Sorority Row – Schön bis in den Tod

Sorority Row – Schön bis in den Tod

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Schön bis in den Tod

Original: Sorority Row
USA 2009
101 Minuten, 2,35:1
Kinostart: 01.07.2010 (Deutschland)
FSK: Keine Jugendfreigabe
Regie: Stewart Hendler
Buch: Josh Stolberg, Pete Goldfinger, Mark Rosman
Kamera: Ken Seng
Musik: Lucian Piane
Schnitt: Elliot Greenberg


Darsteller:

Briana Evigan, Leah Pipes, Rumer Willis, Jamie Chung, Margo Harshman, Audrina Patridge,  Carrie Fisher

Was als lustiger Partystreich beginnt, endet für eine Studentin tödlich. Das ganze wird vertuscht und alle beteiligten Studentinnen versuchen, ihrem normalen Leben nachzugehen. 8 Monaten später bekommen sie jedoch eine MMS mit dem Mordwerkzeug geschickt, und das lustige Morden kann beginnen – soviel zur ideenarmen Geschichte. Der zusammengeschusterte SCHÖN BIS IN DEN TOD bedient sich dabei fleißig bei bekannten Filmen des Genres (ICH WEISS WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST, DÜSTERE LEGENDEN) und, was viele vielleicht nicht wissen, dass SCHÖN BIS IN DEN TOD (SORORITY ROW) ein Remake des 1983 entstandenen HOUSE OF SORORITY ROW ist. Lange Zeit war keine DVD des Originals erhältlich, und so wurde der Film bei Fans schnell zum begehrten Objekt. Der Slasherfilm wurde gar als Kult-Klassiker gehandelt. Eine im Jahr 2000 erschienene US-DVD war schnell vergriffen und erzielte hohe Stückpreise. Seit dem 12. Januar 2010 gibt es nun wieder eine DVD des Originals, diese Veröffentlichung ist bestimmt dem Remake zu verdanken. Was also hat die Neuauflage zu bieten, wenn der Plot nur aufgewärmt ist?

Beginnen wir mit der sehr schönen Kamerafahrt, die gleich zum Anfang während der Credits zu bestaunen ist. Die Kamera fährt ohne Schnitt durch eine wilde Party der Studentinnen. Alles wirkt chic und auf Hochglanz poliert, auch die Musik dreht richtig auf und gibt dem Zuschauer ordentlich was auf die Ohren. So kann es weiter gehen denkt sich der geneigte Fan, öffnet schon mal das erste Bier und lässt sich in sein Sofa fallen. Nackte Haut, Alkohol und Drogen – jetzt noch ein wenig Blut und der dazugehörige Killer, schon wäre der anspruchslose Filmabend perfekt.

Schön anzusehen sind sie ja, die vielen Studentinnen. Dass sie dann auch des Öfteren Blank ziehen und die Glocken des Glücks in die Kamera halten dürfen stimmt die Fans umso positiver -  bei den Castings wäre ich gern dabei gewesen. Augen auf, sogar die Tochter von Bruce Willis, Rumer Willis, übernimmt eine Rolle als Studentin. Sie bleibt aber größtenteils etwas blass und wirkt etwas mollig zwischen den andern Schönheiten. Eine Grazie aus vergangen Jahren, Carrie Fisher aus KRIEG DER STERNE, übernimmt hier sogar eine kleine Gastrolle und darf am Ende beweisen, dass sie noch auf Zack ist. Sie zeigt den kleinen verwöhnten Gören wo der Haken hängt.

Nach dem zackigen Anfang und dem Ableben der Studentin verfällt SCHÖN BIS IN DEN TOD erst mal in den Schönheitsschlaf. Eine Phase, in der sich Dialogszenen und einige für die dramatische Komponente konstruierte Szenen, wie üblich für das Genre, in einem Wechselspiel zwischen “Wer verhält sich jetzt verdächtig”, “Wer könnte der Killer sein” usw. aneinanderreihen. Dürfte jedem bekannt sein und selbst Genre unerfahrene Zuschauer nicht mehr aus dem Sofa schießen. *Gähn* – Spannung sieht anders aus. Also das zweite Bier in den Kopf gezwirbelt und alle Erwartungen auf die Todesszenen gezappt. Diese sind dann auch teils innovativ gemacht, aber genügen insgesamt den heutigen Ansprüchen lange nicht. Und das Schlimmste: Sie können die Langeweile auch nicht ausgleichen. Zu viel hat man bereits in unzähligen Slasher-Klonen gesehen. Leider kommt SCHÖN BIS IN DEN TOD auch bei den Kills nicht über Standardkost hinaus. Allein das Finale und die dazu gehörige Schaumparty können am Ende das Ruder noch ein wenig rumreißen und sorgen für bestes Entertainment. Den Mittelteil mal außer Acht gelassen, kann der Film durchaus an der einen oder anderen Stelle überzeugen. Für einen weiteren Genre-Hit fehlt es ihm aber an Innovationen oder einer herausragenden Umsetzung. Ein wenig mehr Splatter, hätte dem Ganzen letztendlich auch gut getan. Nun ja, wenigstens das Bier war wieder lecker…