Schoolgirl Apocalypse

Schoolgirl Apocalypse
Schoolgirl Apocalypse

Originaltitel: Sêrâ-fuku mokushiroku

Japan 2011

Buch und Regie: John Cairns

Darsteller: Higarino (Rino Higa), Mai Tsujimoto, Max MacKenzie, Kaoru Nishida, Asami Miyakawa

Laufzeit: 86 Minuten (DVD)
Bildformat: 1,78:1

Veröffentlichung: DVD von Midori Impuls (bereits erschienen)

Sakura führt ein beschauliches Dasein als Schülerin irgendwo im ländlichen Japan. Die Idylle findet ein jähes Ende, als ein schrilles Tonsignal unbekannten Ursprungs die männlichen Bewohner zu willenlosen Zombies werden lässt. Das seltsam-apathische Verhalten ihrer Lehrer und Mitschüler nimmt Sakura dabei zunächst nur irritiert zur Kenntnis. Doch spätestens als ihr Vater des Abends zähnefletschend über die Familie herfällt und ihre Mutter tötet, wird ihr bewusst, dass irgendetwas in ihrer Umgebung ganz fürchterlich schief läuft. Nur mit ihrem Sportbogen bewaffnet versucht sie sich in Sicherheit zu bringen.

Auf ihrer Flucht muß Sakura feststellen, dass das unheimliche Phänomen keineswegs lokal begrenzt ist, sondern die Männer flächendeckend der Zombiefizierung anheim gefallen sind. Als noch unberechenbarer als die Männer erweisen sich jedoch die Frauen, denen sie begegnet. Diese gehen jeweils auf ihre ganz eigene Weise mit der Apokalypse um und reagieren auf das Auftauchen des verwirrten Schulmädchens mal hilfsbereit, mal feindselig.

In ruhigen Minuten versucht Sakura, mit Hilfe in ihres Englisch-Schulbuchs den sie umgebenden Wahnsinn zu vergessen. Doch dann erscheint ihr der hübsche blonde Junge aus den naiven Illustrationen ihres Lehrbuchs im Traum und fleht sie eindringlich um ihre Hilfe an. Sakura wird klar, dass sie selbst aktiv werden und den Kampf gegen die Quelle der unheimliche Bedrohung aufnehmen muß.

Der knackig-prägnante Titel lässt eher ein grelles Exploitation-Spektakel vermuten. Tatsächlich ist Schoolgirl Apocalypse aber weit entfernt von Fun-Splatter und Schulmädchen-Fetisch. Dass es durchaus blutig wird, versteht sich bei der Kombination Heldin mit Bogen gegen untote Angreifer natürlich von selbst. Doch linst die Kamera dem Mädchen auch im wilden Gefechtsgetümmel nie unter den Rock. Vielmehr nimmt der Film seine Hauptfigur bei aller Naivität ernst und baut eine beunruhigende Atmosphäre auf, die sich immer weiter steigert, je näher Sakura der finalen Konfrontation kommt.

In seiner unkonventionellen Machart ist Schoolgirl Apocalypse aber auch ein Film, auf den man sich als Zuschauer einlassen muss. So sind die animierten Traumsequenzen, in denen Sakura dem Jungen aus ihrem Englischbuch begegnet, schon ziemlich schräg und sicherlich nicht jedermanns Sache, ebenso wie das bizarre Finale. Auch verzichtet der Film darauf, alles zu erklären oder dem Zuseher seine Botschaft aufs Auge zu drücken. Wie die verunsicherte Hauptdarstellerin selbst wird man über das „Warum“ hinter den Ereignissen im Dunkeln gelassen und kann sich selbst seinen Reim auf das Geschehen machen. Das notwendige Maß an Offenheit vorausgesetzt, erweist sich Schoolgirl Apocalypse somit als stimmungsvoller und interessanter kleiner Independent-Film, der nicht schon fünf Minuten nach dem Ende vergessen ist.

Interessanterweise steht hinter diesem durch und durch japanisch wirkenden Film mit John Cairns ein amerikanischer Regisseur. Cairns ist mit einer Japanerin verheiratet und lebt bereits seit über 15 Jahren in Japan. Dort verbrachte er einige Jahre auf dem Land, wo er als Englischlehrer arbeitete. Die japanischen Schülerinnen machte auf ihn einen unheimlich naiven Eindruck, was ihn zur Grundidee des Films veranlasste: wie würden sich diese unselbstständigen Mädchen wohl im Angesicht der Apokalypse verhalten? Auch die Traumsequenzen wurde von der Realität inspiriert, sie basieren auf den kitschigen Illustrationen der japanischen Lehrbücher für Mädchen.

