The Zero Hour

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The Zero Hour

Original: La Hora Cero
Venezuela 2010
101 Minuten, 1,85:1
Regie: Diego Velasco
Buch: Diego Velasco, Carolina Paiz
Kamera: Luis Otero
Musik: Freddy Sheinfeld, Gabriel Velasco

Darsteller: Zapata 666, Amanda Key, Erich Wildpret, Laureano Olivares, Marisa Román, Albi De Abreu, Alejandro Furth, Steve Wilcox


Venezuela. Parca (Zapata 666) ist ein knallharter Auftragskiller. Während eines Auftrags begegnet er seiner hochschwangeren Jugendliebe Ladydi (Amanda Key) – und die wurde auch noch angeschossen. Kurzentschlossen schnappt er sich die junge Frau, um sie von einem Arzt behandeln zu lassen. Doch zu allem Überfluss befindet sich das Land gerade in einem großen Ärztestreik und im nächstgelegenen staatlichen Krankenhaus ist man nicht in der Lage, die schwerverletzte Frau medizinisch zu versorgen. Zusammen mit seiner schwerbewaffneten Gang stürmt Parca daraufhin eine noble Privatklinik und nimmt Patienten und Ärzte als Geiseln, um Ladydis und das Leben ihres Kindes zu retten. Um seine Interessen durchzusetzen ist ihm jedes Mittel Recht: Parca arbeitet mit der Presse zusammen und inszeniert sich als eine Art Robin Hood, indem er allen Mitmenschen ärztliche Versorgung zusagt. Mit einer Pistole am Schädel vergessen die Ärzte sehr schnell, dass sie sich gerade im Streik befinden. Währenddessen soll ein Sondereinsatzkommando der Polizei die Lage unter Kontrolle bringen. Mit einem Austausch von Geiseln sollen heimlich bewaffnete Polizisten eingeschleust werden.

Als einer der erfolgreichsten Filme Venezuelas punktet Diego Velascos Spielfilm-Regiedebüt mit einer Prise Exotenbonus. Von Beginn an wird klar, dass man es hier nicht mit einem typischen Direct-to-Video-Klopper zu tun hat, sondern ein Filmemacher mit Anspruch am Werke ist. Leider ist genau das auch das Problem des Films: Velasco will einfach zu viel. Die Handlung springt munter zwischen Action-Thriller, Ghetto-Film und Krankenhaus-Melodrama, und weckt Erinnerungen an JOHN Q (2002) mit Denzel Washington. Leider fehlt THE ZERO HOUR aber eine die Hauptfigur, die ähnlich facettenreich dargestellt wird. Der Hip-Hop-Künstler Zapata 666 gibt sich hier jede Mühe den Film zu tragen, seine Figur jedoch stößt durch die immer wieder aufkommenden Gewaltausbrüche mehr ab, als dass sie zum Mitfiebern einlädt. Auch fehlen dem Film ein paar interessante Plot-Twists, die die Laufzeit von 101 Minuten versüßen. Lediglich das Finale bietet noch eine kleine Überraschung. Schade, denn gerade der Anfang macht Richtig Laune und die Optik erinnert bisweilen an CITY OF GOD (2002). Vielleicht ist ja der nächste Film von Diego Velasco etwas besser ausbalanciert, ich würde es ihm zutrauen.

Die Blu-ray Disc von Senator Home Entertainment gibt den Film in ordentlicher technischer Qualität wieder. Das Bild ist scharf und bringt den Film mit überzeugenden Farbwerten auf die Mattscheibe. Lediglich bei einigen Actionszenen zeigen sich Unschärfen, was aber wohl durch die Zeitraffer-Effekte der Post-Production bedingt sein dürfte und keinen Fehler der Disc darstellt. Der Ton liegt in Deutsch und Spanisch vor, jedoch gibt es leider keine Untertitel. Man muss also schon des lateinamerikanischen Spanisch mächtig sein, um dem Geschehen im O-Ton folgen zu können, da viele Slang-Ausdrücke verwendet werden. Die Synchro gibt sich redlich Mühe, den Ghetto-Slang entsprechend rüberzubringen, klingt aber reichlich steril und liegt topfig auf. Wirklich schade, dass es keine Untertitel zum Film gibt. In Sachen Extras herrscht leider ebenfalls Fehlanzeige.

