Gordon, 85 min., DF, mit Gary Graham, Anne-Marie Johnson, Paul Koslo
Nach der Apokalypse konkurrieren Ost und West um die Bodenschätze in Alaska. Doch die Supermächte lassen ihre Konflikte mittlerweile von bemannten riesigen Kampfrobotern austragen. Lange vor „Transformers“ schickt Gordon in diesem fast vergessenen Kinder-Erwachsenenfilm-Hybrid hier Mechas und deren Jockeys („Jox“) in Stop-Motion-Kämpfe, die SF-Freunde jeden Alters erfreuen dürften. „Die Schlacht der Stahlgiganten“ ist laut, grell und trash as trash can. Politische Subtexte und Bezüge zu antiker Mythologie auf Wunsch inklusive.
Text & Einführung: Jan Minck

1. Preis „Bestes Genre-, Ideen- und Szenen-Recycling“:
Sonntag 11. März, 14.30 Uhr: ATLANTIS DER VERLORENE KONTINENT
USA 1961 R: George Pal, mit: Anthony Hall, Joyce Taylor, John Dall

atlantis„Die letzten Tage von Pompeji“ gekreuzt mit „Die Insel des Dr. Moreau“, so in etwa sieht der Film aus, den der legendäre Regisseur und Produzent George Pal („Krieg der Welten“, 1954) gleich nach seinem Oscar-Gewinner „Die Zeitmaschine“ (1960) drehte und der von Kritikern gehasst wird. Der Plot: Ein Fischerjunge der griechischen Antike rettet die Prinzessin von Atlantis, wird dort zum Dank aber nur versklavt und muss in der Arena gegen Feuer, Wasser und einen Oger kämpfen, ehe er selbst zum Tiermenschen transformiert werden soll. Ein schräger Schurke (John Dall, 1949 mit „Gun Crazy“ zur Noir-Ikone geworden) und sein böser Magier setzen dem Eiland so zu, dass schließlich der Vulkan eruptiert und die ganze verderbte Hochkultur ins Meer rauscht – wobei einige Katastrophenszenen aus „Quo Vadis“ (1951) recycelt wurden … U-Boote, die wie Walfische aussehen, perverse Experimente im Folterkeller, Sklavenaufstände, Todesstrahlen aus dem Riesenkristall und ein wunderschönes, handgemachtes Zertrümmerungsfinale: Ein wahrer Funkelstein des monumentalen Trashkinos!
Text & Einführung: Peter Clasen

Terres-des-Hommes-Spezialpreis für Toleranz und Völkerverständigung:
Sonntag, 18. März, 14.30 Uhr: THE HILLS HAVE EYES
USA 1977, R: Wes Craven, 89 Min., Englische OV, mit John Steadman, Janus Blythe, Peter Locke, Dee Wallace

TheHillsHaveEyes_Poster_spanishEine typisch amerikanische Familie ist auf dem Weg in den Sommerurlaub nach Kalifornien. Ein kleiner Abstecher in die Mojave-Wüste hat jedoch fatale Folgen: Wegen einer Autopanne sitzt man plötzlich in einer menschenleeren Gegend fest, die von der Air Force als Testgelände für nukleare Waffen genutzt wird. Über Funk ist niemand zu erreichen, und so machen sich Vater Bob und Schweigersohn Doug auf die Suche nach Hilfe, während Mutter und Kinder im Wohnwagen warten. Die sind – im wahrsten Sinne des Wortes – ein gefundenes Fressen für eine degenerierte Familie, die in den nahe gelegenen Bergen haust.

– Rape’n’Revenge-Klassiker von Horror-Altmeister Wes Craven. „We’re gonna be french fries! Human french fries.“

Text & Einführung: Jochen Oppermann

Mario Adorf!
Sonntag, 25. März, 14.30 Uhr: MILANO KALIBER 9
Italien 1971, R: Fernando di Leo, 88 Min., 35mm, DF, mit: Gastone Moschin, Mario Adorf, Barbara Bouchet, Phillippe Leroy, Lionel Stander, Frank Wolff