Bei den Arbeiten am Skript zog Comic-Fan Cairnes auch den Horror-Manga-Altmeister Kazuo Umezu zu Rate. Umezu hatte bereits Anfang der 70er-Jahre in dem populären Manga Hyōryū Kyōshitsu die Abenteuer eine Gruppe Schüler in einer endzeitlichen Zukunftswelt geschildert und gab Cairnes Tipps für die Erzählung seiner Geschichte. Der Film entstand schließlich innerhalb von nur knapp zwei Wochen mit einem überschaubaren Budget. Cairns hat dies recht gut kaschieren können, indem er sein Skript entschlackte und viel Mühe darauf verwendete, stimmige Locations (ländliche Idylle, verfallene Gebäude und Japan-typisch natürlich das Meer) und überzeugende Schauspieler zu finden. Unter den Darstellern sticht besonders die Hauptdarstellerin hervor: Sakura wird von Rino Higa (Higarino) gespielt, die als sogenanntes Gravure-Model zum Drehzeitpunkt zwar kein unbeschriebenes Blatt mehr war, aber die Verkörperung des unbedarften Schulmädchens perfekt beherrscht. Die Zombie-Effekte sind gelungen, lediglich im Showdown stechen einige etwas simpel geratene CGI-Animationen hervor, die zum Glück aber ziemlich kurz gehalten wurden.

Das notwendige Maß an Offenheit insbesondere für die schrägen Animationssequenzen vorausgesetzt, erweist sich Schoolgirl Apocalypse als stimmungsvoller kleiner Independent-Film, der dem Thema „Schulmädchen gegen Zombies“ ein interessantes Coming-Of-Age-Element hinzufügt. Die sympathische Darstellerriege und die Reduktion der Inszenierung auf das Wesentliche kaschieren geschickt das geringe Budget, so dass man dem Film seine kostengünstige Realisierung zwar ansieht, er aber nie im negativen Sinne billig wirkt. Der Verzicht auf allzu viel Erklärung sorgt zudem dafür, dass Schoolgirl Apocalypse nicht schon fünf Minuten nach seinem Ende vergessen ist.

Schoolgirl Apocalypse DVDs

Schoolgirl Apocalypse feierte seine europäische Premiere im Rahmen des 2012er Japan Film Festivals in Hamburg (JFFH) und wurde kürzlich vom jungen deutschen Label Midori Impuls auf DVD veröffentlicht. Bild und Ton sind tadellos, hinzu gesellen sich einige willkommene Bonusfeatures, die zur weiteren Beschäftigung mit dem Film und den Menschen dahinter einladen. Ein besonderes Extra hat Regisseur John Cairns speziell für den deutschen Markt produziert: Begleitet von witzigen Animationen berichtet er von der Premiere in Hamburg und gibt zwei höchst amüsante Anekdoten aus dem Festivalkino zum Besten. Die Veröffentlichung ist in fünf limitierten Hartboxen erschienen, deren Cover zum einen das offizielle Kinoplakat, zum anderen eigens von verschiedene Künstlern entworfene Motive zieren.

Ausstattung der DVD:
Bildformat: 1,78:1 (anamorph)
Sprache: Japanisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch, Englisch
Bonusmaterial mit dt. Untertiteln:
• Vierteiliges Making Of: Location Hunting Horrors, Found Footage, Kyudo Training, Monsters & Idols
• Interview mit John Cairns (Buch & Regie)
• Interview mit Higarino (Hauptdarstellerin)
• Special Report: Japan Film Festival Hamburg
• 2 Trailer
• Trailershow des Anbieters

Zu kaufen in diversen Online-Shops, die Hartboxen im Programm haben, z.B.:
OFDB Shop
Medienversand.at

oder direkt bei Midori Impuls in Hamburg:
midori.impuls@gmail.com

Herzlichen Dank an MIDORI IMPULS für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

