The Raid

The Raid
The Raid

Originaltitel: Serbuan maut

Indonesien 2011

Regie, Buch und Schnitt: Gareth Evans

Darsteller: Iko Uwais, Joe Taslim, Donny Alamsyah, Yayan Ruhian, Pierre Gruno, Tegar Setrya, Ray Sahetapy

Laufzeit: 101 Minuten (Kino)
Bildformat: 1:1,78

Kinostart: 12.07.2012

Mit THE RAID melden sich zwei alte Bekannte zurück: Der walisische Regisseur Gareth Evans und sein indonesischer Hauptdarsteller Iko Uwais. Mit ihrem zwar nicht wirklich bahnbrechenden, aber immerhin knochenbrechenden Erstlingswerk MERANTAU (Review) schufen sie einen Film, der einiges an Potential erkennen ließ und Neugier weckte auf weitere Filme aus Indonesien. Lange Zeit war es still, und dann plötzlich war THE RAID in aller Munde. Mit immer neuen, spektakulären Ausschnitten und Teasern wurde ein riesiger Internet-Hype angefacht, und Filmfans in aller Welt fieberten dem sich ankündigenden Spektakel entgegen. Derzeit läuft THE RAID in den deutschen Kinos.

In einem heruntergekommenen Viertel Jakartas liegt ein riesiger Wohnkomplex, in dem der skrupellose Gangsterboss Tama Riyadi seine Machtzentrale eingerichtet hat. Die übrigen Bewohner setzen sich zusammen aus seinen Handlangern und diversen zwielichtigen, von der Gesellschaft ausgestoßenen Gestalten auf der Flucht vor dem Gesetz. Weder der Staatsmacht noch den verfeindeten Syndikaten ist es bislang gelungen, das Gebäude einzunehmen und zu Tama Riyadi vorzudringen.

Das soll sich nun ändern. Eine Spezialeinheit der Polizei erhält den konspirativ vorbereiteten Auftrag zur Erstürmung des Hochhauses. Einer von ihnen ist Rama (Iko Uwais), ein junger Polizist und angehender Vater. Nachdem er und seine Kollegen in einem knappen Briefing mit den wenigen bekannten Fakten über die Drahtzieher und ihre Machenschaften versorgt wurden, beginnen sie im Morgengrauen unter der Führung von Sergeant Jaka und dem erfahrenen Lieutenant Wahyu den Sturm auf das Gebäude.

Zunächst läuft alles nach Plan und die schwerbewaffnete Truppe arbeitet sich Zimmer für Zimmer und Stockwerk um Stockwerk nach oben. Doch als Späher auftauchen und der erste Schuss fällt, bricht die Hölle über die Männer herein. Sie sitzen in dem unübersichtlichen und durch Kameras überwachten Haus in der Falle und werden von allen Seiten gnadenlos von den Schergen Tamas angegriffen und dezimiert. Dabei kommt von Schusswaffen und Macheten bis hin zu Fäusten und Knien alles zum Einsatz, was die Gesetzlosen an Waffen aufbieten können.

Soweit die überschaubare Ausgangssituation für die großangelegte Actionorgie, die den überwiegenden Teil der Laufzeit von THE RAID in Beschlag nimmt. Natürlich ist die Kommandoaktion von offizieller Seite her nicht autorisiert und gibt es keine Verstärkung. Natürlich verfolgt der befehlshabende Lieutenant eigene Ziele. Und natürlich hat auch Protagonist Rama noch etwas in privater Sache in dem Gebäude zu erledigen.

Actionfilme aus Asien haben wir im Fahrwasser von ONG BAK in den letzten Jahren so einige gesehen. Was THE RAID vor allem auszeichnet ist, dass sich der Film ernst nimmt und völlig auf grellen Humor und dick aufgetragenen Kitsch verzichtet. Zwei für asiatische Filme geradezu typische Komponenten die dazu führten, dass zahlreiche Streifen trotz vorhandener filmischer Finesse stets ein stückweit in die Trash-Ecke gedrängt und vom breiten Publikum nicht wirklich für voll genommen wurden. Die Macher von THE RAID machen stattdessen aus der aufs Wesentliche reduzierten Handlung eine Tugend: dadurch, dass der Zuschauer kaum mehr weiß als die Mitglieder der Spezialeinheit, ist der Film von der ersten Minute an ungemein packend und schafft es durch den Verzicht auf unnötigen Ballast, seine Spannung über die gesamte Laufzeit konsequent aufrecht zu erhalten.

Herzstück des Films sind die zahlreichen Kampfszenen, die sich in den klaustrophobischen Räumlichkeiten des abgewrackten Gebäudekomplexes entspinnen. Hier beweisen die indonesischen Kampfsport-Akrobaten eindrucksvoll, dass sie keine Vergleiche scheuen müssen. Die Fights sind knüppelhart, rasant und ausschweifend inszeniert. Gekämpft wird mit allem, was das Arsenal der Gesetzlosen hergibt oder was gerade zur Hand ist. Die Akrobatik wirkt dabei nicht aufgesetzt nach dem Motto “wir haben zwar Schusswaffen, aber erstmal wird geprügelt”, sondern ist glaubwürdig in die Kämpfe integriert.

Die Schauspieler machen ihr Sache gut, werden aber über die Action hinaus auch nicht wirklich gefordert. Hauptdarsteller Iko Uwas ist ein sympathischer Typ, und auch wenn ihm etwas das Charisma eines Jet Li oder Tony Jaa abgeht, würde ich ihn gerne wiedersehen. Auch vom Rest der Action-Crew werden wir zukünftig hoffentlich noch einiges hören und sehen. Der Soundtrack wurde auf bestreben von Sony Pictures für die internationale Auswertung von Mike Shinoda (Linkin Park) and Joseph Trapanese überarbeitet. Dieser Schachzug sorgte im Vorfeld für einige Kritik, letztendlich fügt sich der moderne und treibende Score aber passend in den Film ein und wirkt keineswegs deplatziert. Trotzdem ist zu hoffen, dass der originale Soundtrack zumindest auf den Heimkinoveröffentlichungen mitenthalten sein wird.