caliber_9

Endlich gibt es vom unangefochtenen Meisterwerk des italienischen Rasanzkinos der 70er eine verfügbare Filmkopie, gesegnet seien die Archivare. Ugo Piazza (Gastone Moschin), einst Handlanger des „Amerikaners“, eines Mailänder Mafiabosses, kommt aus dem Gefängnis frei und wird prompt von ehemaligen Kollegen aus der Gewaltbranche abgepasst, die mit ihm den Verbleib von 300.000 Dollar klären sollen. Da ihm nicht geglaubt wird, mit dem Verschwinden des Geldes nichts zu tun zu haben, hat er fortan die Mobster regelmäßig zu Besuch. Vorneweg Rocco (Mario Adorf), eine unberechenbare Mischung aus ölig gegelter Eitelkeit und ungebremster, körperlicher Gewalt. Zudem muss Ugo noch die Erniedrigungen eines reaktionären Polizeikommissars ertragen, bei dem er milano3sich in seiner Bewährungsphase zu melden hat. Ein rasanter und schöner Film mit einer grandiosen Besetzung, der zwischen Lakonie und Gewaltausbrüchen in bester Tradition des Film Noir eine pessimistische Geschichte erzählt. Oder, wie ihn der damalige Verleih bewarb: ein moderner Gangster-Thriller, knochenhart und höllisch heiß.
Text & Einführung: Thorsten Wagner

Auf bald im Metropolis.
euer BC-Team

UPDATE:

Bizarre Cinema – Beruf: Stuntmanstuntman3

Ihr Gewerbe ist so alt wie das Kino selbst. Sie springen von Dächern, aus fahrenden Autos und durch Glaswände. Ohne sie bestünden Filme nur aus Kaffeekränzchen und Butterfahrten. Ihr Lohn ist scheiße. Ihren Namen kennt niemand. Sie sind einfach die geilsten. „Lieber zehn Minuten Angst als einen Monat arbeiten.“ (Arnim Dahl) Bizarre Cinema feiert einen Abend lang die stuntwahren Helden der Leinwand und kommentiert Karambolagen und Knochenbrüche. Unter anderem mit: Buster Keaton, Dar Robinson, Cüneyt Arkin, Jackie Chan

Samstag, 24. März, 20:00 Uhr, B-Movie

Bizarre Cinema – Der lange Tod des Stuntman Cameron
USA, 1980, 129 min, 35mm, DF

Regie: Richard Rush
Darsteller: Peter O’Toole, Steve Railsback, Barbara Hershey

stuntman2Ein Vietnamveteran gerät auf der Flucht vor der Polizei auf das Filmset eines Kriegsfilms. Damit er sich dort verstecken kann, übernimmt er den Job eines verstorbenen Stuntman und gerät in die Fänge des größenwahnsinnigen Regisseurs, der die Kunst über das Leben stellt. Oder ist alles ganz anders? Ode an den Stuntman, surreale Actionkomödie, postmoderner Paranoia-Thriller: Bizarre Entertainment vom Feinsten.

Samstag, 24. März, 22:30 Uhr

Panik im Tokio-Express

Liebe Freunde,

während im Fernsehen die Bilder der realen Katastrophe in einer Endlosschleife laufen, verschwinden die Bilder von fiktionalen Katastrophen aus allen Kanälen. Das ZDF ersetzt Jerry Lewis’ „The Nutty Professor“ durch den TV-Film „Die Heilerin“, in der Schweiz werden alle „Simpsons“-Folgen abgesetzt, in denen Homer bei der Arbeit im AKW zu sehen ist, und statt seines neuen Hörspiels „Green Frankenstein“ (http://joergbuttgereit.com/deutsch/hoerspiele/green-frankenstein/) läuft heute um 23.05 Uhr auf WDR3 Jörg Buttgereits Klassiker „Der kleine Drache“. Darf Bizarre Cinema also einen Film namens „Panik im Tokio-Express“ zeigen? Wir dürfen und müssen. Weil das Leben eben nicht die Kunst nachahmt und die Kunst auch nicht das Leben. Es sind verschiedene Sphären, die manchmal verdammt ähnliche Bilder hervorbringen. Über diese Ähnlichkeiten, aber auch über die großen Unterschiede sollte man sprechen – und man sollte gesehen haben, worüber man spricht.

Deshalb, aber auch weil wir mit euch noch einen letzten gemeinsamen Sonntagnachmittag im B-Movie verbringen wollen, zeigen wir am 10. April um 15.30 Uhr den im März ausgefallenen Film „Panik im Tokio-Express“.