The Raid – ab 12.07. im Kino (UNCUT / R-Rated)

dvm001181d_smallEin bisschen Werbung: Es klingt alles ganz einfach: Als neues Mitglied eines verdeckt operierenden Sondereinsatzkommandos soll Rama einen brutalen Drogenbaron in dessen heruntergekommenen fünfzehnstöckigen Apartmentblock stellen und dingfest machen. Aber nicht alles ist so, wie es scheint: Die Führung der Eliteeinheit verfolgt anscheinend ihre eigenen Ziele mit dem Einsatz, während der Kopf des Kartells, Tama (Ray Sahepaty), offenbar längst auf die Angreifer gewartet hat. Als seine vorgewarnten Wachen die Operation gleich zu Beginn auffliegen lassen, bricht in dem Gebäude die Hölle los.
Ein Apartmentblock, unzählige Gangster, ein Haufen zunehmend dezimierter Elitecops und Shootingstar Iko Uwais als Mensch gewordene tödliche Waffe, die zum packenden Score von „Linkin Park“-Frontmann Mike Shinoda die Grenzen von Physik und Schmerzempfindlichkeit aus den Angeln zu heben scheint: Das kommt dabei heraus, wenn man das knüppelharte US-Actionkino der 80er-Jahre, die gefeierte Ballistikchoreografie eines John Woo und die Martial-Arts-Artistik eines Tony Jaa („Ong Bak“) kombiniert. Ein Film, der schon jetzt als eines der großen Actionmeisterwerke der Filmgeschichte gilt und auf zahlreichen Festivals gefeiert wurde: THE RAID. Der walisische Regisseur Gareth Evans hat mit Iko Uwais den nächsten großen asiatischen Actionstar und
einen ebenbürtigen Nachfolger für die Garde um Jet Li, Tony Jaa und Co. gefunden. Evans, der mit Uwais bereits bei MERANTAU – Meister des Silat zusammengearbeitet hat, ist mit THE RAID ein ernstzunehmender Anschlag auf die menschliche Wahrnehmung gelungen. Eine Glanzleistung, die die „Expendables“ trotz fortgeschrittenen Alters der Akteure wie einen Kindergarten wirken lässt. Das von Kameramann Matt Flannery virtuos in Szene gesetzte Ergebnis gilt schon jetzt als „bester Actionfilm seit Jahrzehnten“ (Twitchfilm).

Der Action-Hammer aus Indonesien startet am 12.07. bei Koch Media / Constantin Film – und das sogar ungeschnitten (FSK: KJ)! Später wird sicherlich noch die Unrated-Fassung, die in den USA bereits angekündigt ist, auf DVD/Blu-ray nachgeschoben. Bis dahin, ab ins Kino, damit asiatische Filme, vor allem Actionfilme, endlich mal wieder Aufmerksamkeit bekommen. Viel Spaß! Hier noch der dt. Trailer:

Bizarre Cinema – März Programm 2012

Lieber Mathias Döpfner, Christian Hellmann, Mitglieder der „Hörzu“-Redaktion, Bonzen des Axel Springer Verlags und Fans der Goldenen Kamera in aller Welt,

danke!

Danke für einen weiteren schönen Abend voller Tränen, Emotionen und bewegender Momente. Und dafür, dass mit Mario Adorf endlich einer der wahren Giganten des deutschen Kinos für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Zwar nur in der Sparte „national“, aber wer kann von der Jury schon erwarten, dass sie neben dem „Großen Bellheim“ all die italienischen Polizeifilme der 70er gesehen hat, in denen Mario Adorf wirklich groß ist. Bizarre Cinema erklärt den März zum Monat der Goldenen Kamera und zeigt neben dem ultimativen Adorf-Klassiker drei weitere Gewinner-Filme.

Alle Filmen laufen im Metropolis Kino Hamburg.

Spezialpreis der metallverarbeitenden Industrie:
Sonntag, 4. März, 14.30 Uhr: ROBOT JOX
USA 1990, R: Stuart Gordon, 85 min., DF, mit Gary Graham, Anne-Marie Johnson, Paul Koslo
Nach der Apokalypse konkurrieren Ost und West um die Bodenschätze in Alaska. Doch die Supermächte lassen ihre Konflikte mittlerweile von bemannten riesigen Kampfrobotern austragen. Lange vor „Transformers“ schickt Gordon in diesem fast vergessenen Kinder-Erwachsenenfilm-Hybrid hier Mechas und deren Jockeys („Jox“) in Stop-Motion-Kämpfe, die SF-Freunde jeden Alters erfreuen dürften. „Die Schlacht der Stahlgiganten“ ist laut, grell und trash as trash can. Politische Subtexte und Bezüge zu antiker Mythologie auf Wunsch inklusive.
Text & Einführung: Jan Minck

