Terence Hill & Bud Spencer Chronicles

Terence Hill & Bud Spencer Chronicles

spencerhill_coverTerence Hill & Bud Spencer Chronicles

Autor: Tobias Hohmann
Umfang: 448 Seiten, 7 Aufklappseiten
Format: 21,8 x 30,4 cm, Hardcover
Verlag: MPW (Januar 2010)

Diese beiden bedürfen keiner Vorstellung: Bud Spencer und Terence Hill sind Kult. Beispiellos ist die ungebrochene Popularität ihrer Filme, die seit knapp vier Jahrzehnten nun schon mehrere Zuschauergenerationen in ihren Bann ziehen. Die illustren Abenteuer der schlagfertigen Zwei kennt, Kabelfernsehen sei dank, auch heute noch jedes Kind. Vielleicht hat es ja deswegen nie ein Verlag für notwendig gehalten, Werk und Werdegang der beiden Haudegen ein Buch zu widmen. Ein großer Fehler, allein schon angesichts der durch zahllose Umtitelungen und bis zu drei verschiedenen deutschen Synchronfassungen selbst für eingefleischte Fans oft unüberschaubaren Filmografie. Diesem unseligen Umstand verspricht der Autor Tobias Hohmann mit seinem Buch endlich Abhilfe zu verschaffen.

Die „TERENCE HILL & BUD SPENCER CHRONICLES“ starten überzeugend mit einem Vorwort von Oliver Kalkofe, der genau den richtigen Ton trifft, und dessen warmherzige Worte für das kultige Duo einem Großteil der Fans aus dem Herzen sprechen dürften. Es folgen die Biografien von Bud und Terence, wobei insbesondere der als Carlo Pedersoli geborene Bud Spencer bekanntermaßen eine höchst interessante Karriere u. a. als Jurist, Olympiateilnehmer, Pilot, Textilunternehmer absolviert hat.

Den Löwenanteil des Buches nimmt die Filmografie in Beschlag. Der Autor hat dabei einen guten Weg gefunden, diese so schlüssig wie möglich aufzubereiten. Er handelt die einzelnen Epochen zunächst in einem Fließtext, und bespricht die wichtigsten Filme anschließend im Rahmen eigener Kapitel umfangreich, wobei er Serien oder logisch zusammengehörende Filme zu einem Block zusammenfasst. Zu guter Letzt gibt es dann schließlich die Daten zu allen Filmen in geballter Form, inklusive Episodenführern zu den verschiedenen TV-Serien.

Aufgelockert wird das Buch durch Biografien von Wegbegleitern von Statisten wie Riccardo Pizzuti oder Musikern wie den Oliver Onions, Interviews und einigen kurzen Kapiteln u.a. zu den deutschen Fassungen. Diese legten ja insbesondere mit den Schnodder-Synchros aus dem Hause von Rainer Brandt einen Grundstein für den Kultstatus in Deutschland, tat einigen Filmen mit unpassenden Neusynchronisationen und Sinn entstellenden Kürzungen aber auch Gewalt an. Ein anderes Kapitel behandelt einige der bizarren Plagiate mit Spencer-Hill-Doubles, mit denen unerschrockene Produzenten in bester Italo-Cinema-Manier vom Boom der Originale profitieren wollten.

Es darf aufgeatmet werden: Das Buchprojekt kann guten Gewissens als gelungen bezeichnet werden. Wie bereits angedeutet gelingt es Tobias Hohman erstaunlich gut, Ordnung in die komplexe Filmografie zu bringen. Hoch anzurechnen sind auch die vielen Zusatzinformationen und die Interviews, die vom Autor mit Kollegen und Regisseuren geführt wurden. Inhaltlich können die Kapitel zu den Filmen überzeugen, da der Autor bei aller Verehrung trotzdem eine gewisse Objektivität wahrt und die leider oftmals zahlreichen Schwachpunkte der Filme, auch offen anspricht, ohne dass dies in Miesepeterei ausartet.

Womit auch ich bei den Schwächen dieses Buches angekommen wäre. Neben kleineren stilistischen Auffälligkeiten wie das Wiederholen der selben Formulierung in aufeinander folgenden Sätzen, sind dies vor allem eine Reihe von Rechtschreibfehlern. Diese hätten sich auch ohne kostspieliges Lektorat durch einmaliges Drüberlesen eines sprachlich halbwegs sattelfesten Fans größtenteils verhindern lassen. Wie wenig Augenmerk der Verlag auf diese Dinge legt, erkennt man schon am Einband: auf dem Buchrücken prangen groß die Namen „Terence Hill“ und „Spencer Bud“(!). Ärgerlich, dennoch kann man unterm Strich die Bilanz ziehen, dass diese Fehler den Gesamteindruck des umfangreichen Buches nur unwesentlich trüben.

Die Aufmachung des Buches, das mit zwei verschiedenen Covermotiven erhältlich ist, ist typisch für den MPW Verlag, sprich kunterbunt. Was in diesem Fall auch wunderbar passt, da die Filme stets mit knalligen Plakatmotiven vermarktet wurden. Layouter Frank Mertens hat aus dem Vollen geschöpft und präsentiert einen Großteil der Plakatmotive sowie viele Aushangfotos. Die Qualität ist dabei meist tadellos, und besonders gefallen eine Reihe von Ausklappseiten, auf denen querformatige Plakatmotive extragroß dargestellt sind.

Fazit: Mit den TERENCE HILL & BUD SPENCER CHRONICLES ist ein überzeugendes Buch erschienen, das alle Fans insbesondere mit seiner schlüssigen Filmografie und den umfangreichen Bildmaterial begeistern dürfte. Die vorhandenen Fehler sind in Anbetracht der Fülle an Informationen zu verschmerzen. Vor allem wenn man bedenkt, mit was für lieblosen Veröffentlichungen der Filme Freunde des Prügelduos seit jeher gestraft sind, kann man nur dankbar sein dafür, dass das kultige Phänomen nun endlich einmal mit gebührender Hingabe abgehandelt wurde.

Bei Amazon.de bestellen