Wer auf atemberaubende, handgemachte Action steht, sollte sich THE RAID keinesfalls entgehen lassen. Und da es der Film dank Koch Media in die deutschen Kinos geschafft hat, kann man ihn hierzulande derzeit sogar auf der großen Leinwand genießen.

Shaw Brothers Box No. 1

Shaw Brothers Box No. 1

Koch Media, 5-DVD-Set mit Buch

Das Todesduell der Tigerkralle (1977)

Der Shaolin-Gigant (1980)

Der Todesgriff des Shaolin (1978)

Das Grabmal des Shaolin (1980)

Wang Yu – Der Tempel des Roten Lotus (1965)

Lange war es ruhig, was deutschsprachige Veröffentlichungen der Shaw-Brothers-Filme anbelangte. Dabei gibt es im Fundus des legendären Studios noch eine Menge zu entdecken: dessen Filmografie umfasst mehr als 800 Filme, die in der Blütezeit zwischen 1959 und 1985 entstanden sind. International besonders erfolgreich waren die aufwendig ausgestatteten Kung-Fu-Epen, mit denen die Shaws vor allem in den 70er-Jahren Kinogänger in aller Welt begeisterten. Auch in Deutschland waren viele dieser Filme zu sehen. Leider schafften es die zeitgenössischen Synchronfassungen mit den markanten Sprechern der Ära aber nicht auf die bislang erschienenen DVDs, was für viele Fans ein Ärgernis darstellte.

Mit der vorliegenden Shaw Brothers Box hat nun das Label Koch Media einen ersten Schritt getan, einigen Filme eine angemessene würdevollere Präsentation zu gewähren. Die vier Filme aus der Box, die seinerzeit in Deutschland aufgeführt wurden, liegen in den originalen Synchronfassungen vor. Passagen, die einstmals in der deutschen Fassung fehlten, wurden neu synchronisiert, ebenso wie die deutsche Erstveröffentlichung von Tempel des Roten Lotus. Zusätzlich gibt es zahlreiches interessantes Bonusmaterial, in dem Schauspieler und Filmschaffende zu Wort kommen und über die Shaw Brothers und die Filmindustrie Hongkongs im Allgemeinen berichten.

Die fünf DVDs befinden sich in einem schicken Digipak, das sich in einem geprägten Schuber mit ablösbarem FSK-Sticker befindet. Als ganz besonderes Extra enthält die auf 2000 numerierte Exemplare limitierte Box zudem Das Buch des Gelben Tigers – ein richtiges kleines Taschenbuch, in dem auf 122 farbigen Seiten sämtliche Plakate der in Deutschland aufgeführten Shaw Brothers Filme abgebildet sind!

Das Todesduell der Tigerkralle (Death Duel, 1977)
Regie: Chor Yuen, mit Derek Yee, Ling Yun, Ku Feng

Der Dritte Meister (Derek Yee) gilt als der beste lebende Schwertkämpfer. Da er jedoch der ständigen Herausforderungen auf Leben und Tod überdrüssig ist, täuscht er seinen Tod vor und beginnt ein Leben als einfacher Arbeiter. Doch natürlich holt ihn seine Vergangenheit in Form des ehrgeizigen Herausforderers Yen Shi-Kwan (Ling Yun) ein. Da der Dritte Meister den Kampf ablehnt, soll er mit Intrigen dazu provoziert werden, sein Schwert wieder zu erheben …

Das Todesduell der Tigerkralle ist einer von fast 20 Filmen, die Regisseur Chor Yuen nach den Büchern von Gu Long drehte, deren Geschichten sich in einer sagenumwobenen Fantasiewelt voller edler Schwerkämpfer und vertrackter Intrigen abspielen. Zum Glück verfügt das Todesduell über eine recht geradlinige Handlung und funktioniert dadurch gut für sich alleine. Allerdings tritt tatsächlich eine Vielzahl von unterschiedlichsten Charakteren auf, die teilweise kleinste Gastauftritte absolvieren, und deren Geschichten dann in anderen Filmen dieses Zyklus erzählt werden. Dieses Schicksal trifft im vorliegenden Film u.a. Lo Lieh, Ti Lung und David Chiang – sie alle haben prägnante aber äußerst kurze Auftritte. Frecherweise hielt das den deutschen Kinoverleih nicht davon ab, das Todesduell als neuesten Film des Duos Ti Lung und David Chiang zu vermarkten!

Nichtsdestotrotz ist das Todesduell ein toller Film, der mit opulenter Ausstattung und durchstilisierten, stimmungsvoll ausgeleuchteten Studiosets eine geradezu märchenhafte Atmosphäre erzeugt. Auch die Kampfszenen fügen sich perfekt ins Ambiente ein, sind hervorragend choreographiert und bei aller Leichtfüßigkeit geht auch einiges zu Bruch. Für mich ein Highlight in dieser Box!

Der Shaolin-Gigant (The Master, 1980)
Regie: Tony Liu, mit Yuen Tak, Chen Kuan-Tai, Johnny Wang

Kao Chien (Yuen Tak) ist Schüler einer Kung-Fu-Schule. Eines Tages nimmt er sich des verwundeten Chin Tien Yun (Chen Kuan-Tai) an, der ihn dafür im Schutz der Nacht heimlich in seiner Kampfkunst unterrichtet. Als Kao Chiens Meister davon erfährt, verbannt er seinen Schüler. Kurz darauf halten die Drei Bösen Meister Einzug ins Dorf. Sie erklären die Schule zu ihrem neuen Domizil, unterjochen den Meister und seine Schüler und terrorisieren die Bewohner. Nun ist die Zeit ist gekommen für Kao Chien, mit seinen neu erlernten Fähigkeiten seine ehemalige Schule zu befreien und die Schurken zur Rechenschaft zu ziehen.