1. Preis „Bestes Genre-, Ideen- und Szenen-Recycling“:
Sonntag 11. März, 14.30 Uhr: ATLANTIS DER VERLORENE KONTINENT
USA 1961 R: George Pal, mit: Anthony Hall, Joyce Taylor, John Dall

atlantis„Die letzten Tage von Pompeji“ gekreuzt mit „Die Insel des Dr. Moreau“, so in etwa sieht der Film aus, den der legendäre Regisseur und Produzent George Pal („Krieg der Welten“, 1954) gleich nach seinem Oscar-Gewinner „Die Zeitmaschine“ (1960) drehte und der von Kritikern gehasst wird. Der Plot: Ein Fischerjunge der griechischen Antike rettet die Prinzessin von Atlantis, wird dort zum Dank aber nur versklavt und muss in der Arena gegen Feuer, Wasser und einen Oger kämpfen, ehe er selbst zum Tiermenschen transformiert werden soll. Ein schräger Schurke (John Dall, 1949 mit „Gun Crazy“ zur Noir-Ikone geworden) und sein böser Magier setzen dem Eiland so zu, dass schließlich der Vulkan eruptiert und die ganze verderbte Hochkultur ins Meer rauscht – wobei einige Katastrophenszenen aus „Quo Vadis“ (1951) recycelt wurden … U-Boote, die wie Walfische aussehen, perverse Experimente im Folterkeller, Sklavenaufstände, Todesstrahlen aus dem Riesenkristall und ein wunderschönes, handgemachtes Zertrümmerungsfinale: Ein wahrer Funkelstein des monumentalen Trashkinos!
Text & Einführung: Peter Clasen

Terres-des-Hommes-Spezialpreis für Toleranz und Völkerverständigung:
Sonntag, 18. März, 14.30 Uhr: THE HILLS HAVE EYES
USA 1977, R: Wes Craven, 89 Min., Englische OV, mit John Steadman, Janus Blythe, Peter Locke, Dee Wallace

TheHillsHaveEyes_Poster_spanishEine typisch amerikanische Familie ist auf dem Weg in den Sommerurlaub nach Kalifornien. Ein kleiner Abstecher in die Mojave-Wüste hat jedoch fatale Folgen: Wegen einer Autopanne sitzt man plötzlich in einer menschenleeren Gegend fest, die von der Air Force als Testgelände für nukleare Waffen genutzt wird. Über Funk ist niemand zu erreichen, und so machen sich Vater Bob und Schweigersohn Doug auf die Suche nach Hilfe, während Mutter und Kinder im Wohnwagen warten. Die sind – im wahrsten Sinne des Wortes – ein gefundenes Fressen für eine degenerierte Familie, die in den nahe gelegenen Bergen haust.

– Rape’n’Revenge-Klassiker von Horror-Altmeister Wes Craven. „We’re gonna be french fries! Human french fries.“

Text & Einführung: Jochen Oppermann

Mario Adorf!
Sonntag, 25. März, 14.30 Uhr: MILANO KALIBER 9
Italien 1971, R: Fernando di Leo, 88 Min., 35mm, DF, mit: Gastone Moschin, Mario Adorf, Barbara Bouchet, Phillippe Leroy, Lionel Stander, Frank Wolff

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Endlich gibt es vom unangefochtenen Meisterwerk des italienischen Rasanzkinos der 70er eine verfügbare Filmkopie, gesegnet seien die Archivare. Ugo Piazza (Gastone Moschin), einst Handlanger des „Amerikaners“, eines Mailänder Mafiabosses, kommt aus dem Gefängnis frei und wird prompt von ehemaligen Kollegen aus der Gewaltbranche abgepasst, die mit ihm den Verbleib von 300.000 Dollar klären sollen. Da ihm nicht geglaubt wird, mit dem Verschwinden des Geldes nichts zu tun zu haben, hat er fortan die Mobster regelmäßig zu Besuch. Vorneweg Rocco (Mario Adorf), eine unberechenbare Mischung aus ölig gegelter Eitelkeit und ungebremster, körperlicher Gewalt. Zudem muss Ugo noch die Erniedrigungen eines reaktionären Polizeikommissars ertragen, bei dem er milano3sich in seiner Bewährungsphase zu melden hat. Ein rasanter und schöner Film mit einer grandiosen Besetzung, der zwischen Lakonie und Gewaltausbrüchen in bester Tradition des Film Noir eine pessimistische Geschichte erzählt. Oder, wie ihn der damalige Verleih bewarb: ein moderner Gangster-Thriller, knochenhart und höllisch heiß.
Text & Einführung: Thorsten Wagner