So, 10.4., 15.30 Uhr: PANIK IM TOKIO-EXPRESS
Japan 1975, 94 Min., 35mm, DF, Regie: Junya Sato; Darsteller: Ken Takakura, Sonny Chiba
Sinkt die Geschwindigkeit unter 80 Stundenkilometer, explodiert die Bombe … Nein, das ist nicht „Speed“ mit Keanu Reeves und Sandra Bullock, sondern „Panik im Tokio-Express“ mit Ken Takakura (der japanische Clint Eastwood) und Kultstar Sonny Chiba. Ein heute vergessener Genreklassiker, wenn man mal davon absieht, dass Hollywood die Grundidee zwanzig Jahre später recycelte. Der Plot: Ein Gangstertrio erpresst die Bahn um fünf Millionen Dollar und schickt dafür eine Bombe auf Reisen. Kritiker warnten davor, der Film könne echten Gangstern als Anleitung dienen – doch DIESE Katastrophe trat nie ein: Die japanische Bahn wurde nie um eine Million Dollar erpresst, kein Passagierzug wurde ohne Stopp und Bremse über die Gleise gejagt, kein Frachtzug in die Luft gedonnert… Freut euch auf ein dramatisches Krimiabenteuer im echten 35mm-Kinoformat und superbreiten Toeiscope – nicht im 152-Minuten-Original, auch nicht im internationalen 115-Minuten-Cut, sondern in der treudeutschen 94-Minuten-Fassung!
Text und Einführung: Peter Clasen

Freier Eintritt für alle! Bringt also eure Freunde, Tanten und Onkels mit, damit die Hütte noch mal richtig voll wird.

Was danach aus Bizarre Cinema wird, ist noch ungewiss, die Weichen werden gerade gestellt. Das Team von Bizarre Cinema bedankt sich beim B-Movie dafür, dass wir ihre Gäste sein durften, und wünscht allen Zuschauern, dass sie uns auch am neuen Ort oder zur neuen Zeit die Treue halten werden.

Wir kommen wieder!

Euer Team von Bizarre Cinema

Mulan – Gewinnspiel

Mulan – Blu-ray Disc gewinnen!

Mulan_bd_artwork_3dTapferkeit, Mut und bedingungslose Liebe sind die Zutaten für den actionreichen Abenteuerfilm MULAN – LEGENDE EINER KRIEGERIN. Die Geschichte der Hua Mulan ist eine der bekanntesten chinesischen Volkserzählungen und ist nun erstmalig als aufwändige Realverfilmung zu sehen. Pandastorm Pictures hat das bildgewaltige Historien-Epos seit dem 6. September 2010 auf DVD und Blu-ray Disc in die Videotheken und seit dem 28. September 2010 auch in den Handel gebracht.

Zum DVD- und Blu-ray-Start des neuen Kriegsepos MULAN von Jingle Ma verlosen wir in Kooperation mit Pandastorm Pictures gleich 3x die MULAN Blu-ray Disc.

Folgende Frage müsst ihr beantworten: Wir suchen den Titel  eines bestimmten Films mit Jackie Chan, bei dem Jingle Ma als Chefkameramann agierte. Tipp: Dieser Film sollte Jackie in den USA und auch in Europa zum lange überfälligen Durchbruch verhelfen.

Schreibt eure Antwort in einer E-Mail an: mulan[at]thelongestsite.de (@-Zeichen einsetzen)

Einsendeschluss ist der 24.10.2010

Viel Glück & herzlichen Dank an Pandastorm Pictures für das Bereitstellen der Preise!

(Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.)

Hier der deutsche Trailer als Vorgeschmack:

offizielle deutsche Filmwebseite:
http://www.pandastorm.com/detail/mulan-legende-einer-kriegerin/5790.htm?v=standard

jetzt Mulan – Legende einer Kriegerin (BD) bei amazon.de bestellen…

jetzt Mulan – Legende einer Kriegerin (DVD) bei amazon.de bestellen…

Bizarre Cinema – Saison 2010

Schaurig, schmierig, schwungvoll: Bizarre Cinema geht in die nächste Saison! Ab dem 17. Oktober erwarten euch jeden Sonntagnachmittag im B-Movie wieder Werke aus dem vergessenen Satz der Filmgeschichte. Unablässig auf der Suche nach Theorieansätzen zu einer Ästhetik des Trashkinos, erweitern wir erneut das Spektrum an Material, um etablierte Vorstellungen von Genre und Geschmack zu demontieren. Fuck Digital!

