Terence Hill & Bud Spencer Chronicles

spencerhill_coverTerence Hill & Bud Spencer Chronicles

Autor: Tobias Hohmann
Umfang: 448 Seiten, 7 Aufklappseiten
Format: 21,8 x 30,4 cm, Hardcover
Verlag: MPW (Januar 2010)

Diese beiden bedürfen keiner Vorstellung: Bud Spencer und Terence Hill sind Kult. Beispiellos ist die ungebrochene Popularität ihrer Filme, die seit knapp vier Jahrzehnten nun schon mehrere Zuschauergenerationen in ihren Bann ziehen. Die illustren Abenteuer der schlagfertigen Zwei kennt, Kabelfernsehen sei dank, auch heute noch jedes Kind. Vielleicht hat es ja deswegen nie ein Verlag für notwendig gehalten, Werk und Werdegang der beiden Haudegen ein Buch zu widmen. Ein großer Fehler, allein schon angesichts der durch zahllose Umtitelungen und bis zu drei verschiedenen deutschen Synchronfassungen selbst für eingefleischte Fans oft unüberschaubaren Filmografie. Diesem unseligen Umstand verspricht der Autor Tobias Hohmann mit seinem Buch endlich Abhilfe zu verschaffen.

Die „TERENCE HILL & BUD SPENCER CHRONICLES“ starten überzeugend mit einem Vorwort von Oliver Kalkofe, der genau den richtigen Ton trifft, und dessen warmherzige Worte für das kultige Duo einem Großteil der Fans aus dem Herzen sprechen dürften. Es folgen die Biografien von Bud und Terence, wobei insbesondere der als Carlo Pedersoli geborene Bud Spencer bekanntermaßen eine höchst interessante Karriere u. a. als Jurist, Olympiateilnehmer, Pilot, Textilunternehmer absolviert hat.

Den Löwenanteil des Buches nimmt die Filmografie in Beschlag. Der Autor hat dabei einen guten Weg gefunden, diese so schlüssig wie möglich aufzubereiten. Er handelt die einzelnen Epochen zunächst in einem Fließtext, und bespricht die wichtigsten Filme anschließend im Rahmen eigener Kapitel umfangreich, wobei er Serien oder logisch zusammengehörende Filme zu einem Block zusammenfasst. Zu guter Letzt gibt es dann schließlich die Daten zu allen Filmen in geballter Form, inklusive Episodenführern zu den verschiedenen TV-Serien.

Aufgelockert wird das Buch durch Biografien von Wegbegleitern von Statisten wie Riccardo Pizzuti oder Musikern wie den Oliver Onions, Interviews und einigen kurzen Kapiteln u.a. zu den deutschen Fassungen. Diese legten ja insbesondere mit den Schnodder-Synchros aus dem Hause von Rainer Brandt einen Grundstein für den Kultstatus in Deutschland, tat einigen Filmen mit unpassenden Neusynchronisationen und Sinn entstellenden Kürzungen aber auch Gewalt an. Ein anderes Kapitel behandelt einige der bizarren Plagiate mit Spencer-Hill-Doubles, mit denen unerschrockene Produzenten in bester Italo-Cinema-Manier vom Boom der Originale profitieren wollten.

Es darf aufgeatmet werden: Das Buchprojekt kann guten Gewissens als gelungen bezeichnet werden. Wie bereits angedeutet gelingt es Tobias Hohman erstaunlich gut, Ordnung in die komplexe Filmografie zu bringen. Hoch anzurechnen sind auch die vielen Zusatzinformationen und die Interviews, die vom Autor mit Kollegen und Regisseuren geführt wurden. Inhaltlich können die Kapitel zu den Filmen überzeugen, da der Autor bei aller Verehrung trotzdem eine gewisse Objektivität wahrt und die leider oftmals zahlreichen Schwachpunkte der Filme, auch offen anspricht, ohne dass dies in Miesepeterei ausartet.