Der Shaolin-Gigant ist ein interessantes, wenn auch leider etwas verunglücktes Kuriosum im Filmschaffen der Shaw-Studios. Beflügelt von den Kassenerfolgen Jackie Chans wollte man sich ein Stück vom Kung-Fu-Comedy-Kuchen sichern. Dazu verhalf man Jackies Opernschulen-Bruder Yuen Tak zu seiner ersten und einzigen Hauptrolle und versetzte die Handlung mit humorigen Szenen. Doch obwohl Yuen Tak seine Sache ganz gut macht, ging der Schuß dann doch eher nach hinten los. Der Shaolin-Gigant zeigt, dass die Macher der traditionellen Martial-Arts-Filme, die Jackie Chan parodierte, dessen Erfolgsrezept nicht verstanden haben: Die Holzhammer-Komik ist eher peinlich und wirkt wie ein Fremdkörper in der ansonsten höchst konventionellen Handlung.

Die Action hat es dann aber wiederum in sich! Yuen Tak erweist sich als großartiger Athlet, der mit Chen Kuan-Tai und den übrigen Darstellern eine ganze Reihe hervorragender Martial-Arts-Szenen bestreitet. Die abschließende Beurteilung fällt somit schwer. Zwar sind die akrobatischen Kämpfe eine Augenweide und unbedingt sehenswert, doch unterm Strich ist das angesichts des wenig erquicklichen Drumherums etwas zu wenig und somit vermag Der Shaolin-Gigant leider nur mäßig zu unterhalten.

Der Todesgriff des Shaolin (Shaolin Hand-Lock, 1978)
Regie: Ho Meng-Hua, mit David Chiang, Lo Lieh, Michael Chan

Cheng Ying (David Chiang) hat von seinem Vater Li Bai (Dick Wei) den Todesgriff des Shaolin erlernt. Die einzige weitere Person, die diese geheime Technik beherrscht, ist Lin Hao (Lo Lieh), ein Freund des Vaters. Als Li Bai einem Verrat durch seinen Freund zum Opfer fällt und von einem Killer getötet wird, schwört Cheng Ying Rache. Er folgt der Spur nach Thailand, tötet den Mörder seines Vaters und schleicht sich in den Clan von Lin Hao ein. Dieser ahnt nichts von den Plänen seines neuen Handlangers, doch sein Sohn Li Kun Shi (Michael Chan Wai-Man) schöpft Verdacht. Bevor es zum Showdown kommt, macht Cheng Ying im Haus von Lin Hao eine schreckliche Entdeckung…

Der Todesgriff des Shaolin ist ein schriller Actionstreifen, leicht trashig, dafür aber umso unterhaltsamer. Er unterscheidet sich merklich von den gängigen Martial-Arts-Epen der Shaw Brothers, da er in einem modernen Setting angesiedelt ist und mit vielen exotischen Außenaufnahmen aufwartet. Diese wurden in Thailand gedreht und haben ein völlig anderes Flair als die Shaw-üblichen Studioaufnahmen. So düst David Chiang seinen Feinden schonmal mit einem Motorrad entgegen, liefert sich eine Verfolgungsjagd per Motorboot oder wird von einer in pink gewandeten jungen Dame mit einer riesigen Peitsche in einen Zweikampf verwickelt. Tatsächlich hätte der Film sicherlich auch gut mit Bruce Lee in der Hauptrolle funktioniert, der in seinem Hong-Kong-Debüt The Big Boss ja auch als Chinese in Thailand Rache üben durfte.

Wenn der Film einen Schwachpunkt hat, so ist dies die ziemlich simpel gestrickte Handlung. Dass David Chiang sich immer und immer weiter in Gefahr begibt statt Oberfiesling Lo Lieh bei Gelegenheit direkt auszuschalten, wirkt schon ziemlich schwachsinnig. Angesichts der charismatischen Hauptdarsteller, der abwechslungsreichen Actionszenen und der Shaw-typisch erlesenen Fotografie kann man über die Story-Defizite aber locker hinwegsehen und sich für anderthalb kurzweilige Stunden in den Todesgriff des Shaolin begeben.

Das Grabmal des Shaolin (Two Champions of Shaolin, 1980)
Regie: Chang Cheh, mit Lo Meng, Chin Siu-Ho, Chiang Sheng

Nach der Ermordung seiner Eltern durch Manchus verlässt Tung Chen Chin (Lo Meng) das Shaolin-Kloster. Er gerät mit dem Messer werfenden Li Te Tung (Yu Tai-Ping) aneinander, den er nach Erlernen einer neuen Technik besiegt. Dies ruft den Wudan-Orden auf den Plan, der loyal zum Manchu-Regime steht und unter dessen Schutz den Shaolin-Tempel angreift…

Das Grabmal der Shaolin ist ein später Film Chang Chehs für das Shaw-Studio. Für diesem Film trommelte er neben Chin Siu-Ho einmal mehr die komplette Five Venoms-Truppe zusammen, wobei Phillip Kwok Chun-Fung allerdings nur hinter der Kamera tätig war. Dementsprechend erstklassig ist dann auch die Action geraten, aus der einige geradezu bizarre Gewaltspitzen hervorstechen. Insbesondere der Endgegner hat einen recht bemerkenswerten Abgang spendiert bekommen.

Auffällig ist aber auch, dass die Schauspieler hier fast alle ziemlich doof aus der Wäsche schauen, was insbesondere an den grenzwertigen Frisuren liegt. Ein Vorbote auf die Fashion Crimes der 80ern Jahre? Kurius zumindest, da bei den Shaws normalerweise alles wie aus dem Ei gepellt aussieht. Die Geschichte des Films erzählt einmal mehr von der altbekannten Rivalität zwischen Shaolin und Wu-Tang, wartet zum Schluß aber mit einer gelungenen dramatischen Szene auf. Sicher nicht Chang Chehs bester, aber allemal ein unterhaltsamer Film mit herausragenden, dynamischen Actionszenen.

