Centurion

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Centurion

Original: Centurion

England 2010
93 Minuten (Int. Cut), 130 Min. (Dir.Cut Finland? laut IMDB), 2,35:1
Regie: Neil Marshall
Buch:Neil Marshall
Kamera: Sam Mc Curdy
Musik: Ilan Eshkeri
Kostüme:Keith Madden

Darsteller:Michael Fassbender, Olga Kurylenko, Dominic West, Noel Clarke, David Morrissey, J.J. Feild, Rizwan Ahmed, Liam Cunningham, Imogen Poots, Axelle Carolyn, Riz Ahmed, Dave Legeno


Im Jahr 117n.Chr kämpft der Römer Quintus Dias in Britannien gegen eine scheinbare Übermacht der Pikten. In einem bitteren Guerillakrieg mitten in den Nordischen Wäldern verliert er seine Schlacht und wird gefangen genommen als einziger Überlebender der Legion. Gefoltert und geschändet lassen ihm seine Peiniger eine Chance, sie lassen ihn laufen um Jagd auf ihn zu machen, durch einen Zufall kann sein Leben gerettet werden. Fortan marschiert er mit General Virilus nordwärts um diesen Stamm, samt seines Führers niederzumetzeln. Aber es kommt anders als geplant. Bevor sich Quintus versieht ist er wieder auf der flucht, aber diesmal steht er nicht alleine im Wald. Eine bittere Verfolgungsjagd durch die Wälder beginnt.

Sagen wir es mal so, Neil Marshall bleibt sich treu, wer seine Filme kennt wird sich nach DOOMSDAY nicht wundern das er mit CENTURION ein Monumentalfilm abliefert der jetzt komplett in der Vergangenheit spielt, und nicht wie in DOOMSDAY eine Art Stilbruch hervor ruft. Mit CENTURION hat er sich seinen Wunsch einen Sandalenfilm zu machen anscheinend erfüllt. Wirkte es in DOOMSDAY noch arg aufgesetzt und passte nicht wirklich ins Konzept, kann sich Marshall bei CENTURION auf das Genre konzentrieren.

Ein bemerkenswerter Cast. Absolut vorbildlich spielt hier Michael Fassbender (EDEN LAKE), der als Quintus Dias seinen Mann steht und seinem Job als tapferer Soldat alle Ehre macht. Olga Kurylenko, als betörende Amazone, zeigt den Männern mal wo der Hammer hängt und mischt die Bande ganz schön auf. Nie waren Frauen kompromissloser und zeigten soviel Desinteresse an den üblichen Klischees, weit entfernt von Model und Overstyle-Chicks wie sie aus vielen andern Hollywood Produktionen bekannt sind. In CENTURION wird gekämpft, und zwar ohne CGI-Hintergrund oder Orange-Braune Bildfilter. Hier geht’s in den Wald und der ist dreckig und real, Neil Marshall zeigt eine Wunderschöne Landschaft die ihres gleichen sucht, keine verpfuschten oder beschönigten Landschaften wo man auf den ersten Blick sieht das es per Computer erweitert oder Verschlimmbessert wurde. Der Zuschauer bekommt buchstäblich den Eindruck mitten im Wald zu sein, mitreißende Helikopter aufnahmen über den Wäldern ,Klippen und Wasserfällen. Wir befinden uns auf der Flucht mit unseren Römischen Helden, Neil Marshall nimmt einem mit auf die wilde Verfolgungsjagd quer durch die Wälder des Nordens, und fesselt über die gesamte Länge des Films an den Kinosessel .

Bei Marshalls CENTURION geht es nicht um Gut und Böse, und auch nicht darum Hassfiguren zu kreieren. Hier geht es um den bitteren Überlebenskampf. Marshall lässt Schwerter schwingen, Köpfe spalten, Pfeile durch Kehlen fliegen und macht das auf eine ganz besonders „natürliche“ Art, nie übertrieben so dass das ganze zu einer Gorebauern-Party ausarten könnte. Aber so ganz auf CGI wird dann leider doch nicht verzichtet, denn hier und da gibt es CGI- Blut Spritzer zu sehen, die im Eifer des Gefechts Gott sei Dank  nicht besonders störend auffallen. Die Dosierung ist gut gelungen und das Gleichgewicht zwischen Make-up und den CGI Effekten kann überzeugen -schöner wäre es zwar gewesen komplett auf Make-up Effekte zusetzten, aber man kann ja nun nicht alles haben.

CENTURION überrascht nicht mit einer komplexen Geschichte, diese ist schnell erzählt und gerät dann auch schnell zur Nebensächlichkeit. Neil Marshall setzt hier gekonnt weiter auf den Entertainment Faktor: “Blut, Action, Verfolgungsjagden und tolle Landschaftsaufnahmen“. Lässt sich zeit für seine Charaktere und zeigt uns eine wilde Jagd die leider schon nach 93 Minuten ihr Ende findet. “Back to Nature” und “Fight or Die” ist der Slogan von CENTURION, dieser Film gehört auf die große Leinwand – wer die Chance hat sollte diese nutzen und ins Kino gehen.