Womit auch ich bei den Schwächen dieses Buches angekommen wäre. Neben kleineren stilistischen Auffälligkeiten wie das Wiederholen der selben Formulierung in aufeinander folgenden Sätzen, sind dies vor allem eine Reihe von Rechtschreibfehlern. Diese hätten sich auch ohne kostspieliges Lektorat durch einmaliges Drüberlesen eines sprachlich halbwegs sattelfesten Fans größtenteils verhindern lassen. Wie wenig Augenmerk der Verlag auf diese Dinge legt, erkennt man schon am Einband: auf dem Buchrücken prangen groß die Namen „Terence Hill“ und „Spencer Bud“(!). Ärgerlich, dennoch kann man unterm Strich die Bilanz ziehen, dass diese Fehler den Gesamteindruck des umfangreichen Buches nur unwesentlich trüben.

Die Aufmachung des Buches, das mit zwei verschiedenen Covermotiven erhältlich ist, ist typisch für den MPW Verlag, sprich kunterbunt. Was in diesem Fall auch wunderbar passt, da die Filme stets mit knalligen Plakatmotiven vermarktet wurden. Layouter Frank Mertens hat aus dem Vollen geschöpft und präsentiert einen Großteil der Plakatmotive sowie viele Aushangfotos. Die Qualität ist dabei meist tadellos, und besonders gefallen eine Reihe von Ausklappseiten, auf denen querformatige Plakatmotive extragroß dargestellt sind.

Fazit: Mit den TERENCE HILL & BUD SPENCER CHRONICLES ist ein überzeugendes Buch erschienen, das alle Fans insbesondere mit seiner schlüssigen Filmografie und den umfangreichen Bildmaterial begeistern dürfte. Die vorhandenen Fehler sind in Anbetracht der Fülle an Informationen zu verschmerzen. Vor allem wenn man bedenkt, mit was für lieblosen Veröffentlichungen der Filme Freunde des Prügelduos seit jeher gestraft sind, kann man nur dankbar sein dafür, dass das kultige Phänomen nun endlich einmal mit gebührender Hingabe abgehandelt wurde.

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Universal Soldier: Regeneration

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Universal Soldier: Regeneration

Original: Universal Soldier: Regeneration
USA 2009
97 Minuten, 2,35:1
Regie: John Hyams
Buch: Victor Ostrovsky, R. Rothstein & C. Leitch & Dean Devlin (Figuren)
Kamera: Peter Hyams
Musik: Kris Hill, Michael Krassner
Schnitt: Jason Gallagher, John Hyams
Stunts:  Charlie Picerni, Borislav Iliev


Darsteller:

Jean-Claude Van Damme, Dolph Lundgren, Andrei „The Pit Pull“ Arlovski, Mike Pyle, Corey Johnson, Garry Cooper, Emily Joyce, Zahary Baharov

17 Jahre hat es gedauert, bis ein würdiger Nachfolger von Roland Emmerichs Eintrittskarte in die Traumfabrik fertig gestellt wurde: Die Universal Soldiers sind wieder da!

John Hyams Film sieht nach mehr aus, als er eigentlich ist. Es handelt sich Budget-technisch aber eindeutig um einen Direct-To-Video(DTV)- Nachfolger. Mal wieder im Ostblock gedreht – und nach Ostblock sieht’s auch aus. Allerdings bedient Papi Peter Hyams (zeichnet als Regisseur für Van Dammes erfolgreichste Filme TIMECOP und SUDDEN DEATH verantwortlich) die Kamera und verpackt diesen Klopper in Bilder, die weit über dem Standard gewöhnlicher DTV-Ware liegen. Der Mann kann einfach vernünftig kadrieren. Somit denkt man ununterbrochen, man hätte es mit einer zünftigen Big Budget Produktion zu tun. Die Bilder der Red-One Digital Camera sind rau, grau und ausgeblichen. Insgesamt entsteht ein sehr stimmer Look. Nur in wenigen sehr Licht schwachen Szenen wird mal wieder der Shutter herunter gedreht, was grässliche Video-Optik zur Folge hat. Ich verstehe nicht, warum das keinem auffällt. Selbst bei Großproduktionen wie 2012 oder PUBLIC ENEMIES kommt das vor.