Wang Yu – Der Tempel des Roten Lotus (Temple of the Red Lotus, 1965)
Regie: Hsu Tseng-Hung, mit Jimmy Wang Yu, Chin Ping, Lo Lieh

Wu (Jimmy Wang Yu) ist auf dem zu seiner Jugendliebe Lianzhu (Chin Ping), als er auf eine Horde Banditen trifft und sich ein Gefecht mit ihnen liefert. Verletzt schleppt er zur Residenz der Jin-Familie, zu der Lianzhu gehört. Dort muss er sich aber nicht nur mit einem Nebenbuhler (Lo Lieh) rumplagen, sondern wird auch in die gewalttätigen Auseinandersetzungen der Familie mit dem Orden des Roten Lotus hineingezogen. Wu ahnt, dass es sich bei Lianzhus Familie womöglich um die Räuberbande handeln könnte, die auch seine Eltern auf dem Gewissen hat…

Red Lotus ist ein vergleichsweise alter Film aus dem Hause Shaw und wartet mit einem sehr jungen Jimmy Wang Yu in der Hauptrolle auf. In einer Nebenrolle ist zudem der spätere Vorzeigeschurke Lo Lieh zu sehen. Das Hauptaugenmerk der traditionellen, zuvor bereits mehrfach verfilmten Geschichte liegt allerdings eher auf Melodramatik als auf Action. So wartet der Film zwar mit einigen gelungenen Actionszenen auf, die zudem mit teilweise recht drastischer Gewaltdarstellung in Form abgetrennter Gliedmaßen überraschen, das Gros der Laufzeit wird aber mit familiären Problemen und herzerweichenden Liebesschwüren bestritten. Der Unterhaltungswert hält sich trotz der vorhandenen Schauwerte dementsprechend leider in Grenzen.

Filmhistorisch betrachtet ist Der Tempel des Roten Lotus allerdings durchaus bedeutsam: Es war der erste Film der Shaw Brothers, der eine traditionelle Wuxia-Geschichte mit deutlichem Action-Einschlag erzählte. Die Initiative dazu kam von Raymond Chow und Chang Cheh, der auch die Produktion überwachte. Das Ziel dieser neuen Marschrichtung war es, internationale Märkte für chinesische Filme zu erschließen. Allerdings blieb Red Lotus selbst in Hongkong kommerziell hinter den Erwartungen zurück. Da man in schneller Abfolge drehte, wurde der zweite von vier geplanten Teilen dennoch planmäßig ins Kino gebracht. Teil drei wurde mit einiger Verzögerung veröffentlich, Teil vier letztendlich ganz gestrichen. Dass Chow und Cheh dennoch den richtigen Riecher hatten bezüglich der neuen Ausrichtung des Studios, zeigte sich mit dem gigantischen Erfolg von One-Armed Boxer. Durch diesen kam die Martial-Arts-Welle dann richtig ins Rollen kam und hunderte Kampfsport-Epen aus dem Hause Shaw folgten.

Fazit:

Die vorliegende Box bietet einen interessanten Querschnitt durch das Actionfilm-Spektrum der Shaw Brothers. Während der älteste Film im Bunde, Der Tempel des Roten Lotus, trotz einiger Kampfszenen noch etwas gemächlich daherkommt, können die übrigen vier Filme was die Action anbelangt überzeugen. Ob man dabei dem klassischen Kung-Fu-Spektakel von Regie-Ikone Chang Cheh mehr abgewinnen kann oder dem im zwanzigsten Jahrhundert angesiedelten Todesgriff, ist wohl eine Frage des persönlichen Geschmacks. Manch einer soll ja sogar die Comedyszenen im Shaolin-Gigant mögen. Mir persönlich hat besonders das Todesduell mit seiner märchenhaften Atmosphäre gefallen.

Die Bildqualität der Filme ist jedenfalls durchgehend hervorragend, wie man es von den remasterten Shaw-Filmen gewohnt ist. Die Tonspuren sind allesamt klar verständlich und teilweise haben die deutschen Sprachfassungen sogar einen besseren Klang als der chinesische Originalton. Überhaupt sind die alten deutschen Synchronisationen eine tolle Sache, da sie mit vielen bekannten Sprechern wie Norbert „Homer Simpson“ Gastell und Wolfgang „Bud Spencer“ Hess besetzt sind. Da lacht das Herz des Genrefilm-Liebhabers. Die neu synchronisierten Passagen fallen natürlich auf, sind aber handwerklich ordentlich gemacht.

Es besonderes Lob verdient das umfangreiche Bonusmaterial auf den Discs, denn das war immer auch ein Schwachpunkt bisheriger Veröffentlichungen. Koch Media hat einen ganzen Schwung an Interviews und Featurettes zusammengetragen, darunter eine Hommage an Chang Cheh, in der zahlreiche Personen zu Wort kommen, sowie Impressionen von einer Feier des Shaw Brothers Fan Club, bei der sich viele alte Stars die Ehre geben.

Unterm Strich also eine überaus ansprechend präsentierte Box, die Lust auf weitere Volumes macht und allein schon aufgrund des tollen Begleitbuches ein schönes Sammlerstück ist. Bleibt zu hoffen, dass die Box auf dem hart umkämpften DVD-Markt auch ausreichend Käufer findet, um die Veröffentlichung weitere Boxen zu ermöglichen.

Technische Ausstattung:

Disc 1: Das Todesduell der Tigerkralle
Bild: 2.35:1 (anamorph)
Ton: Deutsch, Madarin (DD 2.0)
Untertitel: Deusch
Laufzeit: 90:21
Bonus:
• Interview: Derek Yee – Acting before Directing (20:21)
• Interview: Regisseur Chor Yuen (12:25)
• Interview: Simon Loui (10:41)
• Chinesischer Original-Kinotrailer (4:02)
• Bildergalerie

Disc 2: Der Shaolin-Gigant
Bild: 2.35:1 (anamorph)
Ton: Deutsch, Kantonesisch (DD 2.0)
Untertitel: Deusch
Laufzeit: 92:09
Bonus:
• Featurette: Shaw Brothers Party (19:53)
• Deutscher Original-Kinotrailer (2:40)
• Chinesischer DVD-Trailer (1:05)
• Bildergalerie