Auf bald im Metropolis.
euer BC-Team

UPDATE:

Bizarre Cinema – Beruf: Stuntmanstuntman3

Ihr Gewerbe ist so alt wie das Kino selbst. Sie springen von Dächern, aus fahrenden Autos und durch Glaswände. Ohne sie bestünden Filme nur aus Kaffeekränzchen und Butterfahrten. Ihr Lohn ist scheiße. Ihren Namen kennt niemand. Sie sind einfach die geilsten. „Lieber zehn Minuten Angst als einen Monat arbeiten.“ (Arnim Dahl) Bizarre Cinema feiert einen Abend lang die stuntwahren Helden der Leinwand und kommentiert Karambolagen und Knochenbrüche. Unter anderem mit: Buster Keaton, Dar Robinson, Cüneyt Arkin, Jackie Chan

Samstag, 24. März, 20:00 Uhr, B-Movie

Bizarre Cinema – Der lange Tod des Stuntman Cameron
USA, 1980, 129 min, 35mm, DF

Regie: Richard Rush
Darsteller: Peter O’Toole, Steve Railsback, Barbara Hershey

stuntman2Ein Vietnamveteran gerät auf der Flucht vor der Polizei auf das Filmset eines Kriegsfilms. Damit er sich dort verstecken kann, übernimmt er den Job eines verstorbenen Stuntman und gerät in die Fänge des größenwahnsinnigen Regisseurs, der die Kunst über das Leben stellt. Oder ist alles ganz anders? Ode an den Stuntman, surreale Actionkomödie, postmoderner Paranoia-Thriller: Bizarre Entertainment vom Feinsten.

Samstag, 24. März, 22:30 Uhr

Panik im Tokio-Express

Liebe Freunde,

während im Fernsehen die Bilder der realen Katastrophe in einer Endlosschleife laufen, verschwinden die Bilder von fiktionalen Katastrophen aus allen Kanälen. Das ZDF ersetzt Jerry Lewis’ „The Nutty Professor“ durch den TV-Film „Die Heilerin“, in der Schweiz werden alle „Simpsons“-Folgen abgesetzt, in denen Homer bei der Arbeit im AKW zu sehen ist, und statt seines neuen Hörspiels „Green Frankenstein“ (http://joergbuttgereit.com/deutsch/hoerspiele/green-frankenstein/) läuft heute um 23.05 Uhr auf WDR3 Jörg Buttgereits Klassiker „Der kleine Drache“. Darf Bizarre Cinema also einen Film namens „Panik im Tokio-Express“ zeigen? Wir dürfen und müssen. Weil das Leben eben nicht die Kunst nachahmt und die Kunst auch nicht das Leben. Es sind verschiedene Sphären, die manchmal verdammt ähnliche Bilder hervorbringen. Über diese Ähnlichkeiten, aber auch über die großen Unterschiede sollte man sprechen – und man sollte gesehen haben, worüber man spricht.

Deshalb, aber auch weil wir mit euch noch einen letzten gemeinsamen Sonntagnachmittag im B-Movie verbringen wollen, zeigen wir am 10. April um 15.30 Uhr den im März ausgefallenen Film „Panik im Tokio-Express“.

So, 10.4., 15.30 Uhr: PANIK IM TOKIO-EXPRESS
Japan 1975, 94 Min., 35mm, DF, Regie: Junya Sato; Darsteller: Ken Takakura, Sonny Chiba
Sinkt die Geschwindigkeit unter 80 Stundenkilometer, explodiert die Bombe … Nein, das ist nicht „Speed“ mit Keanu Reeves und Sandra Bullock, sondern „Panik im Tokio-Express“ mit Ken Takakura (der japanische Clint Eastwood) und Kultstar Sonny Chiba. Ein heute vergessener Genreklassiker, wenn man mal davon absieht, dass Hollywood die Grundidee zwanzig Jahre später recycelte. Der Plot: Ein Gangstertrio erpresst die Bahn um fünf Millionen Dollar und schickt dafür eine Bombe auf Reisen. Kritiker warnten davor, der Film könne echten Gangstern als Anleitung dienen – doch DIESE Katastrophe trat nie ein: Die japanische Bahn wurde nie um eine Million Dollar erpresst, kein Passagierzug wurde ohne Stopp und Bremse über die Gleise gejagt, kein Frachtzug in die Luft gedonnert… Freut euch auf ein dramatisches Krimiabenteuer im echten 35mm-Kinoformat und superbreiten Toeiscope – nicht im 152-Minuten-Original, auch nicht im internationalen 115-Minuten-Cut, sondern in der treudeutschen 94-Minuten-Fassung!
Text und Einführung: Peter Clasen

Freier Eintritt für alle! Bringt also eure Freunde, Tanten und Onkels mit, damit die Hütte noch mal richtig voll wird.