Nun denn. Die Story ist natürlich nur Staffage und strotzt vor Logiklöchern – aber hey: Wir sind in DTV-Land! Politisch motivierte Rebellen entführen die Sprösslinge des Präsidenten und besetzen den Reaktor von Tschernobyl. An Reaktor 3 haben sie Sprengladen deponiert, deren Detonation in 72 Stunden die größte radioaktive Katastrophe auslösen wird. Ja, wenn nicht fix 200 Revolutions-Mitstreiter aus dem Knast entlassen werden. Zusätzlich haben sich die Rebellen mit der vierten Generation eines Universal Soldiers verstärkt, der das Kraftwerkgelände sauber halten soll.

Hyams steht ab Minute 1 auf dem Gas. Blutige Schießereien, Verfolgungsjagden mit jeder Menge Blechschaden und Stunts im Minutentakt. Leider bleibt der Film sehr kühl. Erst als nach 45 Minuten Luc Deveraux eingreifen kann, und kurz danach auch noch Dolph Lundgren aus dem Sarkophag erwacht, wird es dem Action-Fan warm ums Herz. Im Gedächtnis bleibt eine minutenlange Plan(-Action)sequenz, in der Van Damme ein ganzes Dutzend von Widersachern ins Jenseits befördert. Hyams macht dabei nicht den Fehler Emmerichs – dieses Mal gibt es endlich eine zünftige Klopperei der beiden Retro-Unisols – mit durchschlagendem Finale. Überhaupt startet Hyams die Actiondüse: Gemeinsam durch Wände krachen, High Falls, dicke Wummen mit metergroßem Mündungsfeuer, knallharte Messerattacken und brutale Fights sorgen für ausgebeulte Hosen bei Action-Junkies.

Darstellerisch fällt niemand aus dem Rahmen. Andreij „The Pit Pull“ als Unisol der letzten Generation ist eine imposante physische Erscheinung – und das reicht auch vollkommen aus. Van Damme zieht wieder seine Abgewrackten-Tour durch, Lundgren hat sichtlich eine Menge Spaß nochmal den irren Andrew Scott zu geben. Seine Monologe laden zum Schmunzeln ein. Garry Cooper fand ich als Doctor überraschend überzeugend. Alles im grünen Bereich, auch wenn ich von dem ausgemergelten Van Damme langsam genug gesehen habe. Bei der nächsten Rolle ist ein Hawai-Hemd Pflicht!

Was bleibt? Das Gefühl, das hier noch viel mehr drin gewesen wäre. Der Sparplan der Produzenten, die eigentlichen Stars erst ab Filmmitte einzusetzen, ist leider ein großes Minus. Auch der Music-Score startet innovativ, letztendlich fehlt es den metallischen Synthie-Klängen aber doch etwas an Pep. Aber warum den Erbsenzähler mimen? – Das Ding hat ordentlich Dampf auf dem Kessel und sorgt für Kurzweil – so darf es im DTV-Sektor gerne weitergehen. Hyams darf wiederkommen.

Im tiefen Tal der Superbabes

superbabes_coverIm tiefen Tal der Superbabes

Originaltitel: Down in the Valley
USA 2008
Buch und Regie: Christian Forte
Kamera: Alex Vendler

Darsteller:
Chris Pratt, Brendan Hines, Scott Caan, Blanca Soto, Rachel Specter, Denise Richards, Christopher McDonald, Kate Albrecht

Lester (Chris Pratt) ist ein spätpubertärer Loser Anfang Zwanzig, der sich seine Brötchen im örtlichen Schnapsladen verdient und dessen Gedankenwelt sich vorwiegend um Pornofilme dreht. Sehr zum Unmut seines Schulfreundes Carl (Brendan Hines), der sich bemüht, ein geregeltes Leben mit sicherem Job und fester Beziehung zu führen. Beide staunen nicht schlecht, als Carl eines Tages, scheinbar aus heiterem Himmel, eine Original Pornofilmkabine des legendären Schmutzfilm-Moguls Diamond Jim (Christopher McDonald) zugestellt wird, die sämtliche großen Klassiker aus dessen goldener Schaffenphase bereithält. Lester schlägt die Hände über dem Kopf zusammen, lässt sich aber dennoch von Carl breitschlagen, die Kabine zu betreten.