Terence Hill & Bud Spencer Chronicles

spencerhill_coverTerence Hill & Bud Spencer Chronicles

Autor: Tobias Hohmann
Umfang: 448 Seiten, 7 Aufklappseiten
Format: 21,8 x 30,4 cm, Hardcover
Verlag: MPW (Januar 2010)

Diese beiden bedürfen keiner Vorstellung: Bud Spencer und Terence Hill sind Kult. Beispiellos ist die ungebrochene Popularität ihrer Filme, die seit knapp vier Jahrzehnten nun schon mehrere Zuschauergenerationen in ihren Bann ziehen. Die illustren Abenteuer der schlagfertigen Zwei kennt, Kabelfernsehen sei dank, auch heute noch jedes Kind. Vielleicht hat es ja deswegen nie ein Verlag für notwendig gehalten, Werk und Werdegang der beiden Haudegen ein Buch zu widmen. Ein großer Fehler, allein schon angesichts der durch zahllose Umtitelungen und bis zu drei verschiedenen deutschen Synchronfassungen selbst für eingefleischte Fans oft unüberschaubaren Filmografie. Diesem unseligen Umstand verspricht der Autor Tobias Hohmann mit seinem Buch endlich Abhilfe zu verschaffen.

Die „TERENCE HILL & BUD SPENCER CHRONICLES“ starten überzeugend mit einem Vorwort von Oliver Kalkofe, der genau den richtigen Ton trifft, und dessen warmherzige Worte für das kultige Duo einem Großteil der Fans aus dem Herzen sprechen dürften. Es folgen die Biografien von Bud und Terence, wobei insbesondere der als Carlo Pedersoli geborene Bud Spencer bekanntermaßen eine höchst interessante Karriere u. a. als Jurist, Olympiateilnehmer, Pilot, Textilunternehmer absolviert hat.

Den Löwenanteil des Buches nimmt die Filmografie in Beschlag. Der Autor hat dabei einen guten Weg gefunden, diese so schlüssig wie möglich aufzubereiten. Er handelt die einzelnen Epochen zunächst in einem Fließtext, und bespricht die wichtigsten Filme anschließend im Rahmen eigener Kapitel umfangreich, wobei er Serien oder logisch zusammengehörende Filme zu einem Block zusammenfasst. Zu guter Letzt gibt es dann schließlich die Daten zu allen Filmen in geballter Form, inklusive Episodenführern zu den verschiedenen TV-Serien.

Aufgelockert wird das Buch durch Biografien von Wegbegleitern von Statisten wie Riccardo Pizzuti oder Musikern wie den Oliver Onions, Interviews und einigen kurzen Kapiteln u.a. zu den deutschen Fassungen. Diese legten ja insbesondere mit den Schnodder-Synchros aus dem Hause von Rainer Brandt einen Grundstein für den Kultstatus in Deutschland, tat einigen Filmen mit unpassenden Neusynchronisationen und Sinn entstellenden Kürzungen aber auch Gewalt an. Ein anderes Kapitel behandelt einige der bizarren Plagiate mit Spencer-Hill-Doubles, mit denen unerschrockene Produzenten in bester Italo-Cinema-Manier vom Boom der Originale profitieren wollten.

Es darf aufgeatmet werden: Das Buchprojekt kann guten Gewissens als gelungen bezeichnet werden. Wie bereits angedeutet gelingt es Tobias Hohman erstaunlich gut, Ordnung in die komplexe Filmografie zu bringen. Hoch anzurechnen sind auch die vielen Zusatzinformationen und die Interviews, die vom Autor mit Kollegen und Regisseuren geführt wurden. Inhaltlich können die Kapitel zu den Filmen überzeugen, da der Autor bei aller Verehrung trotzdem eine gewisse Objektivität wahrt und die leider oftmals zahlreichen Schwachpunkte der Filme, auch offen anspricht, ohne dass dies in Miesepeterei ausartet.

Womit auch ich bei den Schwächen dieses Buches angekommen wäre. Neben kleineren stilistischen Auffälligkeiten wie das Wiederholen der selben Formulierung in aufeinander folgenden Sätzen, sind dies vor allem eine Reihe von Rechtschreibfehlern. Diese hätten sich auch ohne kostspieliges Lektorat durch einmaliges Drüberlesen eines sprachlich halbwegs sattelfesten Fans größtenteils verhindern lassen. Wie wenig Augenmerk der Verlag auf diese Dinge legt, erkennt man schon am Einband: auf dem Buchrücken prangen groß die Namen „Terence Hill“ und „Spencer Bud“(!). Ärgerlich, dennoch kann man unterm Strich die Bilanz ziehen, dass diese Fehler den Gesamteindruck des umfangreichen Buches nur unwesentlich trüben.

Die Aufmachung des Buches, das mit zwei verschiedenen Covermotiven erhältlich ist, ist typisch für den MPW Verlag, sprich kunterbunt. Was in diesem Fall auch wunderbar passt, da die Filme stets mit knalligen Plakatmotiven vermarktet wurden. Layouter Frank Mertens hat aus dem Vollen geschöpft und präsentiert einen Großteil der Plakatmotive sowie viele Aushangfotos. Die Qualität ist dabei meist tadellos, und besonders gefallen eine Reihe von Ausklappseiten, auf denen querformatige Plakatmotive extragroß dargestellt sind.

Fazit: Mit den TERENCE HILL & BUD SPENCER CHRONICLES ist ein überzeugendes Buch erschienen, das alle Fans insbesondere mit seiner schlüssigen Filmografie und den umfangreichen Bildmaterial begeistern dürfte. Die vorhandenen Fehler sind in Anbetracht der Fülle an Informationen zu verschmerzen. Vor allem wenn man bedenkt, mit was für lieblosen Veröffentlichungen der Filme Freunde des Prügelduos seit jeher gestraft sind, kann man nur dankbar sein dafür, dass das kultige Phänomen nun endlich einmal mit gebührender Hingabe abgehandelt wurde.

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