Was danach aus Bizarre Cinema wird, ist noch ungewiss, die Weichen werden gerade gestellt. Das Team von Bizarre Cinema bedankt sich beim B-Movie dafür, dass wir ihre Gäste sein durften, und wünscht allen Zuschauern, dass sie uns auch am neuen Ort oder zur neuen Zeit die Treue halten werden.

Wir kommen wieder!

Euer Team von Bizarre Cinema

Hanna – Trailer

Nein, wie sprechen hier nicht von Hannah Montana. Hier geht es um das neue Projekt von Joe Wright (Abbitte) das sich HANNA nennt und wahrlich eine andere Richtung als dieser Teenage-Schnulz einschlägt. Hier werden Knochen gebrochen und wilde Gören (Saoirse Ronan) zu Killermaschinen erzogen. Seht selbst, der erste Trailer ist Online:
Saoirse Ronan macht schonmal einen unschuldig bösen Eindruck, und sollte sie hier genau soviel Talent beweisen wie in THE LOVELY BONES, hat Joe Wright die halbe Miete schonmal im Sack. Unterstützung gibt es zusätzlich noch von der bezaubernden Cate Blanchett und Eric Bana, der als Vater mal wieder zum Hulk werden darf wenn die kleine Tochter nicht nach seiner Pfeife tanzt. The Chemical Brothers sind für den Soundtrack verantwortlich, was eine absolute Bereicherung darstellt  und den Film mit Elektrobeats auf ein hohes emotionales Level treiben könnte. Wir werden sehen – Kinostart soll im Mai 2011 in Deutschland sein.

Rare Exports – Trailer

RareExports (2)Oh ja, bald ist also wieder Weihnachten, die Kinder warten bereits auf den lieben Weihnachtsmann. Aber was wäre, wenn der Weihnachtsmann auf einmal nicht mehr so nett wäre, sondern ziemlich bösartig daher kommt? Seht selbst:

Die ganze Geschichte basiert auf zwei lustigen Kurzfilmen, die es bei YouTube zu bewundern gibt. Der fertige Kinofilm dagegen sieht etwas düsterer aus, auf einschlägigen Film Festivals hat RARE EXPORTS schon für viel Furore gesorgt. RareExportsWirklich daran geglaubt, dass man RARE EXPORTS hierzulande im Kino zu Gesicht bekommt hatte ich nicht -aber Splendid-Film sei Dank, er wird tatsächlich kommen! Der aktuelle Termin könnte kaum besser sein: 23.12.10 also ich weiß, wo ich an diesem Tag den Abend verbringen werde. In diesem Sinne: eine fröhliche Adventszeit.

The Warrior’s Way – Trailer

TheWarriorsWayWas haben wir denn da, noch mehr Eye-Candy zum Jahresende? Ninjas im Wilden Westen treffen auf eine Optik, die an 300 erinnert – wirkt stellenweise noch etwas billig (hoffentlich nur unfertig). Die ersten Trailer bzw. TV-Spots machen aber schon Spaß. Zu Weihnachten also Ninjas, fliegende Ninja-Cowboys und Babys, die einem mysteriösen Helden auf den Rücken geschnallt sind- kommt das eingefleischten Asienkennern nicht bekannt vor!?
warriorsway

TV-Spot:

Die Produktion des Streifens lief bereits im Jahre 2007 an, da noch unter dem Namen LAUNDRY WARRIOR und sollte ein Remake (das wievielte eigentlich?) von Akira Kurosawas SEVEN SAMURAI werden. Der neue Name THE WARRIORS WAY und die dazu gehörigen Trailer vermitteln aber einen anderen Eindruck. Gedreht wurde in Neuseeland, da die Produzenten von HERR DER RINGE hier am Werke sind. Effekte wurden von WETA DIGITAL beigesteuert (hoffentlich werden die bis zum Start nochmal überholt). Mal abwarten, was das fertige Produkt dann an den Kinokassen zu leisten vermag. Zu rechnen ist wohl mit einem soliden oder katastrophal schlechten Ergebnis. Egal, ich freu mich drauf.