Sonntag, 17. Oktober, 15.30 Uhr: DON’T ANSWER THE PHONE!

phone
USA 1980, 94 Min., 35 mm, OF, Regie: Robert Hammer, mit Nicolas Worth, Flo Gerris
Ein psychisch völlig defekter Vietnam-Veteran mutiert in L.A. zum Serienmörder. So viel zur Story. Durch die unglaubliche Performance von Nicolas Worth wird daraus so etwas wie „Taxi Driver“ in speckig. Das meinen die Amerikaner mit “sleazy“: dreckig, unkorrekt und voller Brüche. So wird das Betrachten zur Herausforderung. Don’t watch this movie! (Leonard Maltin: Movie Guide)
Text & Einführung: Jan Minck

Sonntag, 24. Oktober, 15.30 Uhr: LESLIE ABIGAIL – ICH WILL IMMER
immer1
USA 1975, 100 Min., 35mm, DF, Regie: Joseph W. Sarno, mit Rebecca Brooke, Jennifer Jordan, Eric Edwards, Jamie Gillis
Leslie Abigail ist in ihrem Heimatort als Flittchen bekannt. Als die verheiratete Priscilla erfährt, dass Abigail wieder heimkehrt, ist sie schwer erschüttert. Schließlich hatte Abigail eine Affäre mit ihrem Mann. Kaum ist sie wieder da, verfallen Frauen und Maenner ihrer erotischen Ausstrahlung. Ein Klassiker aus den 70ern – The Bad Girl Who Was REAL Good…
Text & Einführung: Torsten Cornils

Sonntag, 31. Oktober, 15.30 Uhr: DER MENSCHENFRESSER
mane1
Italien 1980, 35 mm, DF, Regie: Joe T’Omato, Darsteller: Schorsch Ostmann, Fisa Tarrow, Vaverio Sallone, Gerena Srandi
30 Jahre nach seiner Erstaufführung präsentiert www.deliria-italiano.de diesen italienischen Horrorklassiker innerhalb der Bizarre-Cinema-Reihe im B-Movie. Noch immer ist er so entsetzlich, dass Sie ihn in Ihrem ganzen Leben nicht vergessen werden. Und noch immer muss Herzkranken, Kreislaufschwachen, Magenkranken, Schwangeren, Personen, die unter Schlaflosigkeit leiden und Jugendlichen unter 18 Jahren vom Besuch dieses Films abgeraten werden. Herzlich willkommen hingegen sind Abtreibungsbefürworter, Griechenland-Urlauber und Leute, die ihren „falschen Hasen“ auch gern mal roh verspeisen. Wir wünschen guten Appetit!
Text & Einführung: Deliria Italiano

Sonntag, 7. November, 15.30 Uhr: THE BRUTE MAN

USA 1946, 57 Min, OF, 16mm s/w, Regie: Jean Yarbrough, mit Rondo Hatton, Tom Neal, Jan Wiley, Jane Adams
Früher war die Welt schwarz/weiß und grausam. Voller Stolz wurden in den 40er Jahren Rondo Hattons Filme mit dem Slogan beworben: „Universals erstes Monster ohne Maske“, bevor er sich dann 1946 aus dem Leben verabschiedete. Sein hier vorgestellter, letzter Film ist ein unglaublicher Horror-Thriller im Format von Tod Brownings „Freaks“, der es leider nie nach Europa in die Kinos geschafft hat. Selten wurde einem die Herzlosigkeit der Filmindustrie so bewusst wie hier.
Einführung: Andreas Schiefler von www.VintageMoviePosters.de

Sonntag, 14. November, 15.30 Uhr: DIE RACHE DER TAUSEND KATZEN

Mexiko 1972, 83 Min, DF, 35mm, Regie: René Cardona, mit Anjanette Comer, Hugo Stiglitz, Zulma Fayad
Millionär Hugo teilt sein Hobby mit vielen Playboys: Er sammelt junge Frauen. Die Methode, wie er sich ihrer entledigt, gehört allerdings nicht zum Standard. Sein Schloss in Acapulco beherbergt noch eine ganz andere Garnitur Miezen, und die lösen auch ohne Katzenhaarallergie Entsetzen aus.
Text & Einführung: Lillian

Sonntag, 21. November, 15.30 Uhr: DER KILLER VON WIEN
Italien/Spanien 1970, 98 Min., DF, 35mm, Regie: Sergio Martino, mit George Hilton, Edwige Fenech.
Die sich in ihrer Ehe vernachlässigt fühlende Julie beginnt eine Affäre mit dem Beau George. Kurz darauf wird sie erpresst und ihre Freundin Carol wird von einem maskierten Mann mit einem Rasiermesser getötet. Ist Julies sadistischer Ex-Lover Jean der Frauenmörder von Wien? Sergio Martinos erster Giallo zählt zum Besten, was das Genre zu bieten hat. Ein erotischer Thriller, der durchgehend fesselt!
Text & Einführung: Mike Schimana