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Wer sich ein eigenes Bild machen möchte, hat bei TLS die Gelegenheit: In Zusammenarbeit mit Senator Home Entertainment verlosen wir 2 Blu-ray Discs von „The Zero Hour“. Die Gewinnfrage: Wie lautet der Name des Schauspielers, der als John Quincy Archibald durch eine Geiselnahme im Krankenhaus die Operation seines herzkranken Sohns erzwingen will? Antwort bis zum 25.07. per Mail an: gewinnspiel[AT]thelongestsite.de
Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.

Sorority Row – Schön bis in den Tod

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Schön bis in den Tod

Original: Sorority Row
USA 2009
101 Minuten, 2,35:1
Kinostart: 01.07.2010 (Deutschland)
FSK: Keine Jugendfreigabe
Regie: Stewart Hendler
Buch: Josh Stolberg, Pete Goldfinger, Mark Rosman
Kamera: Ken Seng
Musik: Lucian Piane
Schnitt: Elliot Greenberg


Darsteller:

Briana Evigan, Leah Pipes, Rumer Willis, Jamie Chung, Margo Harshman, Audrina Patridge,  Carrie Fisher

Was als lustiger Partystreich beginnt, endet für eine Studentin tödlich. Das ganze wird vertuscht und alle beteiligten Studentinnen versuchen, ihrem normalen Leben nachzugehen. 8 Monaten später bekommen sie jedoch eine MMS mit dem Mordwerkzeug geschickt, und das lustige Morden kann beginnen – soviel zur ideenarmen Geschichte. Der zusammengeschusterte SCHÖN BIS IN DEN TOD bedient sich dabei fleißig bei bekannten Filmen des Genres (ICH WEISS WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST, DÜSTERE LEGENDEN) und, was viele vielleicht nicht wissen, dass SCHÖN BIS IN DEN TOD (SORORITY ROW) ein Remake des 1983 entstandenen HOUSE OF SORORITY ROW ist. Lange Zeit war keine DVD des Originals erhältlich, und so wurde der Film bei Fans schnell zum begehrten Objekt. Der Slasherfilm wurde gar als Kult-Klassiker gehandelt. Eine im Jahr 2000 erschienene US-DVD war schnell vergriffen und erzielte hohe Stückpreise. Seit dem 12. Januar 2010 gibt es nun wieder eine DVD des Originals, diese Veröffentlichung ist bestimmt dem Remake zu verdanken. Was also hat die Neuauflage zu bieten, wenn der Plot nur aufgewärmt ist?

Beginnen wir mit der sehr schönen Kamerafahrt, die gleich zum Anfang während der Credits zu bestaunen ist. Die Kamera fährt ohne Schnitt durch eine wilde Party der Studentinnen. Alles wirkt chic und auf Hochglanz poliert, auch die Musik dreht richtig auf und gibt dem Zuschauer ordentlich was auf die Ohren. So kann es weiter gehen denkt sich der geneigte Fan, öffnet schon mal das erste Bier und lässt sich in sein Sofa fallen. Nackte Haut, Alkohol und Drogen – jetzt noch ein wenig Blut und der dazugehörige Killer, schon wäre der anspruchslose Filmabend perfekt.

Schön anzusehen sind sie ja, die vielen Studentinnen. Dass sie dann auch des Öfteren Blank ziehen und die Glocken des Glücks in die Kamera halten dürfen stimmt die Fans umso positiver –  bei den Castings wäre ich gern dabei gewesen. Augen auf, sogar die Tochter von Bruce Willis, Rumer Willis, übernimmt eine Rolle als Studentin. Sie bleibt aber größtenteils etwas blass und wirkt etwas mollig zwischen den andern Schönheiten. Eine Grazie aus vergangen Jahren, Carrie Fisher aus KRIEG DER STERNE, übernimmt hier sogar eine kleine Gastrolle und darf am Ende beweisen, dass sie noch auf Zack ist. Sie zeigt den kleinen verwöhnten Gören wo der Haken hängt.