Merantau – Deutsche DVD / Blu-ray

,Meister des Silat‘ bald bei uns auf DVD / Blu-ray

merantau-dvd-art-3d.jpgMit „Merantau“ konnte Indonesien erstmals eindrucksvoll sein Potential unter Beweis stellen, beeindruckende Martial-Arts-Action auf inter-nationalem Niveau abzuliefern. Mit dem sympathischen und (natürlich genauso wichtig) kampfsportlerisch extrem talentierten Hauptdarsteller Iko Uwais wandelt der Film auf den Pfaden von Ong Bak. Dass der Film dabei eine sehr gute Figur und Lust auf mehr macht, haben wir bereits im Juni in unserem Review festgestellt.

In Deutschland hat sich nun die Firma Sunfilm des Films angenommen und veröffentlicht ihn als „Merantau – Meister des Silat“ auf DVD und Blu-ray Disc. Enthalten sein wird die internationale Schnittfassung, die von der FSK ungekürzt ab 18 freigegeben wurde. Verkaufsstart ist am 3. Dezember 2010, bereits am 5. November wird der Film in den Verleih kommen.

DVD:
Bild: 1,78:1 (anamorph)
Tonspuren: Deutsch DD 5.1 / DTS, Indonesisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bonus: Making of Featurette, Deleted Scenes, Trailer

Merantau – Meister des Silat (DVD) bei Amazon.de bestellen

Blu-ray:
Bild: 1,78:1, 1080p/24
Tonspuren: Deutsch DTS-HD 7.1, Indonesisch DTS Master Audio 5.1
Untertitel: Deutsch
Bonus: Making of Featurette, Deleted Scenes, Trailer

Merantau – Meister des Silat (Blu-ray) bei Amazon.de bestellen

Bizarre Cinema – Saison 2010

Schaurig, schmierig, schwungvoll: Bizarre Cinema geht in die nächste Saison! Ab dem 17. Oktober erwarten euch jeden Sonntagnachmittag im B-Movie wieder Werke aus dem vergessenen Satz der Filmgeschichte. Unablässig auf der Suche nach Theorieansätzen zu einer Ästhetik des Trashkinos, erweitern wir erneut das Spektrum an Material, um etablierte Vorstellungen von Genre und Geschmack zu demontieren. Fuck Digital!

Sonntag, 17. Oktober, 15.30 Uhr: DON’T ANSWER THE PHONE!

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USA 1980, 94 Min., 35 mm, OF, Regie: Robert Hammer, mit Nicolas Worth, Flo Gerris
Ein psychisch völlig defekter Vietnam-Veteran mutiert in L.A. zum Serienmörder. So viel zur Story. Durch die unglaubliche Performance von Nicolas Worth wird daraus so etwas wie „Taxi Driver“ in speckig. Das meinen die Amerikaner mit “sleazy“: dreckig, unkorrekt und voller Brüche. So wird das Betrachten zur Herausforderung. Don’t watch this movie! (Leonard Maltin: Movie Guide)
Text & Einführung: Jan Minck

Sonntag, 24. Oktober, 15.30 Uhr: LESLIE ABIGAIL – ICH WILL IMMER
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USA 1975, 100 Min., 35mm, DF, Regie: Joseph W. Sarno, mit Rebecca Brooke, Jennifer Jordan, Eric Edwards, Jamie Gillis
Leslie Abigail ist in ihrem Heimatort als Flittchen bekannt. Als die verheiratete Priscilla erfährt, dass Abigail wieder heimkehrt, ist sie schwer erschüttert. Schließlich hatte Abigail eine Affäre mit ihrem Mann. Kaum ist sie wieder da, verfallen Frauen und Maenner ihrer erotischen Ausstrahlung. Ein Klassiker aus den 70ern – The Bad Girl Who Was REAL Good…
Text & Einführung: Torsten Cornils

