Merantau – Meister des Silat

Merantau – Meister des Silat

Merantau-2009

Merantau – Meister des Silat

Original: Merantau

Indonesien 2009
107 Minuten (Int. Cut, PAL), 134 Min. (Dir. Cut, PAL), 1,78:1
Regie: Gareth Evans
Buch: Gareth Evans, Daiwanne Ralie
Kamera: Matt Flannery
Musik: Fajar Yuskemal Tamin, Aria prayogi
Action-Choreographie: Edwel Datuk rajo gampo alam & Team Silat Harimau

Darsteller: Iko Uwais, Sisca Jessica, Christine Hakim, Donny Alamsyah, Yusuf Aulia, Laurent Buson, Alex, Abbad, Mads Koudal, Ratna Galih, Yayan Ruhian

MERANTAU soll der neuste Nonstop Actioner aus Asien sein, genauer gesagt diesmal aus Indonesien. Moment mal, zählen wir mal zusammen was wir da auf der Liste schon hätten: Südkorea, Hongkong Kong, Japan, Philippinen, Vietnam, China und natürlich Thailand. Alle diese Länder hatten schon ihren mehr oder weniger Non-Stop-Actioner, logisch das jetzt jedes andere Land auch was von dem leckeren und viel versprechenden Kuchen haben möchte. Denn richtige Handkanten Action ist im Mainstream-Kino schließlich Mangelware geworden. Beworben wird MERANTAU, der ganz frisch auf UK-DVD erschienen ist, mit folgenden Spruch auf dem dem Cover: ALL NEW STAR, ALL NEW MOVES, ALL NEW ACTION – das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen…

Kommen wir an dieser stelle erst mal zu Story von MERANTAU. Minangkabau bei West Sumatra, Yuda (Iko Uwais) beim täglichen Training, bereitet sich in seinem Dorf auf sein MERANTAU vor, eine Tradition die seit vielen Jahren von den männlichen Dorfbewohnern vollzogen wird. Sie werden losgeschickt um eine eigene Existenz zu Gründen und so zum Mann zu werden. Vielleicht vergleichbar mit folgender Weisheit im Westen: ein Mann muss einen Baum Pflanzen, ein Haus bauen, und ein Kind zeugen – erst dann ist er ein Mann. Yuda packt also seine sieben Sachen und macht sich auf den Weg nach Jakarta, wo er eine Kampfschule eröffnen möchte. Doch alles kommt anders als geplant, er trifft auf Astri, die in den Fängen von einem Mädchenschmugglerring geraten ist. Klar das Yuda da nicht einfach zusehen wird und Astri sofort unter die Arme greift.

MERANTAU bemüht sich anfangs noch, seine Story zu erzählen und die Charaktere einzuführen. Was aber nach einer guten halben Stunde schnell vergessen scheint, dreimal dürft ihr raten: die Story! -Wen wundert’s aber auch? Auf der UK-DVD befindet sich der Internationale Cut, der fast 30 Minuten kürzer läuft als der ursprüngliche indonesische Cut. Dieser ist mir nicht bekannt, aber da ich nicht unbedingt davon ausgehe, dass 30 Minuten Action heraus genommen wurden, ist es vielleicht die richtige Entscheidung gewesen, die Lauflänge auf 107 Min. einzudampfen.Die Geschichte um Yuda und Astri gibt einfach nicht mehr her. MERANTAU will ein Actionfilm sein, und die Action bekommt man im internationalen Cut auch genug zusehen. Wenn nach einer halben Stunde die erste Klopperei über den Bildschirm flimmert atmet der Fan auf und wird ab dann auch nicht mehr losgelassen. Kommen wir zu dem Covertext: “ALL NEW STAR”, Iko Uwais also, der neue Mann am Martial Arts Himmel? Nachdem Tony Jaa sich nach ONG BAK 3 laut Presseberichten (mal wieder) auf einen Selbstfindungstrip ins Kloster gemacht hat, könnte dieser Slogan sogar zutreffen. Das nötige Aussehen und die Kunst sich zu bewegen und zu Kämpfen bringt Iko Uwais sicherlich mit. Was seine schauspielerische Leistung anbelangt, diese geht von traurig bis grimmig und wieder zurück, die weiß genau so zu überzeugen, wie bei seinen Kollegen Tony Jaa und Konsorten. Also zu vernachlässigen, wir wollen auch Action sehen, nicht wahr?

“ALL NEW MOVES”, das ist schwierig – wer Tony Jaas Karriere verfolgt hat, und auch gerne mal Martial-Arts Filme aus Asien schaut, hat schon einen breiten Horizont in diesem Bereich und wird sich nicht automatisch bei gelungen Aktionen von Yuda vor Freude in die Hose lullern. MERANTAU bittet nicht viele neue Moves, aber einige tolle Aktionen sind schon dabei. Ob diese aber im Langzeitgedächtnis hängen bleiben, hängt wahrscheinlich vom Betrachter und dessen Martial-Arts Konsum ab. Mich hat Iko Uwais in seiner Performance zwar überzeugt, aber neue Tricks konnte er mir nicht zeigen.

“ALL NEW ACTION”, die Choreographie der einzelnen Szenen kann man durchaus als gelungen bezeichnen. Die eine mehr innovativ als die andere. Hier und da mit ‚Wire-Technik‘ und in der nächsten Szene mal ohne. Eine tolle Szene ohne Cut, wie wir sie aus TOM YUM GOONG kennen, gibt es natürlich auch zu bewundern. Ansonsten sind die üblichen Stürze von Gebäuden, die uns zusammen zucken lassen, und ein wenig Blut, dass durch die Gegend spritzt mit von der Partie. Alles im Allem ein gelungener Cocktail, der zwar nicht viel anders schmeckt als seine Mitstreiter aber durchaus eine eigene Nuance durchblitzen lässt.

Bleibt hinzuzufügen, “ALL NEW BUT NOTHING DIFFERENT”.

merantau-dvd-art-3dNachtrag (19. Oktober 2010):

Am 3. Dezember 2010 erscheint der Film als “Merantau – Meister des Silat” in Deutschland über Sunfilm auf DVD und Blu Ray Disc. Diese enthalten die internationale Schnittfassung, die von der FSK ungekürzt ab 18 freigegeben wurde.
Neben der deutschen Synchronfassung werden sich die indonesische Originaltonspur mit deutschen Untertiteln, eine Making-Of- Featurette sowie Deleted Scenes auf den Discs befinden.

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