Nach dem zackigen Anfang und dem Ableben der Studentin verfällt SCHÖN BIS IN DEN TOD erst mal in den Schönheitsschlaf. Eine Phase, in der sich Dialogszenen und einige für die dramatische Komponente konstruierte Szenen, wie üblich für das Genre, in einem Wechselspiel zwischen „Wer verhält sich jetzt verdächtig“, „Wer könnte der Killer sein“ usw. aneinanderreihen. Dürfte jedem bekannt sein und selbst Genre unerfahrene Zuschauer nicht mehr aus dem Sofa schießen. *Gähn* – Spannung sieht anders aus. Also das zweite Bier in den Kopf gezwirbelt und alle Erwartungen auf die Todesszenen gezappt. Diese sind dann auch teils innovativ gemacht, aber genügen insgesamt den heutigen Ansprüchen lange nicht. Und das Schlimmste: Sie können die Langeweile auch nicht ausgleichen. Zu viel hat man bereits in unzähligen Slasher-Klonen gesehen. Leider kommt SCHÖN BIS IN DEN TOD auch bei den Kills nicht über Standardkost hinaus. Allein das Finale und die dazu gehörige Schaumparty können am Ende das Ruder noch ein wenig rumreißen und sorgen für bestes Entertainment. Den Mittelteil mal außer Acht gelassen, kann der Film durchaus an der einen oder anderen Stelle überzeugen. Für einen weiteren Genre-Hit fehlt es ihm aber an Innovationen oder einer herausragenden Umsetzung. Ein wenig mehr Splatter, hätte dem Ganzen letztendlich auch gut getan. Nun ja, wenigstens das Bier war wieder lecker…

Universal Soldier: Regeneration

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Universal Soldier: Regeneration

Original: Universal Soldier: Regeneration
USA 2009
97 Minuten, 2,35:1
Regie: John Hyams
Buch: Victor Ostrovsky, R. Rothstein & C. Leitch & Dean Devlin (Figuren)
Kamera: Peter Hyams
Musik: Kris Hill, Michael Krassner
Schnitt: Jason Gallagher, John Hyams
Stunts:  Charlie Picerni, Borislav Iliev


Darsteller:

Jean-Claude Van Damme, Dolph Lundgren, Andrei „The Pit Pull“ Arlovski, Mike Pyle, Corey Johnson, Garry Cooper, Emily Joyce, Zahary Baharov

17 Jahre hat es gedauert, bis ein würdiger Nachfolger von Roland Emmerichs Eintrittskarte in die Traumfabrik fertig gestellt wurde: Die Universal Soldiers sind wieder da!

John Hyams Film sieht nach mehr aus, als er eigentlich ist. Es handelt sich Budget-technisch aber eindeutig um einen Direct-To-Video(DTV)- Nachfolger. Mal wieder im Ostblock gedreht – und nach Ostblock sieht’s auch aus. Allerdings bedient Papi Peter Hyams (zeichnet als Regisseur für Van Dammes erfolgreichste Filme TIMECOP und SUDDEN DEATH verantwortlich) die Kamera und verpackt diesen Klopper in Bilder, die weit über dem Standard gewöhnlicher DTV-Ware liegen. Der Mann kann einfach vernünftig kadrieren. Somit denkt man ununterbrochen, man hätte es mit einer zünftigen Big Budget Produktion zu tun. Die Bilder der Red-One Digital Camera sind rau, grau und ausgeblichen. Insgesamt entsteht ein sehr stimmer Look. Nur in wenigen sehr Licht schwachen Szenen wird mal wieder der Shutter herunter gedreht, was grässliche Video-Optik zur Folge hat. Ich verstehe nicht, warum das keinem auffällt. Selbst bei Großproduktionen wie 2012 oder PUBLIC ENEMIES kommt das vor.

Nun denn. Die Story ist natürlich nur Staffage und strotzt vor Logiklöchern – aber hey: Wir sind in DTV-Land! Politisch motivierte Rebellen entführen die Sprösslinge des Präsidenten und besetzen den Reaktor von Tschernobyl. An Reaktor 3 haben sie Sprengladen deponiert, deren Detonation in 72 Stunden die größte radioaktive Katastrophe auslösen wird. Ja, wenn nicht fix 200 Revolutions-Mitstreiter aus dem Knast entlassen werden. Zusätzlich haben sich die Rebellen mit der vierten Generation eines Universal Soldiers verstärkt, der das Kraftwerkgelände sauber halten soll.

