Universal Soldier: Regeneration

Universal Soldier: Regeneration

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Universal Soldier: Regeneration

Original: Universal Soldier: Regeneration
USA 2009
97 Minuten, 2,35:1
Regie: John Hyams
Buch: Victor Ostrovsky, R. Rothstein & C. Leitch & Dean Devlin (Figuren)
Kamera: Peter Hyams
Musik: Kris Hill, Michael Krassner
Schnitt: Jason Gallagher, John Hyams
Stunts:  Charlie Picerni, Borislav Iliev


Darsteller:

Jean-Claude Van Damme, Dolph Lundgren, Andrei „The Pit Pull“ Arlovski, Mike Pyle, Corey Johnson, Garry Cooper, Emily Joyce, Zahary Baharov

17 Jahre hat es gedauert, bis ein würdiger Nachfolger von Roland Emmerichs Eintrittskarte in die Traumfabrik fertig gestellt wurde: Die Universal Soldiers sind wieder da!

John Hyams Film sieht nach mehr aus, als er eigentlich ist. Es handelt sich Budget-technisch aber eindeutig um einen Direct-To-Video(DTV)- Nachfolger. Mal wieder im Ostblock gedreht – und nach Ostblock sieht’s auch aus. Allerdings bedient Papi Peter Hyams (zeichnet als Regisseur für Van Dammes erfolgreichste Filme TIMECOP und SUDDEN DEATH verantwortlich) die Kamera und verpackt diesen Klopper in Bilder, die weit über dem Standard gewöhnlicher DTV-Ware liegen. Der Mann kann einfach vernünftig kadrieren. Somit denkt man ununterbrochen, man hätte es mit einer zünftigen Big Budget Produktion zu tun. Die Bilder der Red-One Digital Camera sind rau, grau und ausgeblichen. Insgesamt entsteht ein sehr stimmer Look. Nur in wenigen sehr Licht schwachen Szenen wird mal wieder der Shutter herunter gedreht, was grässliche Video-Optik zur Folge hat. Ich verstehe nicht, warum das keinem auffällt. Selbst bei Großproduktionen wie 2012 oder PUBLIC ENEMIES kommt das vor.

Nun denn. Die Story ist natürlich nur Staffage und strotzt vor Logiklöchern – aber hey: Wir sind in DTV-Land! Politisch motivierte Rebellen entführen die Sprösslinge des Präsidenten und besetzen den Reaktor von Tschernobyl. An Reaktor 3 haben sie Sprengladen deponiert, deren Detonation in 72 Stunden die größte radioaktive Katastrophe auslösen wird. Ja, wenn nicht fix 200 Revolutions-Mitstreiter aus dem Knast entlassen werden. Zusätzlich haben sich die Rebellen mit der vierten Generation eines Universal Soldiers verstärkt, der das Kraftwerkgelände sauber halten soll.

Hyams steht ab Minute 1 auf dem Gas. Blutige Schießereien, Verfolgungsjagden mit jeder Menge Blechschaden und Stunts im Minutentakt. Leider bleibt der Film sehr kühl. Erst als nach 45 Minuten Luc Deveraux eingreifen kann, und kurz danach auch noch Dolph Lundgren aus dem Sarkophag erwacht, wird es dem Action-Fan warm ums Herz. Im Gedächtnis bleibt eine minutenlange Plan(-Action)sequenz, in der Van Damme ein ganzes Dutzend von Widersachern ins Jenseits befördert. Hyams macht dabei nicht den Fehler Emmerichs – dieses Mal gibt es endlich eine zünftige Klopperei der beiden Retro-Unisols – mit durchschlagendem Finale. Überhaupt startet Hyams die Actiondüse: Gemeinsam durch Wände krachen, High Falls, dicke Wummen mit metergroßem Mündungsfeuer, knallharte Messerattacken und brutale Fights sorgen für ausgebeulte Hosen bei Action-Junkies.

Darstellerisch fällt niemand aus dem Rahmen. Andreij „The Pit Pull“ als Unisol der letzten Generation ist eine imposante physische Erscheinung – und das reicht auch vollkommen aus. Van Damme zieht wieder seine Abgewrackten-Tour durch, Lundgren hat sichtlich eine Menge Spaß nochmal den irren Andrew Scott zu geben. Seine Monologe laden zum Schmunzeln ein. Garry Cooper fand ich als Doctor überraschend überzeugend. Alles im grünen Bereich, auch wenn ich von dem ausgemergelten Van Damme langsam genug gesehen habe. Bei der nächsten Rolle ist ein Hawai-Hemd Pflicht!

Was bleibt? Das Gefühl, das hier noch viel mehr drin gewesen wäre. Der Sparplan der Produzenten, die eigentlichen Stars erst ab Filmmitte einzusetzen, ist leider ein großes Minus. Auch der Music-Score startet innovativ, letztendlich fehlt es den metallischen Synthie-Klängen aber doch etwas an Pep. Aber warum den Erbsenzähler mimen? – Das Ding hat ordentlich Dampf auf dem Kessel und sorgt für Kurzweil – so darf es im DTV-Sektor gerne weitergehen. Hyams darf wiederkommen.