Disc 3: Der Todesgriff des Shaolin
Bild: 2.35:1 (anamorph)
Ton: Deutsch, Madarin (DD 2.0)
Untertitel: Deusch
Laufzeit: 88:41
Bonus:
• Featurette: David Chiang – Elegant Trails (7:44)
• Chinesischer Original-Kinotrailer (3:15)
• Bildergalerie

Disc 4: Das Grabmal des Shaolin
Bild: 2.35:1 (anamorph)
Ton: Deutsch, Madarin (DD 2.0)
Untertitel: Deusch
Laufzeit: 101:22
Bonus:
• Featurette: Chang Cheh – The Master (17:30)
• Interview: Chin Siu-Ho – The Baby Venom (19:59)
• Deutscher Original-Kinotrailer (2:41)
• Chinesischer DVD-Trailer (1:06)
• Bildergalerie

Disc 5: Wang Yu – Der Tempel des Roten Lotus
Bild: 2.35:1 (anamorph)
Ton: Deutsch, Madarin (DD 2.0)
Untertitel: Deusch
Laufzeit: 90:14
Bonus:
• Interview: Anthony Carpio (9:56)
• Interview: Danny Lau (13:57)
• Chinesischer Original-Kinotrailer (3:53)
• Bildergalerie

Begleitbuch: Das Buch des Gelben Tigers
Softcover, 122 Seiten, durchgehend farbig

Herzlichen Dank an KOCH MEDIA für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars.

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Fighting Beat 2

Merantau-2009

Fighting Beat 2

Originaltitel: Du Suay Dua
aka. Raging Phoenix

Thailand 2009
112 Minuten (Kino/24 fps), 109 Min. (PAL), 1,78:1
Regie: Rashane Limtrakul
Produzenten: Panna Rittikrai & Prachya Pinkaew
Action-Choreographie: Panna Rittikrai

Darsteller: Jeeja Yanin, Kazu Patrick Tang, Nui Saendaeng, Sompong Lertwimonkaisom, Boonprasayrit Salangam, David Bueno, Marc Hoang, Roongtawan Jindasing

Es ist wieder Thai-Action angesagt. Zwar ließen nach dem riesigen Erfolg von Ong Bak verschiedenste asiatische Länder von Vietnam bis Indonesien bisweilen beeindruckende Kampfsport-Spektakel auf die Martial-Arts-Fangemeinde los, doch das Gros des Knochenbrecher-Outputs ist nach wie vor fest in thailändischer Hand.

Und man lässt sich was einfallen: Eine knallige Mischung aus Kampfsport und Streetdance verspricht man dem Zuschauer diesmal. Das klingt erstmal seltsam, Actionfilme sind Männerfilme und Tanzfilme so ziemlich das genaue Gegenteil, oder? Allerdings, die Faszination der fernöstlichen Actionkost liegt seit jeher in der perfekten Choreographie, seien es die Kapriolen von Jackie Chan oder das John Woo’sche – da haben wir’s – Kugelballett. Also unbefangen ran ans Werk …

Die junge Musikerin Dew (Jeeja Yanin aus Chocolate), einsam und voller Trauer nach dem Tod ihres Vaters, gerät in die Fänge von Kidnappern, wird jedoch von einem Kämpfer namens Sanim (Kazu Patrick Tang) spektakulär befreit und in dessen Gang aufgenommen. Diese haben einen eigenen Kampfstil namens Meyraiyuth entwickelt, der nur von wenigen verbitterten Außenseitern erfolgreich erlernt werden kann, da er seine durchschlagende Kraft sich aus exzessivem Alkoholkonsum sowie einer gehörigen Portion Weltschmerz entwickelt.

Dew erfährt, dass hinter dem mysteriösen Kidnapping-Versuch ein skrupelloser Menschenhändlerring unter der Führung von Jaguar (Roongtawan Jindasing) steckt. Dieser hat es gezielt auf junge Mädchen mit einer genetischen Besonderheit abgesehen hat, aus deren Tränen ein besonders anregendes Pafüm extrahiert wird, das einem zahlungkräftigen Klientel zum Lustgewinn dient. Einmal in der hohen Kunst des Knochebrechens geschult, macht sie sich daran, diesem schändlichen Treiben schlagkräftig Einhalt zu gebieten.

Eines dürfte schon nach dieser knappen Inhaltsangabe klar sein: Story und Dramaturgie geben reichlich Anlaß zum Kopfschütteln bzw. zu dem, was im neumodischen Internet-Jargon knapp als Facepalm bezeichnet wird. Der Film beginnt zunächst komödiantisch, schlägt dann ernsthaftere Töne an, was aber von eingetreuten Slapstick-Einlagen und kruden Storyelementen erfolgreich untergraben wird. Dass ausufernder Alkoholkonsum bei seelischen Problemen Stärke verleiht, wissen wir ja schon seit Drunken Master. Mutig, das in Zeiten allgegenwärtiger Political Correctness heute noch zu bringen. Noch mutiger, das dann auch noch mit Süskinds Das Parfüm zu kreuzen.

Ich hatte meinen Spaß. Fighting Beat 2 ist ein wirklich unterhaltsamer und im wahrsten Sinne des Wortes sehenswerter Film. Man merkt ihm sein begrenztes Budget an, aber die Macher haben in diesem Fall aus der Not eine Tugend gemacht. Es wurde wirklich alles aus den Schauplätzen rausgeholt, indem man sie komplett durchgestylt, mit Unmengen knallbunter Dekoration ausstaffiert und aus verwegenen Kamerawinkeln fotografiert hat. Das wirkt bisweilen sicherlich etwas trashig, passt aber ganz hervorragend zu ohnehin nicht immer ganz ernstzunehmenden Story und den schillernden Charakteren.

Auch die Kampfszenen sind zahl- und abwechslungsreich und enttäuschen nicht. Natürlich ist auch hier Style statt Effizienz angesagt, erhalten Akrobatik und Wirework den Vorzug gegenüber bodenständiger Schlägerei. Jeeja Yanin ist nicht nur eine ganz Süße, sie versteht zudem ihr Hand(kanten)werk und auch ihre Partner in diesem Film wurden wohl hauptsächlich aufgrund ihrer sportlichen Fähigkeiten ausgewählt.