Hyams steht ab Minute 1 auf dem Gas. Blutige Schießereien, Verfolgungsjagden mit jeder Menge Blechschaden und Stunts im Minutentakt. Leider bleibt der Film sehr kühl. Erst als nach 45 Minuten Luc Deveraux eingreifen kann, und kurz danach auch noch Dolph Lundgren aus dem Sarkophag erwacht, wird es dem Action-Fan warm ums Herz. Im Gedächtnis bleibt eine minutenlange Plan(-Action)sequenz, in der Van Damme ein ganzes Dutzend von Widersachern ins Jenseits befördert. Hyams macht dabei nicht den Fehler Emmerichs – dieses Mal gibt es endlich eine zünftige Klopperei der beiden Retro-Unisols – mit durchschlagendem Finale. Überhaupt startet Hyams die Actiondüse: Gemeinsam durch Wände krachen, High Falls, dicke Wummen mit metergroßem Mündungsfeuer, knallharte Messerattacken und brutale Fights sorgen für ausgebeulte Hosen bei Action-Junkies.

Darstellerisch fällt niemand aus dem Rahmen. Andreij „The Pit Pull“ als Unisol der letzten Generation ist eine imposante physische Erscheinung – und das reicht auch vollkommen aus. Van Damme zieht wieder seine Abgewrackten-Tour durch, Lundgren hat sichtlich eine Menge Spaß nochmal den irren Andrew Scott zu geben. Seine Monologe laden zum Schmunzeln ein. Garry Cooper fand ich als Doctor überraschend überzeugend. Alles im grünen Bereich, auch wenn ich von dem ausgemergelten Van Damme langsam genug gesehen habe. Bei der nächsten Rolle ist ein Hawai-Hemd Pflicht!

Was bleibt? Das Gefühl, das hier noch viel mehr drin gewesen wäre. Der Sparplan der Produzenten, die eigentlichen Stars erst ab Filmmitte einzusetzen, ist leider ein großes Minus. Auch der Music-Score startet innovativ, letztendlich fehlt es den metallischen Synthie-Klängen aber doch etwas an Pep. Aber warum den Erbsenzähler mimen? – Das Ding hat ordentlich Dampf auf dem Kessel und sorgt für Kurzweil – so darf es im DTV-Sektor gerne weitergehen. Hyams darf wiederkommen.

Im tiefen Tal der Superbabes

superbabes_coverIm tiefen Tal der Superbabes

Originaltitel: Down in the Valley
USA 2008
Buch und Regie: Christian Forte
Kamera: Alex Vendler

Darsteller:
Chris Pratt, Brendan Hines, Scott Caan, Blanca Soto, Rachel Specter, Denise Richards, Christopher McDonald, Kate Albrecht

Lester (Chris Pratt) ist ein spätpubertärer Loser Anfang Zwanzig, der sich seine Brötchen im örtlichen Schnapsladen verdient und dessen Gedankenwelt sich vorwiegend um Pornofilme dreht. Sehr zum Unmut seines Schulfreundes Carl (Brendan Hines), der sich bemüht, ein geregeltes Leben mit sicherem Job und fester Beziehung zu führen. Beide staunen nicht schlecht, als Carl eines Tages, scheinbar aus heiterem Himmel, eine Original Pornofilmkabine des legendären Schmutzfilm-Moguls Diamond Jim (Christopher McDonald) zugestellt wird, die sämtliche großen Klassiker aus dessen goldener Schaffenphase bereithält. Lester schlägt die Hände über dem Kopf zusammen, lässt sich aber dennoch von Carl breitschlagen, die Kabine zu betreten.

Die Videokabine entpuppt sich als Teleporter, der die Jungs geradewegs in die Welt von Diamond Jims Pornofilmen katapultiert. Ehe sich die beiden versehen, werden sie von zwei wohlproportienierten Gesetzeshüterinnen zur Brust genommen, die sie der Peitschen schwingenden Suzi Diablo (Blanca Soto) und dem schmierigen Cop Rod Cannon (Scott Caan) ausliefern. Den Jungs gelingt es jedoch vor dem „harten Prügel des Gesetzes“ Reißaus zu nehmen und im Haus der Studentinnenverbindung „Tri-Pi“ Unterschlupf zu finden. Der Tagesablauf des von der heißen Aufseherin Autumn Bliss angeführten Mädelstrupps besteht vornehmlich aus Cheerleading und neckischen Spielereien mit Wasserschlauch und Schlagsahne.

