Hard Revenge Milly : Bloody Battle

Hard Revenge Milly : Bloody Battle

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HARD REVENGE MILLY : Bloody Battle

Original: Hado Ribenji Miri
Japan: 2009
72 Minuten, 1:85.1
FSK: Keine Jugendfreigabe
Regie: Takanori Tsujimoto
Buch: Takanori Tsujimoto
Kamera: Hajime Ishida
Musik: Hikaru Yoshida
Make Up: Yoshihiro Nishimura
Stunts: Kensuke Sonomura


Darsteller:
Miki Mizuno, Rei Fujita, Mitsuki Koga, Masahiro Komoto, Nao Nagasawa, Kazuki Tsujimotoe

HARD REVENGE MILLY : BLOODY BATTLE ist bereits der zweite Teil der Japan-Trash-Apokalypse. Teil 1, HARD REVENGE MILLY, ist ein 40 minütiger Kurzfilm, den es leider nur auf der US- und UK-DVD zu begutachten gibt – allein deswegen lohnt sich bereits der Kauf. Kurz ein paar Worte zu HARD REVENGE MILLY: Die Story ist eher nebensächlich und kommt über eine simple Rachestory nicht hinaus. Was allerdings in nur 40 Minuten an Ideen, Action und absurden Splatter-Einlagen über den Bildschirm flimmert kann sich wirklich sehen lassen. Mit einem so geringen Budget – wow! Es wurden viel Zeit und Details in die tollen Actionszenen investiert, und genau davon lebt dann auch HARD REVENGE MILLY. Story links liegen lassen und einfach 40 Minuten Spaß haben, nie verging Zeit schneller! Wenn nach 40 Minuten schließlich der Abspann über den Bildschirm flimmert, möchte man sofort mehr – nur gut das Teil 2 eben auch auf der DVD enthalten ist. Die Erwartungen an HARD REVENGE MILLY : BLOODY BATTLE sind dann natürlich groß – was soll es denn auch anderes sein, als eine weitere post-apokalyptische Splatter-Achterbahnfahrt? Los geht’s…

Jetzt sogar in Spielfilmlänge erzählt der zweite Teil ebenfalls keine aufregend neue oder innovative Geschichte. Nachdem Milly die Jack-Brothers im ersten Teil ins Jenseits befördert und sich danach auf einem einsamen Fabrikgelände zurückgezogen hat ist das ruhige Leben schnell vorbei. Eines Tages taucht die junge Haru bei ihr auf und bittet um Hilfe. Sie braucht Milly zur Unterstützung für ihren Rachefeldzug: Eine fiese Gang hat nämlich ihren Freund umgebracht. Milly, erst wenig begeistert von dieser Idee, willigt später aber doch ein. Nur die beiden haben die Rechnung ohne das Brüdergespann Ikki und Hyuma gemacht, die den Tod der Jack Brothers rächen wollen.  (Wir erinnern uns an den gerösteten Gulasch-Haufen aus Teil 1.)  Es gibt doch nichts Schöneres als einen Rachefilm, in dem gleich doppelt Rache genommen wird.

Regisseur Tsujimoto schert sich nicht sonderlich darum, eine umfangreiche Story zu erzählen. Die Schwerpunkte setzt er wie auch beim Vorgänger auf die Action und Splatter-Effekte. Und die haben es auch in sich! Für die Action ist Kensuke Sonomura (THE MACHINE GIRL) verantwortlich, der auch hier wieder beweist, dass er einiges auf dem Kasten hat. Voller Elan inszeniert er die Fights, ohne dass es zu hektisch wird und der Zuschauer den Überblick verliert. Das i-Tüpfelchen beschert uns dann noch der Meister seines Faches Yoshihiro Nishimura (TOKYO GORE POLICE, LOVE EXPOSURE), der den Actionszenen mit seinen kuriosen Splatter-Effekten noch den letzten Kick gibt. Blutfontänen bis an die Decke und abgetrennte Körperteile gehören hier in jeder Krawallszene dazu und lassen die schwachen und belanglosen Story-Abschnitte schnell vergessen machen. Nicht, dass das Drumherum schlecht wäre, aber man hatte hier längst nicht soviel Budget zur Verfügung wie z.B. bei TOKYO GORE POLICE, in dem etliche Rüstungen und sogar Polizeiwagen zum Einsatz kamen und hunderte Liter Kunstblut regelrecht vergeudet wurden.

Dennoch nimmt man MILLY 2 das Zukunft-Setting durchaus ab: Hier und da mal eine Außenstation, Männern mit Gasmasken, riesige Sci-Fi-Jets, die durch den Himmel kreuzen. Man hat sich redlich Mühe gegeben und es funktioniert auch, was noch viel wichtiger ist.
Auch die beiden Hauptdarstellerinnen verstehen etwas von sexy Unterhaltung. Haru (Nao Nagasawa aus GEISHA VS. NINJA) spielt gekonnt verführerisch und kann auch in den Action Szenen mit Milly (Miki Mizuno aus Kill) überzeugen. Die Musik dagegen macht Ausflüge in Japan-Pop und Elektro-Gefilde, bleibt dabei aber größtenteils im Hintergrund und wirkt wenig imposant.
Regisseur Takanori Tsijimoto hat mit HARD REVENGE MILLY: BLOODY BATTLE eine weitere Japan-Trash-Granate erschaffen und entführt in ein post-apokalyptisches Setting, das beweist, dass er das Zeug hat, eine  Endzeitvariante für den neuen Genre-Hype der femininen Splatterei auf Spielfilmlänge aufzublasen. Wenn die Action dann mal wieder auf sich warten lässt kann der gelangweilte Zuschauer sich entweder mit einem Toilettengang die Zeit vertreiben oder man beleibt (an-)gespannt sitzen und sieht sich an der sexy Hauptdarstellerin im Lack und Leder Outfit satt oder wundert sich über den homosexuellen Gang Boss, der als bester nicht homosexueller Bösewicht in die Filmgeschichte eingehen könnte.
HARD REVENGE MILLY: BLOODY BATTLE bietet uns also reichlich: eine ernste Rache Geschichte, eine gekonnte Inszenierung, die das geringe Budget verschleiert und viel Platz für Schauspieler und Kämpfe mit ihren blutigen ‚Finish-Him-Moves‘ lässt. Der Streifen verliert sich bei allem Unfug aber nicht in den Over-the-Top-Gedanken seiner Vorgänger und Vorbilder wie MACHINE GIRL oder SAMURAI PRINCESS. Wer mit Japan-Trash etwas anfangen kann und sich nicht an billigen Effekten stört sollte hier unbedingt einen Blick riskieren. Allerdings empfehle ich die US-DVD oder die am 05.04.10 erscheinende UK-DVD. Diese enthalten nämlich zusätzlich den ersten Teil und sind im Gegensatz zur deutschen Veröffentlichung auch komplett ungeschnitten. Viel Spaß!