Sonntag, 31. Oktober, 15.30 Uhr: DER MENSCHENFRESSER
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Italien 1980, 35 mm, DF, Regie: Joe T’Omato, Darsteller: Schorsch Ostmann, Fisa Tarrow, Vaverio Sallone, Gerena Srandi
30 Jahre nach seiner Erstaufführung präsentiert www.deliria-italiano.de diesen italienischen Horrorklassiker innerhalb der Bizarre-Cinema-Reihe im B-Movie. Noch immer ist er so entsetzlich, dass Sie ihn in Ihrem ganzen Leben nicht vergessen werden. Und noch immer muss Herzkranken, Kreislaufschwachen, Magenkranken, Schwangeren, Personen, die unter Schlaflosigkeit leiden und Jugendlichen unter 18 Jahren vom Besuch dieses Films abgeraten werden. Herzlich willkommen hingegen sind Abtreibungsbefürworter, Griechenland-Urlauber und Leute, die ihren „falschen Hasen“ auch gern mal roh verspeisen. Wir wünschen guten Appetit!
Text & Einführung: Deliria Italiano

Sonntag, 7. November, 15.30 Uhr: THE BRUTE MAN

USA 1946, 57 Min, OF, 16mm s/w, Regie: Jean Yarbrough, mit Rondo Hatton, Tom Neal, Jan Wiley, Jane Adams
Früher war die Welt schwarz/weiß und grausam. Voller Stolz wurden in den 40er Jahren Rondo Hattons Filme mit dem Slogan beworben: „Universals erstes Monster ohne Maske“, bevor er sich dann 1946 aus dem Leben verabschiedete. Sein hier vorgestellter, letzter Film ist ein unglaublicher Horror-Thriller im Format von Tod Brownings „Freaks“, der es leider nie nach Europa in die Kinos geschafft hat. Selten wurde einem die Herzlosigkeit der Filmindustrie so bewusst wie hier.
Einführung: Andreas Schiefler von www.VintageMoviePosters.de

Sonntag, 14. November, 15.30 Uhr: DIE RACHE DER TAUSEND KATZEN

Mexiko 1972, 83 Min, DF, 35mm, Regie: René Cardona, mit Anjanette Comer, Hugo Stiglitz, Zulma Fayad
Millionär Hugo teilt sein Hobby mit vielen Playboys: Er sammelt junge Frauen. Die Methode, wie er sich ihrer entledigt, gehört allerdings nicht zum Standard. Sein Schloss in Acapulco beherbergt noch eine ganz andere Garnitur Miezen, und die lösen auch ohne Katzenhaarallergie Entsetzen aus.
Text & Einführung: Lillian

Sonntag, 21. November, 15.30 Uhr: DER KILLER VON WIEN
Italien/Spanien 1970, 98 Min., DF, 35mm, Regie: Sergio Martino, mit George Hilton, Edwige Fenech.
Die sich in ihrer Ehe vernachlässigt fühlende Julie beginnt eine Affäre mit dem Beau George. Kurz darauf wird sie erpresst und ihre Freundin Carol wird von einem maskierten Mann mit einem Rasiermesser getötet. Ist Julies sadistischer Ex-Lover Jean der Frauenmörder von Wien? Sergio Martinos erster Giallo zählt zum Besten, was das Genre zu bieten hat. Ein erotischer Thriller, der durchgehend fesselt!
Text & Einführung: Mike Schimana

Sonntag, 28. November, 15.30 Uhr: HELL’S ANGELS ON WHEELS
USA 1967, 95 Min., OF, 35 mm, Regie: Richard Rush, mit Jack Nicolson, Sabrina Scharf
Einer der besseren Biker-Filme aus den 60er Jahren. Jack Nicholson ist darin als Tankwart mit dem wunderschönen Namen Poet zu sehen, der sich den Hell’s Angels auf einem Trip quer durch die Staaten anschließt. Ärger gibt’s, als sich Poet an das Girl von Head Angel Adam Roarke ranmacht. Regie führte Kult-Regisseur Richard Rush („Psych-Out“), die Kamera bewegte niemand Geringerer als Laszlo Kovacs, der später für „Easy Rider“, aber auch für so’n Unsinn wie „Miss Undercover“ verantwortlich zeichnete.
Text & Einführung: Michael Ranze

Faster – Trailer

Dwayne-Johnson-Faster-Movie-202x300Dwayne ‚ The Rock ‚ Johnson is back! Nach unzähligen Komödien will er sich anscheinend mal wieder richtig austoben. Der frische RED BAND TRAILER gibt einen blutigen Einblick:

Verpackt ist das ganze mal wieder in einer scheinbar simplen Rachestory -naja, solange die Action stimmt und es ordentlich auf die Nuss gibt sind wir doch alle zufrieden, oder!?

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