Panik im Tokio-Express

Panik im Tokio-Express

Liebe Freunde,

während im Fernsehen die Bilder der realen Katastrophe in einer Endlosschleife laufen, verschwinden die Bilder von fiktionalen Katastrophen aus allen Kanälen. Das ZDF ersetzt Jerry Lewis’ ”The Nutty Professor” durch den TV-Film “Die Heilerin”, in der Schweiz werden alle “Simpsons”-Folgen abgesetzt, in denen Homer bei der Arbeit im AKW zu sehen ist, und statt seines neuen Hörspiels “Green Frankenstein“ (http://joergbuttgereit.com/deutsch/hoerspiele/green-frankenstein/) läuft heute um 23.05 Uhr auf WDR3 Jörg Buttgereits Klassiker “Der kleine Drache”. Darf Bizarre Cinema also einen Film namens “Panik im Tokio-Express” zeigen? Wir dürfen und müssen. Weil das Leben eben nicht die Kunst nachahmt und die Kunst auch nicht das Leben. Es sind verschiedene Sphären, die manchmal verdammt ähnliche Bilder hervorbringen. Über diese Ähnlichkeiten, aber auch über die großen Unterschiede sollte man sprechen – und man sollte gesehen haben, worüber man spricht.

Deshalb, aber auch weil wir mit euch noch einen letzten gemeinsamen Sonntagnachmittag im B-Movie verbringen wollen, zeigen wir am 10. April um 15.30 Uhr den im März ausgefallenen Film “Panik im Tokio-Express”.

So, 10.4., 15.30 Uhr: PANIK IM TOKIO-EXPRESS
Japan 1975, 94 Min., 35mm, DF, Regie: Junya Sato; Darsteller: Ken Takakura, Sonny Chiba
Sinkt die Geschwindigkeit unter 80 Stundenkilometer, explodiert die Bombe … Nein, das ist nicht “Speed” mit Keanu Reeves und Sandra Bullock, sondern “Panik im Tokio-Express” mit Ken Takakura (der japanische Clint Eastwood) und Kultstar Sonny Chiba. Ein heute vergessener Genreklassiker, wenn man mal davon absieht, dass Hollywood die Grundidee zwanzig Jahre später recycelte. Der Plot: Ein Gangstertrio erpresst die Bahn um fünf Millionen Dollar und schickt dafür eine Bombe auf Reisen. Kritiker warnten davor, der Film könne echten Gangstern als Anleitung dienen – doch DIESE Katastrophe trat nie ein: Die japanische Bahn wurde nie um eine Million Dollar erpresst, kein Passagierzug wurde ohne Stopp und Bremse über die Gleise gejagt, kein Frachtzug in die Luft gedonnert… Freut euch auf ein dramatisches Krimiabenteuer im echten 35mm-Kinoformat und superbreiten Toeiscope – nicht im 152-Minuten-Original, auch nicht im internationalen 115-Minuten-Cut, sondern in der treudeutschen 94-Minuten-Fassung!
Text und Einführung: Peter Clasen

Freier Eintritt für alle! Bringt also eure Freunde, Tanten und Onkels mit, damit die Hütte noch mal richtig voll wird.

Was danach aus Bizarre Cinema wird, ist noch ungewiss, die Weichen werden gerade gestellt. Das Team von Bizarre Cinema bedankt sich beim B-Movie dafür, dass wir ihre Gäste sein durften, und wünscht allen Zuschauern, dass sie uns auch am neuen Ort oder zur neuen Zeit die Treue halten werden.

Wir kommen wieder!

Euer Team von Bizarre Cinema