Die Videokabine entpuppt sich als Teleporter, der die Jungs geradewegs in die Welt von Diamond Jims Pornofilmen katapultiert. Ehe sich die beiden versehen, werden sie von zwei wohlproportienierten Gesetzeshüterinnen zur Brust genommen, die sie der Peitschen schwingenden Suzi Diablo (Blanca Soto) und dem schmierigen Cop Rod Cannon (Scott Caan) ausliefern. Den Jungs gelingt es jedoch vor dem „harten Prügel des Gesetzes“ Reißaus zu nehmen und im Haus der Studentinnenverbindung „Tri-Pi“ Unterschlupf zu finden. Der Tagesablauf des von der heißen Aufseherin Autumn Bliss angeführten Mädelstrupps besteht vornehmlich aus Cheerleading und neckischen Spielereien mit Wasserschlauch und Schlagsahne.

Die Porno-Kabine Ärger mit dem Gesetz Willkommen in der Welt von Diamond Jim

Trotz stetiger Verfolgung und unangenehmer Verhörpraktiken durch Suzi Diablo und Rod Cannon scheint Carl in der Welt der Pornofilme seine Bestimmung gefunden zu haben, während Lester händeringend nach einem Heimweg in die Realität sucht. Alles bis zu dem Moment, in dem die Liebe zuschlägt – mit unberechenbaren Konsequenzen. Denn Emotionen dieser Art sind in der Welt von Diamond Jim weder bekannt noch vorgesehen.

Zwei Jungs gefangen im goldenen Zeitalter des Pornofilms – das weckt keine Hoffnungen auf anspruchsvolle Filmkunst, sondern verspricht kurzweiligen Unterhaltung für einen feucht-fröhlichen Filmabend einer Männerrunde. Und genau das ist es, was der Film dann auch bietet. Nicht weniger, aber eben auch nicht mehr. Wer (wie ich) auf eine originelle, mit Verweisen auf reale Vorbilder gespickte Hommage an die große Ära des Erwachsenenkinos hofft, wird leider enttäuscht. Im Endeffekt dient das Thema nur als Aufhänger für eine typisch amerikanische, und damit leider trotz aller angeblich propagierter Zügellosigkeit im Kern mal wieder ziemlich spießigen Teenie-Komödie, in der zu guter Letzt Enthaltsamkeit und die wahre Liebe triumphieren. Das, was hier an Freizügigkeit und angeblicher Lockerheit aufgeboten wird, erschöpft sich in ein paar wenigen blanken Brüsten und schmutzigen Witzen, die von jedem EIS AM STIEL-Film übertrumpft werden.

Carl und Lester trauen ihren Augen kaum Suzi Diablo und Rod Cannon Ein Krankenhausaufenthalt der angenehmen Art

Dass IM TIEFEN TAL DER SUPERBABES dennoch Unterhaltungswert besitzt, ist vor allem der sympathischen Besetzung geschuldet, die den ganzen Film über gut gelaunt bei der Sache sind und damit auch über einige arg platte Ausrutscher des Drehbuchs hinwegsehen lässt. Neben den beiden Hauptdarstellern Chris Pratt und Brendan Hines sticht vor allem Scott Caan (OCEAN’S 11 – 13) in seiner Rolle als mega-schmieriger Porno-Cop hervor. Als Running Gag spricht dieser ausschließlich lässigen Siebziger-Jahre-Slang, den Lester und Carl den ganzen Film über kaum verstehen. Ein Grund mehr, den Film im englischen Original anzuschauen, denn obwohl die deutsche Synchronfassung erstaunlich gut anhörbar ist, geht dies ebenso wie manch anderer Wortwitz in der Übersetzung komplett verloren. Gar nicht punkten kann hingegen „Stargast“ Denise Richards, der Ende der neunziger Jahre mal eine Hollywood-Karriere prophezeit wurde, die dann aber nie so richtig Fahrt aufgenommen hat. Auch dieses Mal bleibt sie wieder den Beweis schuldig, ob sie mehr kann, als hübsch lächelnd in der Gegend rumzustehen. Schade, auch wenn es für ihre Rolle in diesem Film so gerade noch ausreicht. Neben zahlreichen jungen Damen in knappen Kostümen ist Christopher McDonald ein echter Hingucker, der in einem unglaublich miesen Kostüm köstlich den Porno-Mogul Diamond Jim gibt.