Sonntag, 28. November, 15.30 Uhr: HELL’S ANGELS ON WHEELS
USA 1967, 95 Min., OF, 35 mm, Regie: Richard Rush, mit Jack Nicolson, Sabrina Scharf
Einer der besseren Biker-Filme aus den 60er Jahren. Jack Nicholson ist darin als Tankwart mit dem wunderschönen Namen Poet zu sehen, der sich den Hell’s Angels auf einem Trip quer durch die Staaten anschließt. Ärger gibt’s, als sich Poet an das Girl von Head Angel Adam Roarke ranmacht. Regie führte Kult-Regisseur Richard Rush („Psych-Out“), die Kamera bewegte niemand Geringerer als Laszlo Kovacs, der später für „Easy Rider“, aber auch für so’n Unsinn wie „Miss Undercover“ verantwortlich zeichnete.
Text & Einführung: Michael Ranze

Japan Filmfest Hamburg 2010

JFFH 2010 - Plakat

Vom 26. bis 30. Mai 2010 präsentiert das Japan Filmfest Hamburg (JFFH) bereits zum 11. Mal aktuelle Filmhighlights aus der japanischen Filmlandschaft. In diesem Jahr wird der 100. Geburtstag von Akira Kurosawa mit drei Meilensteinen der Kinogeschichte gefeiert: „Rashomon“, „Die Sieben Samurai“ und „Yojimbo – Der Leibwächter“. Auch der Eröffnungsfilm „Tajomaru“ ist eine Neu-Interpretation eines Kurosawa-Stoffes und erzählt von der abenteuerlichen Reise eines Samurai. Weitere Highlights sind der preisgekrönte Science-Fiction-Anime „Summer Wars“, das bildgewaltige Fantasy-Epos „The Legend of Goemon“ und der atmosphärische Schwertkampf-Film „The Blood of Rebirth“. Viel zu lachen gibt es bei „Crime or Punisment?!“, Trash- und Horror-Fans kommen bei den völlig abgedrehten Robo Geisha“ und Vampire Girl vs. Frankenstein Girl“ auf ihre Kosten. Ein besonderer Schwerpunkt sind zahlreiche herausragende Werke von Nachwuchsfilmemachern aus Hamburgs Partnerstadt Osaka, die durch die langjährige Kooperation mit der „Osaka University of Arts“ exklusiv gezeigt werden. Insgesamt flimmern rund 40 Filme aller Genres über Hamburgs Leinwände.
Begleitet wird das Festival durch ein buntes Rahmenprogramm inkl. Filmfrühstück, Festival-Lounge und Filmfest-Partys. Es gibt viel zu entdecken! Das detaillierte Programm inklusive Timetable ist unter www.jffh.de einzusehen und liegt in den teilnehmenden Kinos aus.

11. Japan Filmfest Hamburg
26. – 30.05.2010 | Metropolis Kino – 3001-Kino – B-Movie | www.jffh.de

Hier der Trailer zum Eröffnungsfilm TAJOMARU:

Bizarre Cinema – April Programm

Der Winter ist noch lange nicht vorbei. Gott sei Dank. Bizarre Cinema macht erstmals auch im April volles Programm. Schlangen, Söldner, Sadisten, Satanisten und sizilianische Soziopathen suchen im nächsten Monat die Leinwand des B-Movie heim, wie immer präsentiert von handverlesenen Spezialisten des obskuren Films. Im Mai wird dann von den wöchentlichen Sonntagnachmittagsvorstellungen auf monatliche Spätvorstellungen umgestellt – Sommerloch ade! Es wird Double Features zu speziellen Themen geben und auch den einen oder anderen Gast, die Planungen laufen auf Hochtouren. Alles Weitere demnächst hier.


Sonntag, 4. April, 15.30 Uhr: Stanley
USA 1972, 91 Min., 35 mm, DF, Regie: William Grefe, Darsteller: Chris Robinson, Alex Rocco
Der Halbindianer und Vietnamveteran Tim lebt zurückgezogen mit seinen Schlangen in den sumpfigen Everglades. Als seine Lieblinge Stanley und Hazel Nachwuchs bekommen, scheint das Familienleben perfekt. Gäbe es nicht jene Mitmenschen, die allen Respekt ihm und seiner Ersatzfamilie gegenüber mit Füßen treten. Im Strudel von Schlangenmissbrauch und Menschenhass wird soviel abstruser Wahnwitz entwickelt, dass meist nur wenig Zeit bleibt, sich zwischen Sprachlosigkeit, Kopfschütteln und Lachkrampf zu entscheiden. Mental kann Tierhorror kaum befreiender sein.
Text & Einführung: Thorsten Wagner