Ach so, war da nicht was mit Streetdance? Alles halb so wild. Tatsächlich gibt es zu Beginn einige Szenen mit Breakdance-Artigen Moves und Hip-Hop Musik. Dies entpuppt sich als wenig störend und es scheint, als wäre dieser Ansatz im Laufe des Drehs wieder verworfen worden. Der deutsche Titel suggeriert einen Zusammenhang mit dem Thai-Actioner Fighting Beat von 2007, tatsächlich besteht zwischen den Filmen keine Verbindung. Der Export-Titel, unter dem der Film international erschienen ist, lautet „Raging Phoenix“.

Fighting Beat 2 Blu-Ray Disc CoverDie deutsche DVD und Blu-Ray Disc von Fighting Beat 2 sind ab dem 14. Januar 2011 im Handel erhältlich. Beide Medien enthalten die deutsche Synchronfassung sowie thailändischen Originalton mit deutschen Untertiteln. Als Bonusmaterial sind B-Roll Footage, Interviews und Trailer aufgespielt.

Achtung: Laut Sunfilm wird der Film sowohl in zwei Fassungen erscheinen, einmal freigegeben ab 18 und zudem in einer rund 2 Minuten gekürzten Version mit dem blauen FSK 16 Siegel!

Fighting Beat 2 (Blu Ray, FSK 18) bei Amazon bestellen

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Detective Dee – and the Mystery of the Phantom Flame / Trailer

detective-dee-and-the-mystery-of-the-phantom-flame_p3Tsui Hark ist zurück! Obwohl man fragen sollte, ob er jemals wirklich weg war. Wenn man nach den Meinungen der Fans des Hongkong Kinos geht, war er spätestens nach TIME AND TIDE (2000) nicht mehr ganz der alte. Es folgten mittlere Katastrophen wie ZU WARRIOS (ein Remake seines eigenen, aus dem Jahre 1983 stammenden, Films Zu: Warriors from the Magic Mountain) und BLACK MASK 2, der in einem totalem Disaster endete. Tsui Hark, längst schon nicht mehr der Erfolgsregisseur der er einst war, versuchte sich mit SEVEN SWORDS im Jahre 2005 zurück an die internationale Spitze des Hongkong Kinos zurück zu wirtschaften, was ihm aber auch dort nicht gelang. Mit DETECTIVE DEE könnte sich dieser Fluch nun bezwingen lassen, traut man den Stimmen aus Venedig, wo der Streifen auf der 67th Venice Film Festival seine Premiere feierte. Es könnte ein klassischer Hongkong-Streifen mit jeder Menge 80er Appeal geworden sein, der aber, wie auch schon seine gedanklichen Vorgänger 14 BLADES oder BODYGUARDS AND ASSASSINS, ein wenig neumodischen CGI-Kitsch über sich ergehen lassen musste, um nach Meinung der Produzentenan den Kinokassen erfolgreich zu sein. Der Trailer macht trotzdem Lust auf mehr und verspricht einiges an Hongkong Kinokunst….hähmm…Tsui Hark kniff:

DetectiveDeeWir werden sehen, was Tsui Hark uns diesmal präsentiert. Ab 30.09.2010 läuft er im Kino (Hongkong), mit einer DVD Veröffentlichung vor Weihnachten ist also zu rechnen.

Merantau – Meister des Silat

Merantau-2009

Merantau – Meister des Silat

Original: Merantau

Indonesien 2009
107 Minuten (Int. Cut, PAL), 134 Min. (Dir. Cut, PAL), 1,78:1
Regie: Gareth Evans
Buch: Gareth Evans, Daiwanne Ralie
Kamera: Matt Flannery
Musik: Fajar Yuskemal Tamin, Aria prayogi
Action-Choreographie: Edwel Datuk rajo gampo alam & Team Silat Harimau

Darsteller: Iko Uwais, Sisca Jessica, Christine Hakim, Donny Alamsyah, Yusuf Aulia, Laurent Buson, Alex, Abbad, Mads Koudal, Ratna Galih, Yayan Ruhian

MERANTAU soll der neuste Nonstop Actioner aus Asien sein, genauer gesagt diesmal aus Indonesien. Moment mal, zählen wir mal zusammen was wir da auf der Liste schon hätten: Südkorea, Hongkong Kong, Japan, Philippinen, Vietnam, China und natürlich Thailand. Alle diese Länder hatten schon ihren mehr oder weniger Non-Stop-Actioner, logisch das jetzt jedes andere Land auch was von dem leckeren und viel versprechenden Kuchen haben möchte. Denn richtige Handkanten Action ist im Mainstream-Kino schließlich Mangelware geworden. Beworben wird MERANTAU, der ganz frisch auf UK-DVD erschienen ist, mit folgenden Spruch auf dem dem Cover: ALL NEW STAR, ALL NEW MOVES, ALL NEW ACTION – das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen…

Kommen wir an dieser stelle erst mal zu Story von MERANTAU. Minangkabau bei West Sumatra, Yuda (Iko Uwais) beim täglichen Training, bereitet sich in seinem Dorf auf sein MERANTAU vor, eine Tradition die seit vielen Jahren von den männlichen Dorfbewohnern vollzogen wird. Sie werden losgeschickt um eine eigene Existenz zu Gründen und so zum Mann zu werden. Vielleicht vergleichbar mit folgender Weisheit im Westen: ein Mann muss einen Baum Pflanzen, ein Haus bauen, und ein Kind zeugen – erst dann ist er ein Mann. Yuda packt also seine sieben Sachen und macht sich auf den Weg nach Jakarta, wo er eine Kampfschule eröffnen möchte. Doch alles kommt anders als geplant, er trifft auf Astri, die in den Fängen von einem Mädchenschmugglerring geraten ist. Klar das Yuda da nicht einfach zusehen wird und Astri sofort unter die Arme greift.