Die DVD von Sunfilm präsentiert den Film in ansprechender Qualität. Das Bild ist farbenfroh und sieht für eine günstige Produktion recht gut aus. Das Bonusmaterial besteht lediglich aus einigen Interviews, in denen die Beteiligten betonen, wie unglaublich toll und witzig sie das Drehbuch finden. Hinzu gesellen sich noch einige Trailer aus dem Programm des Anbieters. Netterweise hat Sunfilm dieser DVD ein Wendecover spendiert, so dass sich der überdimensionierte FSK-Flatschen von der Frontseite verbannen lässt.

Power Kids

powerkids_posterPOWER KIDS

Thailand 2009
Regie: Krissanapong Rachata
Produzenten: Prachya Pinkaew, Sukanya Vongsthapat, Panna Rittikrai
Action Supervisor: Panna Rittikrai
Drehbuch: Nonont Kontaweesook, Nepalee, Piyaros Thongdee

Darsteller:
Nantawooti Boonrapsap, Sasisa Jindamanee, Paytaai Wongkamlao,
Narawan Techaratanaprasert, Johnny Nguyen

Erinnert sich noch jemand an die Lucky Seven? Oder an die Lucky Kids? Nachdem die Thailänder, angefangen mit ONG BAK (2003), der internationalen Fangemeinde,die spätestens seit der Abwanderung aller nennenswerten Talente von Hong Kong in die die USA unwiederbringlich verloren geglaubten Martial Arts Klopper wieder gegeben haben, schicken sie sich nun an, das längst in der Versenkung verwundene Kung Fu Kids Genre wiederzubeleben. Obwohl es in diesem Falle genau genommen natürlich Muay Thai Kids sind, aber wer auf solche Nebensächlichkeiten wie Logik Wert legt, war beim thailändischen Action-Kino ja ohnehin noch nie gut aufgehoben. Besonders, wenn in den Credits die Namen Prachya Pinkaew und Panna Rittikrai prangen, wenn auch diesmal nur als Produzenten. Wofür diese Namen aber vor allem stehen, ist sinnbefreite und krachende Action bis der Arzt kommt (und zwar wortwörtlich). Nicht die schlechtesten Voraussetzungen für eine adäquate Neuauflage des Genres rund um schlagkräftige Kinder.

POWER KIDS, dessen thailändische Originaltitel soviel bedeutet wie „Fünf Krieger für das Herz“, erzählt also die Geschichte einer Gruppe von Kindern, die in der kleinen Muay Thai Schule ihres väterlichen Meisters Lek (Arunya Pawilai) in den traditionellen thailändischen Kampfkünsten unterwiesen werden. Zu ihnen zählen der coole Wut (Nantawooti Boonrapsap), das toughe Mädchen Kat (Sasisa Jindamanee aus Born to Fight) und der großschnäuzige Pong (Paytaai Wongkamlao). Auch Wuts kleiner Bruder Wun (Darun Tantiwichitwech) gehört dazu, aufgrund eines angeborenen Herzfehlers ist es ihm jedoch untersagt, am Unterricht teilzunehmen, obwohl genau dies sein größter Wunsch ist. Somit kann er aber nur wehmütig zusehen, wenn die anderen das Kämpfen üben oder vom Meister für ihre Streiche mit der Rute gezüchtigt werden. Das fünfte Power Kid im Bunde ist das Mädchen Jib (Narawan Techaratanaprasert). Sie trainiert keinen Kampfsport, sondern jobbt an einem Rennparcours für ferngesteuerte Autos und ist hin- und hergerissen zwischen ihren Freunden von der Kampfsport-Schule und den coolen jungen Schnöseln, die mit ihren Mofas an der Rennpiste abhängen.