Sonntag, 11. April, 15.30 Uhr: Söldner kennen keine Gnade (Dangerous Encounter – 1st Kind)
Hongkong 1980, 86 Min., 35 mm, DF, Regie: Tsui Hark, Darsteller: Lo Lieh, Lin Chen-Chi, Albert Au, Bruce Baron, Tsui Hark
Tsui Harks nihilistischer dritter Teil der „Trilogie des Chaos“ sorgte für Entsetzen beim Publikum – der groteske Schocker wurde nach seiner Premiere in Hongkong sofort verboten! Wir haben ihn wieder aus den Archiven geborgen. Teenager Paul und zwei Schulfreunde fahren bei einer heimlichen Spritztour in Vaters Auto einen Fußgänger zu Tode. Ein Mädchen, das den Begriff „Psychopathin“ neu definiert, wird Augenzeugin des Unfalls und erpresst die Jungs zur Teilnahme an einem Überfall. Richtig brenzlig wird es, als dem Quartett zufällig ein Koffer voller Geldwäscher-Schecks in die Hände fällt. Nun werden sie von Triaden und amerikanischen Waffenschiebern bis aufs Blut gejagt – und SÖLDNER KENNEN KEINE GNADE (dt. Titel)! Die hysterische Vision eines urbanen Dschungels voller Gewalt, die Erinnerungen an A Clockwork Orange weckt und in einem Showdown à la Sam Peckinpah eskaliert. Achtung: Dieses Meisterwerk des Hongkong New Wave Cinema ist nichts für schwache Nerven!
Text & Einführung: Jochen Oppermann


Sonntag, 18. April, 15.30 Uhr: Die Sadisten des Satans (Satan’s Sadists)
USA 1969, 88 Min., 35 mm, DF, Regie: Al Adamson, Darsteller: Russ Tamblyn, Regina Carrol, Gary Kent, Jackie Taylor
Schon der Titel ist ja unbezahlbar, und die Werbung legte 1969 noch einen drauf: „Human garbage – in the sickest love parties!“, um dann „Motorcycle Maniacs“, „Fantastic Fights“ und Regina Carrol als „The Freak-out Girl“ zu versprechen. Wie dem auch sei: Russ Tamblyn, der Riff aus West Side Story, spielt hier einen verrückten Biker, der mit seiner Gang mordend und vergewaltigend durch den Südwesten der USA brummt. Nichtsahnenden College Girls LSD in den Kaffee zu tun – das ist nicht nett. Aber ein Vietnamveteran zeigt den Bösewichtern, was er im Krieg gelernt hat. Al Adamson – der bei Bizarre Cinema ja schon mit The Female Bunch vertreten war – führte Regie. Ob das ein Versprechen ist?
Text & Einführung: Michael Ranze


Sonntag, 25. April, 15.30 Uhr: Der Teufel führt Regie
Italien 1973, 95 Min., 35 mm, DF, Regie: Fernando Di Leo, Darsteller: Henry Silva, Richard Conte, Gianni Garko
Der Teufel führt Regie ist nicht nur das Motto der Bizarre-Cinema-Reihe, sondern auch ein Paradebeispiel des italienischen Poliziotti-Films der 70er Jahre. Regisseur Fernando Di Leo hat mit diesem Werk eine knallharte Granate abgefeuert, die nicht nur Quentin Tarantino zutiefst beeindruckt hat. Auftragskiller Lanzetta löst mit der Exekution von einigen Mafiosi in einem Pornokino in Palermo eine Spirale der Gewalt aus, bei der alle Register hemmungsloser Italo-Action gezogen werden.
Text & Einführung: Torsten Cornils

Quelle: The Wayward Cloud

Universal Soldier: Regeneration

unisol_cover
Universal Soldier: Regeneration

Original: Universal Soldier: Regeneration
USA 2009
97 Minuten, 2,35:1
Regie: John Hyams
Buch: Victor Ostrovsky, R. Rothstein & C. Leitch & Dean Devlin (Figuren)
Kamera: Peter Hyams
Musik: Kris Hill, Michael Krassner
Schnitt: Jason Gallagher, John Hyams
Stunts:  Charlie Picerni, Borislav Iliev


Darsteller:

Jean-Claude Van Damme, Dolph Lundgren, Andrei „The Pit Pull“ Arlovski, Mike Pyle, Corey Johnson, Garry Cooper, Emily Joyce, Zahary Baharov

17 Jahre hat es gedauert, bis ein würdiger Nachfolger von Roland Emmerichs Eintrittskarte in die Traumfabrik fertig gestellt wurde: Die Universal Soldiers sind wieder da!