Die Porno-Kabine Ärger mit dem Gesetz Willkommen in der Welt von Diamond Jim

Trotz stetiger Verfolgung und unangenehmer Verhörpraktiken durch Suzi Diablo und Rod Cannon scheint Carl in der Welt der Pornofilme seine Bestimmung gefunden zu haben, während Lester händeringend nach einem Heimweg in die Realität sucht. Alles bis zu dem Moment, in dem die Liebe zuschlägt – mit unberechenbaren Konsequenzen. Denn Emotionen dieser Art sind in der Welt von Diamond Jim weder bekannt noch vorgesehen.

Zwei Jungs gefangen im goldenen Zeitalter des Pornofilms – das weckt keine Hoffnungen auf anspruchsvolle Filmkunst, sondern verspricht kurzweiligen Unterhaltung für einen feucht-fröhlichen Filmabend einer Männerrunde. Und genau das ist es, was der Film dann auch bietet. Nicht weniger, aber eben auch nicht mehr. Wer (wie ich) auf eine originelle, mit Verweisen auf reale Vorbilder gespickte Hommage an die große Ära des Erwachsenenkinos hofft, wird leider enttäuscht. Im Endeffekt dient das Thema nur als Aufhänger für eine typisch amerikanische, und damit leider trotz aller angeblich propagierter Zügellosigkeit im Kern mal wieder ziemlich spießigen Teenie-Komödie, in der zu guter Letzt Enthaltsamkeit und die wahre Liebe triumphieren. Das, was hier an Freizügigkeit und angeblicher Lockerheit aufgeboten wird, erschöpft sich in ein paar wenigen blanken Brüsten und schmutzigen Witzen, die von jedem EIS AM STIEL-Film übertrumpft werden.

Carl und Lester trauen ihren Augen kaum Suzi Diablo und Rod Cannon Ein Krankenhausaufenthalt der angenehmen Art

Dass IM TIEFEN TAL DER SUPERBABES dennoch Unterhaltungswert besitzt, ist vor allem der sympathischen Besetzung geschuldet, die den ganzen Film über gut gelaunt bei der Sache sind und damit auch über einige arg platte Ausrutscher des Drehbuchs hinwegsehen lässt. Neben den beiden Hauptdarstellern Chris Pratt und Brendan Hines sticht vor allem Scott Caan (OCEAN’S 11 – 13) in seiner Rolle als mega-schmieriger Porno-Cop hervor. Als Running Gag spricht dieser ausschließlich lässigen Siebziger-Jahre-Slang, den Lester und Carl den ganzen Film über kaum verstehen. Ein Grund mehr, den Film im englischen Original anzuschauen, denn obwohl die deutsche Synchronfassung erstaunlich gut anhörbar ist, geht dies ebenso wie manch anderer Wortwitz in der Übersetzung komplett verloren. Gar nicht punkten kann hingegen „Stargast“ Denise Richards, der Ende der neunziger Jahre mal eine Hollywood-Karriere prophezeit wurde, die dann aber nie so richtig Fahrt aufgenommen hat. Auch dieses Mal bleibt sie wieder den Beweis schuldig, ob sie mehr kann, als hübsch lächelnd in der Gegend rumzustehen. Schade, auch wenn es für ihre Rolle in diesem Film so gerade noch ausreicht. Neben zahlreichen jungen Damen in knappen Kostümen ist Christopher McDonald ein echter Hingucker, der in einem unglaublich miesen Kostüm köstlich den Porno-Mogul Diamond Jim gibt.

Die DVD von Sunfilm präsentiert den Film in ansprechender Qualität. Das Bild ist farbenfroh und sieht für eine günstige Produktion recht gut aus. Das Bonusmaterial besteht lediglich aus einigen Interviews, in denen die Beteiligten betonen, wie unglaublich toll und witzig sie das Drehbuch finden. Hinzu gesellen sich noch einige Trailer aus dem Programm des Anbieters. Netterweise hat Sunfilm dieser DVD ein Wendecover spendiert, so dass sich der überdimensionierte FSK-Flatschen von der Frontseite verbannen lässt.