Power Kids Power Kids Power Kids

Als Wuns Geburtstag ansteht, beschließen seine Freunde dem bemitleidenswerten Kleinen ein professionelles ferngesteuertes Rennauto zu schenken. Um das nötige Kleingeld zusammenzukratzen, ist jedoch Phantasie gefragt. So geben sie unter anderem einem unterbelichteten japanischen Touristen heimlichen Kampfsport-Unterricht. Hierbei werden sie von einem versoffenen amerikanischen Vollproleten (Richard William Lord) gestört, den die Power Kids in der ersten großen Actionszene des Films nach allen Regeln der Kunst zusammenfalten.

Letztendlich gelingt es den Kindern, das Rennauto zu erwerben und ihrem kleinen Freund damit eine große Freude zu machen. Die Freude währt jedoch nur kurz, da Wun mit seinem Auto schnurstracks zur Rennbahn stolziert und dabei mit den coolen Halbwüchsigen aneinander gerät, die ihn schikanieren. Modellautos gehen zu Bruch, und Wun wird Opfer einer Hetzjagd durch die Straßen der Stadt, in deren Verlauf sein schwaches Herz kollabiert.

Die gute Nachricht: Ein Spenderherz haben Wuns Eltern bereits bereits gefunden, es lagert im Krankenhaus einer benachbarten Stadt und muss nun kurzfristig herbeigeschafft werden. Die schlechte Nachricht: In besagtem Krankenhaus hält sich ein amerikanischer Diplomat auf, was eine von einem jungen Mädchen (Pimchanok Leuwisetpaiboon) befehligte separatistische Terrorgruppe dazu veranlasst, das Hospital zur Durchsetzung ihrer Forderungen zu besetzen. Da die Zeit drängt und auf Spezial-Einsatzkommandos wie immer kein Verlass ist, bleibt den Power Kids nichts anderes übrig, als sich selbst Zutritt zum belagerten Gebäude zu verschaffen und den Terroristen rund um Oberfiesling Pada (Johnny Nguyen) den Garaus zu machen.

Power Kids Power Kids Power Kids

Power Kids ist ein recht kurzweiliges Filmchen mit einer höchst überschaubaren Spielzeit von gerade mal 73 Minuten (inklusive Abspann). Es ist dabei durchaus von Vorteil, dass die Filmemacher hinsichtlich der inhaltlichen Tiefe keinen falschen Illusionen erlegen sind, und das ganze Geschehen stattdessen ziemlich kompakt auf den Punkt gebracht haben. Die Schauspieler kommen sympathisch rüber und die akrobatischen Martial Arts Szenen können sich sehen lassen. Da fliegen die Knie und die Ellenbogen, und es geht einiges zu Bruch, etwa wenn Johnny Nguyen durch Glasscheiben getreten oder ihm eine im Sprung aus der Lampe gerissene Leuchtstoffröhre auf dem Kopf zerdeppert wird.

Ein anderes Manko liegt darin, dass die Darsteller der Kids vergleichsweise alt wirken. Dies hat auch mit den Problemen zu tun, die die Produktion des Films belasteten. POWER KIDS wurde 2005 begonnen, dann wegen Verletzungen und anderer Projekte einiger Darsteller auf Eis gelegt und erst Jahre später fertiggestellt, bevor er im März 2009 in die thailändischen Kinos kam. Dieser Umstand erforderte zahlreiche Neu- und Nachdrehs, was den zerfahrenen Eindruck des Films weiter verstärkt. Es erklärt auch, warum Johnny Nguyen, zwischenzeitlich zum Hauptdarsteller im vietnamesischen Actioner THE REBEL (2008) avanciert, hier mehr oder weniger als Prügelknabe verheizt wird.

Was bleibt, ist ein dennoch unterhaltsames Filmchen für zwischendurch, das zwar schnell vergessen ist, aber auf jeden Fall neugierig macht auf das, was man von dieser jungen Generation noch hören (und vor allem sehen) wird.