John Hyams Film sieht nach mehr aus, als er eigentlich ist. Es handelt sich Budget-technisch aber eindeutig um einen Direct-To-Video(DTV)- Nachfolger. Mal wieder im Ostblock gedreht – und nach Ostblock sieht’s auch aus. Allerdings bedient Papi Peter Hyams (zeichnet als Regisseur für Van Dammes erfolgreichste Filme TIMECOP und SUDDEN DEATH verantwortlich) die Kamera und verpackt diesen Klopper in Bilder, die weit über dem Standard gewöhnlicher DTV-Ware liegen. Der Mann kann einfach vernünftig kadrieren. Somit denkt man ununterbrochen, man hätte es mit einer zünftigen Big Budget Produktion zu tun. Die Bilder der Red-One Digital Camera sind rau, grau und ausgeblichen. Insgesamt entsteht ein sehr stimmer Look. Nur in wenigen sehr Licht schwachen Szenen wird mal wieder der Shutter herunter gedreht, was grässliche Video-Optik zur Folge hat. Ich verstehe nicht, warum das keinem auffällt. Selbst bei Großproduktionen wie 2012 oder PUBLIC ENEMIES kommt das vor.

Nun denn. Die Story ist natürlich nur Staffage und strotzt vor Logiklöchern – aber hey: Wir sind in DTV-Land! Politisch motivierte Rebellen entführen die Sprösslinge des Präsidenten und besetzen den Reaktor von Tschernobyl. An Reaktor 3 haben sie Sprengladen deponiert, deren Detonation in 72 Stunden die größte radioaktive Katastrophe auslösen wird. Ja, wenn nicht fix 200 Revolutions-Mitstreiter aus dem Knast entlassen werden. Zusätzlich haben sich die Rebellen mit der vierten Generation eines Universal Soldiers verstärkt, der das Kraftwerkgelände sauber halten soll.

Hyams steht ab Minute 1 auf dem Gas. Blutige Schießereien, Verfolgungsjagden mit jeder Menge Blechschaden und Stunts im Minutentakt. Leider bleibt der Film sehr kühl. Erst als nach 45 Minuten Luc Deveraux eingreifen kann, und kurz danach auch noch Dolph Lundgren aus dem Sarkophag erwacht, wird es dem Action-Fan warm ums Herz. Im Gedächtnis bleibt eine minutenlange Plan(-Action)sequenz, in der Van Damme ein ganzes Dutzend von Widersachern ins Jenseits befördert. Hyams macht dabei nicht den Fehler Emmerichs – dieses Mal gibt es endlich eine zünftige Klopperei der beiden Retro-Unisols – mit durchschlagendem Finale. Überhaupt startet Hyams die Actiondüse: Gemeinsam durch Wände krachen, High Falls, dicke Wummen mit metergroßem Mündungsfeuer, knallharte Messerattacken und brutale Fights sorgen für ausgebeulte Hosen bei Action-Junkies.

Darstellerisch fällt niemand aus dem Rahmen. Andreij „The Pit Pull“ als Unisol der letzten Generation ist eine imposante physische Erscheinung – und das reicht auch vollkommen aus. Van Damme zieht wieder seine Abgewrackten-Tour durch, Lundgren hat sichtlich eine Menge Spaß nochmal den irren Andrew Scott zu geben. Seine Monologe laden zum Schmunzeln ein. Garry Cooper fand ich als Doctor überraschend überzeugend. Alles im grünen Bereich, auch wenn ich von dem ausgemergelten Van Damme langsam genug gesehen habe. Bei der nächsten Rolle ist ein Hawai-Hemd Pflicht!

Was bleibt? Das Gefühl, das hier noch viel mehr drin gewesen wäre. Der Sparplan der Produzenten, die eigentlichen Stars erst ab Filmmitte einzusetzen, ist leider ein großes Minus. Auch der Music-Score startet innovativ, letztendlich fehlt es den metallischen Synthie-Klängen aber doch etwas an Pep. Aber warum den Erbsenzähler mimen? – Das Ding hat ordentlich Dampf auf dem Kessel und sorgt für Kurzweil – so darf es im DTV-Sektor gerne weitergehen. Hyams darf wiederkommen.

Bizarre Cinema – März Programm

Bizarre Cinema, immer Sonntags im B-Movie, Hamburg.