MERANTAU bemüht sich anfangs noch, seine Story zu erzählen und die Charaktere einzuführen. Was aber nach einer guten halben Stunde schnell vergessen scheint, dreimal dürft ihr raten: die Story! -Wen wundert’s aber auch? Auf der UK-DVD befindet sich der Internationale Cut, der fast 30 Minuten kürzer läuft als der ursprüngliche indonesische Cut. Dieser ist mir nicht bekannt, aber da ich nicht unbedingt davon ausgehe, dass 30 Minuten Action heraus genommen wurden, ist es vielleicht die richtige Entscheidung gewesen, die Lauflänge auf 107 Min. einzudampfen.Die Geschichte um Yuda und Astri gibt einfach nicht mehr her. MERANTAU will ein Actionfilm sein, und die Action bekommt man im internationalen Cut auch genug zusehen. Wenn nach einer halben Stunde die erste Klopperei über den Bildschirm flimmert atmet der Fan auf und wird ab dann auch nicht mehr losgelassen. Kommen wir zu dem Covertext: „ALL NEW STAR“, Iko Uwais also, der neue Mann am Martial Arts Himmel? Nachdem Tony Jaa sich nach ONG BAK 3 laut Presseberichten (mal wieder) auf einen Selbstfindungstrip ins Kloster gemacht hat, könnte dieser Slogan sogar zutreffen. Das nötige Aussehen und die Kunst sich zu bewegen und zu Kämpfen bringt Iko Uwais sicherlich mit. Was seine schauspielerische Leistung anbelangt, diese geht von traurig bis grimmig und wieder zurück, die weiß genau so zu überzeugen, wie bei seinen Kollegen Tony Jaa und Konsorten. Also zu vernachlässigen, wir wollen auch Action sehen, nicht wahr?

„ALL NEW MOVES“, das ist schwierig – wer Tony Jaas Karriere verfolgt hat, und auch gerne mal Martial-Arts Filme aus Asien schaut, hat schon einen breiten Horizont in diesem Bereich und wird sich nicht automatisch bei gelungen Aktionen von Yuda vor Freude in die Hose lullern. MERANTAU bittet nicht viele neue Moves, aber einige tolle Aktionen sind schon dabei. Ob diese aber im Langzeitgedächtnis hängen bleiben, hängt wahrscheinlich vom Betrachter und dessen Martial-Arts Konsum ab. Mich hat Iko Uwais in seiner Performance zwar überzeugt, aber neue Tricks konnte er mir nicht zeigen.

„ALL NEW ACTION“, die Choreographie der einzelnen Szenen kann man durchaus als gelungen bezeichnen. Die eine mehr innovativ als die andere. Hier und da mit ‚Wire-Technik‘ und in der nächsten Szene mal ohne. Eine tolle Szene ohne Cut, wie wir sie aus TOM YUM GOONG kennen, gibt es natürlich auch zu bewundern. Ansonsten sind die üblichen Stürze von Gebäuden, die uns zusammen zucken lassen, und ein wenig Blut, dass durch die Gegend spritzt mit von der Partie. Alles im Allem ein gelungener Cocktail, der zwar nicht viel anders schmeckt als seine Mitstreiter aber durchaus eine eigene Nuance durchblitzen lässt.

Bleibt hinzuzufügen, „ALL NEW BUT NOTHING DIFFERENT“.

merantau-dvd-art-3dNachtrag (19. Oktober 2010):

Am 3. Dezember 2010 erscheint der Film als „Merantau – Meister des Silat“ in Deutschland über Sunfilm auf DVD und Blu Ray Disc. Diese enthalten die internationale Schnittfassung, die von der FSK ungekürzt ab 18 freigegeben wurde.
Neben der deutschen Synchronfassung werden sich die indonesische Originaltonspur mit deutschen Untertiteln, eine Making-Of- Featurette sowie Deleted Scenes auf den Discs befinden.

Merantau – Meister des Silat (DVD) bei Amazon bestellen
Merantau – Meister des Silat (Blu-ray) bei Amazon bestellen

Bangkok Adrenalin

Bangkok Adrenaline Poster
Bangkok Adrenalin

Original: Bangkok Adrenalin
Thailand 2009
84 Minuten, 1,85:1
Regie: Raimund Huber
Buch: Raimund Huber, Conan Stevens
Kamera: Teerawat Rujintham
Musik: Wouter Smit
Stunts: Daniel O’Neill, Gwion Jacob Miles

Darsteller: Daniel O’Neill, Priya Suandokemai, Gwion Jacob Miles, Raimund Huber, Conan Stevens, Geoffrey Giuliano, Gregory T. Eismin, Dom Hetrakul, Suthat Jak-Klom


BANGKOK ADRENALIN handelt von vier Rucksacktouristen, die bei ihrem Trip in Thailand beim Kartenspielen ihr ganzes Geld verlieren. Der Gangsterboss, gar nicht begeistert, will Köpfe rollen sehen, wenn die vier nicht innerhalb einer Woche das Geld wieder beschaffen. Flugs schmieden die vier blauäugigen Touristen einen Plan, um das Geld aufzutreiben: sie wollen die Tochter eines Millionärs kidnappen, was sich allerdings als nicht ganz einfach herausstellt.

Raimund Huber gibt mit BANGKOK ADRENALIN sein Regiedebüt. Leider vergisst er neben der ganzen Action die Story und die Charakterentwicklung, und erzählt nur somit eine 08/15-Geschichte mit teilweise spektakulären Actionszenen. Conan Stevens, der ebenfalls im Film zu sehen ist, hat das Drehbuch geschrieben und beweist mit BANGKOK ADRENALIN eindeutig, dass das nicht gerade seine Stärke ist. Er sollte sich lieber auf seine anatomischen Fähigkeiten verlassen und seinen gestählten Körper in die Kamera halten. Der dritte im Bunde, Daniel O’Neill (GEN-Y-COPS), ist in Asien kein unbeschriebenes Blatt, denn zunächst arbeitete er für Jackie Chan und sein Stunt-Team, was ihn aber nicht lange befriedigte. Dann wechselte er von Hongkong nach Thailand, wo er als Martial-Arts Experte durchstarten wollte – der Erfolg als Schauspieler blieb jedoch auch dort aus; auch hier sollte er weiterhin nur als Stuntman arbeiten. Der vierte Haudegen, Gwion Jacob Miles, ist bislang nicht in Erscheinung getreten und zeigt in BANGKOK ADREANLIN zum ersten Mal, was er so drauf hat. Seine Performance geht auch weitestgehend in Ordnung, er bleibt aber neben seinen Kollegen blass und agiert oft nur im Hintergrund oder im Doppelpack mit Daniel O‘Neill.