PS: Erwähnt werden sollte noch, dass mit der kindlichen Anführerin der Terroristen ausgerechnet einer der scheinbar aberwitzigsten Aspekte des Drehbuchs auf einer wahren Begebenheit beruht: Tatsächlich besetzte im Januar 2000 eine von zwei 12-jährigen Zwillingsbrüdern angeführte Splittergruppe der im Thailändisch-Burmesischen Grenzgebiet ansässigen Karen-Rebellen ein thailändisches Krankenhaus (siehe Link).
Link: http://news.bbc.co.uk/2/hi/asia-pacific/616772.stm

Meatball Machine

Meatball Machine Cover

Meatball Machine

Japan, 2005, 90 Min., 1,78:1
Regie : Yudai Yamaguchi & Jun’ichi Yamamoto
Produzent : Yukihiko Yamaguchi
Drehbuch : Junya Kato
Kamera : Shinji Kugimiya & Shu G. Momose
Effekte : Yoshihiro Nishimura

Darsteller
Issei Takahashi, Aoba Kawai, Kenichi Kawasaki
Shôichirô Masumoto, Toru Tezuka, Ayano Yamamoto

Der frustrierte, junge Fabrikarbeiter Joji lebt zurückgezogen in einer kleinen Wohnung. Auch in der Fabrik nimmt er seine Mahlzeiten stehts alleine ein. In der Pause sucht er sich immer das gleiche Plätzchen, um die schöne Sachiko aus sicherer Entfernung beim Wäsche aufhängen zu beobachten. Den Mut sie anzusprechen hat er nicht.

Bis eines Tages die schüchterne Sachiko von Herrn Tanaka nach einem Betriebsessen sexuell belästigt wird. Joji kommt gerade durch Zufall die Straße entlang und wird Zeuge dieses Vorfalls. Nun nimmt Joji seinen ganzen Mut zusammen und geht dazwischen. Konsequenz: Er kassiert eine Tracht Prügel – aber Sachiko ist zumindest fürs Erste in Sicherheit. Schwer getroffen begleitet sie ihren Retter in seine Wohnung. Doch bevor die beiden sich in irgendeiner Weise näher kommen können, passiert das Unglaubliche…

Ahhhhhh….Meatball Machine tut gut, so richtig gut. In der heutigen Zeit, in der fast alles mit teuren CGI Effekten gemacht wird, ist MEATBALL MACHINE ein Ausnahmewerk das „back to the roots“ geht. Vor langer Zeit gab Tsukamoto mit TETSUO 1-2 den Ton an, der auch auf spektakuläre, handgemachte Make-Up-Effekte setzte. Bemerkenswert, daß uns YudaiYamaguchi und Jun’ichi Yamamoto auch im Jahre 2006 noch mit diesem alten aber nicht vergessenen Filmhandwerk so beeindrucken können. Schade, daß immer weniger Regisseure mit klassischen Make-Up Effekten arbeiten und den digitalen Budenzauber bevorzugen. Den Charme und die Wirkung beim Zuschauer konnte bisher kein Computer nachmachen.

Regisseur Yamaguchi sammelte seine ersten Erfahrungen bei Herrn Kitamaru als 2nd Unit Director bei VERSUS (2000), und drehte anschließend mit BATTLEFIELD BASEBALL (2003) eine typisch japanische Splatter-Komödie, in der er schon sein Talent für ausgefallene Charaktere und derbe Splatter-Einlagen zeigen durfte. Nun, mit Meatball Machine setzt er dem ganzen die Krone auf. Zusammen mit seinem Partner Juni’ichi Yamamoto, der bereits 1999 die Idee zu Meatball Machine verfilmte, ließen die beiden es 2005 mit höherem Budget noch mal so richtig krachen. Grandiose MakeUp- und Monster-Design-Arbeit wurde hier geleistet, ein absolutes Kompliment an die Macher dieser Old-School-Latex-Effekte. Jede Menge dickes Kunstblut und glibberige Körperflüssigkeiten begeistern die Fans. MEATBALL MACHINE 2005 – sehr lecker!