Sonntag, 7.3.2010, 15.30 Uhr: Deathdream (a.k.a. Dead of Night)
Kanada 1974, 88 Min., 16 mm, OF, Regie: Bob Clark, Darsteller: Richard Backus, Lynn Carlin, John Marley
Das Ehepaar Brooks ereilt die Nachricht, dass ihr Sohn Andy in Vietnam gefallen ist. Die Botschaft scheint sich jedoch als Irrtum zu erweisen, als dieser nicht viel später vor der Tür seines Elternhauses auftaucht. Die anfängliche Freude wandelt sich zunehmend in Sorge, denn Andy ist nach seinen Erlebnissen im Krieg nicht mehr derselbe und legt ein gar absonderliches Verhalten an den Tag. Ist das mit PTSS zu erklären, oder hat Andy etwas mit in die Heimat zurückgebracht, das sich noch wesentlich schlechter behandeln lässt? Ein Anti-Kriegs-Statement mit den Mitteln des Horrorfilms: eine durchaus logische Entscheidung. Clarks schaurige und oft tieftraurige Ballade über den Zerfall wirkt heute leider noch genauso aktuell wie damals.
Text & Einführung: Jan Minck


Sonntag, 14.3.2010, 15.30 Uhr: Die Nacht der rollenden Köpfe (OT: Passi di danza su una lama di rasoio)
Italien/Spanien 1972, 90 Min., Regie: Maurice Pradeaux, Darsteller: Robert Hoffmann, Susan Scott (= Nieves Navarro), George Martin, Simon Andreu
Zufällig beobachtet Katja durch ein Fernglas, wie eine Frau von einem maskierten Mann mit einem Rasiermesser abgeschlachtet wird. Da ihr die Polizei zunächst keinen Glauben schenkt, betreibt sie mit ihrem Freund Alberto eigene Recherchen – und gerät bald selbst in den Fokus des Killers. Ein typischer Giallo, gewürzt mit allen Zutaten, die das Genre kennzeichnen: ein maskierter Killer, der seine Opfer aufschlitzt, kunstvoll und blutig in Szene gesetzte Morde sowie etliche Verdächtige und viel nackte Haut.
Text & Einführung: Mike Schimana


Sonntag, 21.3.2010, 15.30 Uhr: Dr. Jekyll and Sister Hyde
GB 1971, 97 Min., Regie: Roy Ward Baker, Darsteller: Ralph Bates, Martine Beswick
Na gut, die Werbung der Hammer-Studios war etwas übertrieben: Der besessene Forscher Dr. Jekyll verwandelt sich nicht „vor den Augen des Zuschauers“ in eine Frau. Mit atemberaubenden Spezialeffekten kann der Film nicht aufwarten. Muss er auch nicht: Er hat ja das verführerische Ex-Bond-Girl Martine Beswick (Liebesgrüße aus Moskau), die sich hier als mörderisches Biest entpuppt – und eine interessante Antwort auf die Frage, wer Jack the Ripper wirklich war: ein Östrogen-Junkie.
Text & Einführung: Hans-Arthur Marsiske

Sonntag, 28.3.2010, 15.30 Uhr: Mädchenjagd in St. Pauli
Deutschland 1966, Regie: Günter Schlesinger
Diesen Film kennt keine Sau! Es sei denn, jemand hat ihn damals im Juli 1966 gesehen. Seitdem nie wieder gezeigt, sind wir selbst gespannt auf die vielleicht einzige Kopie, die überlebt hat. Im schwarzweißen Debütfilm des gleichfalls völlig obskuren Günter Schlesinger (Schrei nach Lust, Die Mädchen der Madame), besetzt mit lauter unbeholfenen Laiendarstellern, geht es um Barsängerinnen, die eigentlich Dirnen sind, Zuhälter, die Morde begehen, Glücksdrogen, die gefügig machen, Striptease, einen internationalen Rauschgifthändler-Ring und um einen jungen Maler, den das alles so anwidert, dass er dem Treiben der Hamburger Unterwelt schließlich Einhalt gebietet. Die wenigen Kritiken, die es überhaupt gibt, bescheinigen dem Machwerk Dilettantismus total. Fazit: spekulativ, billig, inakzeptabel. Es könnte also lustig werden. Katholischer Film-Dienst, 1966: „Was in den Dialogen an Banalitäten und Dummheiten aneinandergereiht wird, ist schwerlich noch zu unterbieten.“ Evangelischer Film-Beobachter, 1966: „Günter Schlesinger, Produzent, Drehbuchautor und Regisseur in einer Person, übernahm sich mit seinem traurigen Elaborat in jeder Beziehung.“
Text & Einführung: Peter Clasen

Quelle: The Wayward Cloud

1 2