Im tiefen Tal der Superbabes

Im tiefen Tal der Superbabes

superbabes_coverIm tiefen Tal der Superbabes

Originaltitel: Down in the Valley
USA 2008
Buch und Regie: Christian Forte
Kamera: Alex Vendler

Darsteller:
Chris Pratt, Brendan Hines, Scott Caan, Blanca Soto, Rachel Specter, Denise Richards, Christopher McDonald, Kate Albrecht

Lester (Chris Pratt) ist ein spätpubertärer Loser Anfang Zwanzig, der sich seine Brötchen im örtlichen Schnapsladen verdient und dessen Gedankenwelt sich vorwiegend um Pornofilme dreht. Sehr zum Unmut seines Schulfreundes Carl (Brendan Hines), der sich bemüht, ein geregeltes Leben mit sicherem Job und fester Beziehung zu führen. Beide staunen nicht schlecht, als Carl eines Tages, scheinbar aus heiterem Himmel, eine Original Pornofilmkabine des legendären Schmutzfilm-Moguls Diamond Jim (Christopher McDonald) zugestellt wird, die sämtliche großen Klassiker aus dessen goldener Schaffenphase bereithält. Lester schlägt die Hände über dem Kopf zusammen, lässt sich aber dennoch von Carl breitschlagen, die Kabine zu betreten.

Die Videokabine entpuppt sich als Teleporter, der die Jungs geradewegs in die Welt von Diamond Jims Pornofilmen katapultiert. Ehe sich die beiden versehen, werden sie von zwei wohlproportienierten Gesetzeshüterinnen zur Brust genommen, die sie der Peitschen schwingenden Suzi Diablo (Blanca Soto) und dem schmierigen Cop Rod Cannon (Scott Caan) ausliefern. Den Jungs gelingt es jedoch vor dem „harten Prügel des Gesetzes“ Reißaus zu nehmen und im Haus der Studentinnenverbindung „Tri-Pi“ Unterschlupf zu finden. Der Tagesablauf des von der heißen Aufseherin Autumn Bliss angeführten Mädelstrupps besteht vornehmlich aus Cheerleading und neckischen Spielereien mit Wasserschlauch und Schlagsahne.

Die Porno-Kabine Ärger mit dem Gesetz Willkommen in der Welt von Diamond Jim

Trotz stetiger Verfolgung und unangenehmer Verhörpraktiken durch Suzi Diablo und Rod Cannon scheint Carl in der Welt der Pornofilme seine Bestimmung gefunden zu haben, während Lester händeringend nach einem Heimweg in die Realität sucht. Alles bis zu dem Moment, in dem die Liebe zuschlägt – mit unberechenbaren Konsequenzen. Denn Emotionen dieser Art sind in der Welt von Diamond Jim weder bekannt noch vorgesehen.

Zwei Jungs gefangen im goldenen Zeitalter des Pornofilms – das weckt keine Hoffnungen auf anspruchsvolle Filmkunst, sondern verspricht kurzweiligen Unterhaltung für einen feucht-fröhlichen Filmabend einer Männerrunde. Und genau das ist es, was der Film dann auch bietet. Nicht weniger, aber eben auch nicht mehr. Wer (wie ich) auf eine originelle, mit Verweisen auf reale Vorbilder gespickte Hommage an die große Ära des Erwachsenenkinos hofft, wird leider enttäuscht. Im Endeffekt dient das Thema nur als Aufhänger für eine typisch amerikanische, und damit leider trotz aller angeblich propagierter Zügellosigkeit im Kern mal wieder ziemlich spießigen Teenie-Komödie, in der zu guter Letzt Enthaltsamkeit und die wahre Liebe triumphieren. Das, was hier an Freizügigkeit und angeblicher Lockerheit aufgeboten wird, erschöpft sich in ein paar wenigen blanken Brüsten und schmutzigen Witzen, die von jedem EIS AM STIEL-Film übertrumpft werden.

Carl und Lester trauen ihren Augen kaum Suzi Diablo und Rod Cannon Ein Krankenhausaufenthalt der angenehmen Art

Dass IM TIEFEN TAL DER SUPERBABES dennoch Unterhaltungswert besitzt, ist vor allem der sympathischen Besetzung geschuldet, die den ganzen Film über gut gelaunt bei der Sache sind und damit auch über einige arg platte Ausrutscher des Drehbuchs hinwegsehen lässt. Neben den beiden Hauptdarstellern Chris Pratt und Brendan Hines sticht vor allem Scott Caan (OCEAN’S 11 – 13) in seiner Rolle als mega-schmieriger Porno-Cop hervor. Als Running Gag spricht dieser ausschließlich lässigen Siebziger-Jahre-Slang, den Lester und Carl den ganzen Film über kaum verstehen. Ein Grund mehr, den Film im englischen Original anzuschauen, denn obwohl die deutsche Synchronfassung erstaunlich gut anhörbar ist, geht dies ebenso wie manch anderer Wortwitz in der Übersetzung komplett verloren. Gar nicht punkten kann hingegen „Stargast“ Denise Richards, der Ende der neunziger Jahre mal eine Hollywood-Karriere prophezeit wurde, die dann aber nie so richtig Fahrt aufgenommen hat. Auch dieses Mal bleibt sie wieder den Beweis schuldig, ob sie mehr kann, als hübsch lächelnd in der Gegend rumzustehen. Schade, auch wenn es für ihre Rolle in diesem Film so gerade noch ausreicht. Neben zahlreichen jungen Damen in knappen Kostümen ist Christopher McDonald ein echter Hingucker, der in einem unglaublich miesen Kostüm köstlich den Porno-Mogul Diamond Jim gibt.

Die DVD von Sunfilm präsentiert den Film in ansprechender Qualität. Das Bild ist farbenfroh und sieht für eine günstige Produktion recht gut aus. Das Bonusmaterial besteht lediglich aus einigen Interviews, in denen die Beteiligten betonen, wie unglaublich toll und witzig sie das Drehbuch finden. Hinzu gesellen sich noch einige Trailer aus dem Programm des Anbieters. Netterweise hat Sunfilm dieser DVD ein Wendecover spendiert, so dass sich der überdimensionierte FSK-Flatschen von der Frontseite verbannen lässt.