Auch der restliche Cast fällt einfach nur sehr bescheiden aus und wirkt teils unfreiwillig komisch. Dazu kommen die belanglosen und selten dämliche Dialoge, die dem Ganzen dann den Rest an Ernsthaftigkeit nehmen.
Das wären also die Personen, die ihre Karriere in Schwung bringen wollen und dafür ihre Knochen aufs Spiel setzen. Die Fights und die Verfolgungsjagden in BANGOKOK ADRENALIN sind vom Feinsten und beweisen auf eindrucksvolle Weise das Können ihrer Stars. Nicht jede Aktion bietet neue Kampftechniken oder endet in einem „WOW-Effekt“ auf dem Sofa – das macht aber nix. Die Qualität ist allgemein immer auf mittleren bis hohem Niveau, was bei dem Team selbstverständlich sein sollte.

Die etlichen Comedy-Einlagen hätten auch gerne etwas weniger albern ausfallen dürfen. Euch sollte klar sein, dass BANGKOK ADRENALIN sich selbst nicht ernst nimmt und eher eine Action-Komödie als einen todernsten Film darstellt – eine ernste Variante hätte ich persönlich bevorzugt. Nicht alle Gags funktionieren, aber einige sind ganz gut; ein Toilettenwitz lies mich dann doch schmunzeln. Raimund Huber, im Film die „Rasta-Locke John“ , hat mich am meisten irritiert mit seinem leichten Overacting und komischen Grimassen. Aber zu seiner Verteidigung sei gesagt, dass wie erwähnt auch die restlichen Schauspieler nicht gerade vor der Kamera glänzen. Diese Männer können eben kämpfen und das ist es, was sie tun sollten; die finale Verfolgungsjagd zeigt auf imposante Weise, was das Team drauf hat, und auch die Kämpfe steigern sich zum Ende weiter. Dazu erklingt fetzige Musik von Peter Scott Mossmann, und unterm Strich können die knapp 80 Minuten doch überzeugen und vor der Leinwand fesseln.

BANGKOK ADRENALIN könnte ein Anfang für die Karriere Raimund Hubers sein, der schon seinen nächsten Film FREERUNNER in Vorbereitung hat. Dann aber bitte etwas ernster bei der Sache bleiben, einen Joint weniger rauchen und die Story vielleicht noch mal überdenken, einen besseren Cast zusammen trommeln und schon könnte man bei den Top-Titeln des Genres mitmischen. Ein zweites Mal wird er es bei nur gleichbleibender Qualität bei den Action-Fans vermutlich schwerer haben.

BANGKOK ADRENALIN ist bereits in England auf DVD erschienen, bei uns erscheint der Film im Herbst über Sunfilm.

Bay Rong aka Clash – Trailer

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Ein neues Martial Arts Feuerwerk – aber nicht aus Thailand, wie kann das sein?  BAY RONG (aka‘ Clash) kommt aus der Feder von Johnny Nguyen,der schon mit THE REBEL sein Können bewies. Sein History-Action-Mix setzte neue Akzente im vietnamesischen Kino und ließ auch in der internationalen Auswertung die Kassen klingeln.Bay-Rong-Clash-12

Die Erfolgsgeschichte geht nun also weiter, hier der Trailer zu BAY RONG:


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BAY RONG,der in Vietnam bereits am 18. Dezember 2009 anlief, konnte sich in seinem Heimatland gegen Größen wie AVATAR und SHERLOCK HOLMES durchsetzen und spielte mal eben fluffige 620,000 US$ ein. Für eine Kino-Auswertung in Vietnam sehr ordentliche Zahlen. Noch Wochen nach seinem Start war es schwer an Karten zu kommen.

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Johnny Nguyen,auch bekannt aus  TOM YUM GOONG wo er sich mit Tony Jaa messen musste, oder zuletzt gesehen in  POWER KIDS, wo er sich den Hintern von kleinen Kindern versohlen lassen muss, beweist ein weiteres Mal, dass gutes Action-Kino auf Qualität setzen sollte und nicht auf Quantität, wie leider viele Produktionen, die derzeit aus Thailand rüberschwappen.

Bay-Rong-Clash-9 Wer bekennender Asien-Fan ist sollte sich BAY RONG vormerken, und dabei auch nicht vergessen, sich den sehr zu empfehlenden THE REBEL, der bereits in Deutschland auf DVD erschienen ist, als Einstimmung anzusehen. Wie gehabt, käuflich zu erwerben bei unserem Partner AMAZON.

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Hoffentlich findet ‚BAY RONG‘ schnell den Weg auf DVD, so dass wir in den Genuss eines atemberaubenden ‚ Martial-Arts Kloppers ‚ kommen können. Der letzte ist schon eine gefühlte Ewigkeit her.

Ip Man 2 – Erster Teaser + Trailer Online (Update)

Donnie Yen Vs. Sammo Hung – das wird ein Fight! Ip Man 2 steht in den Startlöchern und wird wohl wieder mit einigen coolen Kick Ass-Kämpfen begeistern:

Trailer:

 

Teaser:

Nun heißt es warten auf einen ersten richtigen Trailer und auf Mai, wenn Ip Man 2 in Hongkong ins Kino kommt.ipman2

Teil 1 ist seit Kurzem bei uns auf DVD und Blu-Ray zu haben – und das sogar uncut!:

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