Joji aka Issei Takahashi, der auch schon in KILL BILL oder dem sehr schönen japanischen Drama CRYING OUT LOVE, IN THE CENTRE OF THE WORLD sein Talent beweisen durfte, spielt auch diese ausgefallene Rolle souverän. In Japan ist man also flexibel, denn in Hollywood wäre wohl kaum denkbar, nach größeren Produktionen in einer kleinen Horror-Trash-Produktion mitzuwirken. Auch die restliche Besetzung macht einen guten Eindruck, insbesondere die hübsche Aoba Kawai als Sachiko, die leider noch nicht allzu viel Leinwandpräsenz aufweisen kann. 2004 spielte sie in GIRLFRIEND: SOMEONE PLEASE STOP THE WORLD mit. Hoffen wir, daß wir demnächst mehr mit der guten bewundern dürfen. !

Was haben wir also: Eine durchgeknallte Japan-Shock-Story, die mich wirklich unterhalten hat, und nebenbei noch die blutigste Lovestory, die ich bis dato gesehen habe. Vielleicht mag der eine oder andere sagen, dass die Story nicht viel Neues bietet, alles schon mal da gewesen usw… Aber das stört bei MEATBALL MACHINE überhaupt nicht. Der Fleischklopps ist so vollgepackt mit „kranken“ Ideen, daß die Wände wackeln. Deshalb braucht er sich auch nicht hinter Tetsuo oder anderen Genre-Vertretern aus Japan verstecken, sondern kann auf eigenen Füßen stehen und sich sein Lob bei Mama selbst abholen.
Es tut gut, mal wieder alte Genrekost neu aufgearbeitet zu sehen. Eine willkommene Abwechslung zu den teuren und übermäßig beladenen CGI-Streifen der Neuzeit. Fazit: Ansehen und Spaß haben!

Deutsche uncut DVD von AFN / Splendid. Bild etwas unscharf und schwammig in einigen Szenen. Die Dolby Digital 2.0 Tracks (Deutsch und Japanisch) gehen in Ordnung. Die Synchro kann man sich antun, aber auf Japanisch mit UT kommt das ganze Spektakel mit noch mehr Atmosphäre daher! Leider, außer dem Trailer, keine Extras.

Joji aka Issei Takahashi, der auch schon in KILL BILL oder dem sehr schönen japanischen Drama CRYING OUT LOVE, IN THE CENTRE OF THE WORLD sein Talent beweisen durfte, spielt auch diese ausgefallene Rolle souverän. In Japan ist man also flexibel, denn in Hollywood wäre wohl kaum denkbar, nach größeren Produktionen in einer kleinen Horror-Trash-Produktion mitzuwirken. Auch die restliche Besetzung macht einen guten Eindruck, insbesondere die hübsche Aoba Kawai als Sachiko, die leider noch nicht allzu viel Leinwandpräsenz aufweisen kann. 2004 spielte sie in GIRLFRIEND: SOMEONE PLEASE STOP THE WORLD mit. Hoffen wir, daß wir demnächst mehr mit der guten bewundern dürfen.

Was haben wir also: Eine durchgeknallte Japan-Shock-Story, die mich wirklich unterhalten hat, und nebenbei noch die blutigste Lovestory, die ich bis dato gesehen habe. Vielleicht mag der eine oder andere sagen, dass die Story nicht viel Neues bietet, alles schon mal da gewesen usw… Aber das stört bei MEATBALL MACHINE überhaupt nicht. Der Fleischklopps ist so vollgepackt mit „kranken“ Ideen, daß die Wände wackeln. Deshalb braucht er sich auch nicht hinter Tetsuo oder anderen Genre-Vertretern aus Japan verstecken, sondern kann auf eigenen Füßen stehen und sich sein Lob bei Mama selbst abholen.
Es tut gut, mal wieder alte Genrekost neu aufgearbeitet zu sehen. Eine willkommene Abwechslung zu den teuren und übermäßig beladenen CGI-Streifen der Neuzeit. Fazit: Ansehen und Spaß haben!

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